Anlegen im Oktober Finanzaktien derzeit attraktiv bewertet
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Anlegen im Oktober: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Finanzaktien und US-Titel sind derzeit eine attraktive Anlage, bei Anleihen bleibt die Situation für Anleger hingegen weiterhin schwierig.

Finanzaktien und US-Titel bevorzugen

Aufgrund der derzeitigen Wirtschaftslage und Zinssituation empfehlen wir, den Aktienanteil in den Portfolios über das strategische Gewicht hinaus zu erhöhen. Wir bevorzugen vor allem den Kauf von US-Titeln und von Finanzaktien. Letztere sind attraktiv bewertet und Banken sollten von steileren Zinskurven profitieren.

Bei Fixed Income ist die Situation für Schweizer Anleger angesichts der meist negativen Renditen nach wie vor äusserst herausfordernd. Wir empfehlen daher weiterhin eine leichte Untergewichtung von Anleihen. Bei alternativen Anlagen würden wir die Gewichtungen jeweils nahe an der strategischen Allokation belassen.

Konjunktur: Konsum stützt Schweizer Wachstum

Die globale Industrieproduktion schrumpft. Der Handelsstreit zwischen den USA und China lastet dabei nicht nur auf dem bilateralen Handel der zwei Kontrahenten. Auch asiatische Zulieferer Chinas oder in Europa insbesondere Deutschland werden in Mitleidenschaft gezogen. Andererseits präsentiert sich die Lage für den privaten Konsum vergleichsweise gut: Die privaten Haushalte sind – unter anderem dank tiefer Arbeitslosigkeit – weltweit weiterhin in Konsumlaune.

Die Industriekonjunktur in den Abnehmerländern von Schweizer Exporten ist so schwach wie zuletzt vor sieben Jahren. Diese Ausgangslage ist für die Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) besonders schwierig. Allerdings bestehen mittlerweile zwei Drittel des Schweizer Exportvolumens aus Konsumgütern. Diese profitieren vom nach wie vor soliden globalen Konsumwachstum. Das Exportwachstum dürfte sich insgesamt somit zwar verlangsamen, ein eigentlicher Einbruch ist jedoch nicht zu befürchten.

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Steigender Anteil der Konsumgüter am Schweizer Exportvolumen

Letzter Datenpunkt: 2018

Ab 2002 mit elektrischem Strom, Rückwaren und Lohnveredlungsverkehr

Ab 2012 mit Gold- und Silberbarren sowie Münzen

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Zinsen: Keine Leitzinssenkung der SNB

Die US-Notenbank (Fed) hat den Leitzins abermals gesenkt, und die Europäische Zentralbank (EZB) lockert ihre Geldpolitik ebenfalls. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wartet mit Zinssenkungen ab, da der geringere «Zinsnachteil» den Schweizer Franken gegenüber dem Euro nicht markant erstarken liess. Die SNB wird aber wohl weiter am Devisenmarkt intervenieren, wenn der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken zu stark wird.

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Zinsdifferenz zwischen Euro und Schweizer Franken bleibt stabil

Letzter Datenpunkt: 16.9.2019

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Währungen: Konjunktur- und Zinsvorteil stützen den US-Dollar

Seit Jahresbeginn hat der US-Dollar-Index (DXY) beträchtlich zugelegt. Zwar sind die USA inzwischen auch von der globalen Produktionsschwäche infolge des Handelsstreites betroffen. Aber verglichen zu den Pendants in der Eurozone und den Schwellenländern macht die US-Wirtschaft weiterhin einen solideren Eindruck.

Zudem werden die USA wohl noch längere Zeit einen Zinsvorteil geniessen, was den US-Dollar zusätzlich stützt. Sollte sich die geopolitische Lage verschlechtern, würde die US-Währung ausserdem von ihrer Eigenschaft als «sicherer Hafen» profitieren.

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US-Dollar-Index hat stark zugelegt

Letzter Datenpunkt: 13.9.2019

Quelle: Credit Suisse

Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien

sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Aktien: Globales Aktiengewicht erhöhen

Die politischen Unsicherheiten haben zuletzt leicht abgenommen. Allen voran ist die Annäherung der USA und China im Handelskonflikt positiv. Zudem erhöht die defensive Positionierung der Anleger und das Tiefstzinsumfeld die relative Attraktivität von Aktien. Wir werden nicht euphorisch – wir erwarten aber weiterhin einen Anstieg der Aktienkurse, wenn auch nur einen verhaltenen. Folglich haben wir unsere taktische gegenüber der strategischen Aktienallokation leicht erhöht.

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Aktien sind im Vergleich zu Obligationenrenditen noch attraktiver

Letzter Datenpunkt: 6.9.2019

Quelle: Bloomberg, Datastream, Credit Suisse

Rohstoffe: Erhöhte Volatilität am Ölmarkt

Bis vor Kurzem drehten sich die Sorgen am Ölmarkt um die schwache Nachfrage. Doch dann kam es zum gravierenden Anschlag auf die Produktion in Saudi-Arabien, was die Preise vorübergehend in die Höhe schnellen liess. Insgesamt erwarten wir eine graduelle Normalisierung des Angebots, was die Preise etwas sinken lassen sollte. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass der Markt aufgrund der anhaltenden Spannungen in der Golfregion auch mittelfristig eine höhere Risikoprämie einpreist.

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Jüngster Sprung der Ölpreise bedeutet keine Trendwende

Letzter Datenpunkt: 16.9.2019

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Immobilien: Erstmals über 75’000 leere Wohnungen in der Schweiz

Der Schweizer Leerwohnungsbestand ist dieses Jahr bereits zum zehnten Mal in Folge angestiegen. Am 1. Juni 2019 standen über 75’000 Wohnungen oder 1.66 Prozent des Wohnungsbestands leer. Mit etwas über 3000 zusätzlichen Leerwohnungen fällt der diesjährige Anstieg jedoch deutlich tiefer aus als in den letzten fünf Jahren.

 

Betroffen von Leerständen sind weiterhin vorwiegend Mietwohnungen ausserhalb der Zentren. Eine Trendwende ist hier nicht in Sicht. Beim Wohneigentum konnte indes ein leichter Rückgang des Leerwohnungsbestands festgestellt werden.

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Leerwohnungsziffer steigt weiter an

Letzter Datenpunkt: Juni 2019

Quelle: Bundesamt für Statistik, Credit Suisse

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