Anlegen im Oktober: unsere Einschätzungen in Kürze
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Anlegen im Oktober: unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte sowie die Implikationen für Anleger. Die COVID-19-Pandemie wird uns zwar noch länger beschäftigen, doch die wirtschaftliche Erholung ist im Gange. Gestützt durch ein solides Gewinnwachstum und günstige Finanzierungsbedingungen legen Aktien weiter zu. Besonders japanische Aktien sind für Anleger derzeit attraktiv.

Andauernde Erholung: In Aktien investiert bleiben

Die Wirtschaftsdaten haben in den letzten Wochen zunehmend enttäuscht, manche Indikatoren scheinen gar ein Ende der Erholung anzudeuten. Diese Sorgen sind verfrüht. Die globale Industrieproduktion dürfte sich bald erholen und die Finanzierungsbedingungen bleiben günstig, was die Wirtschaftsentwicklung weiter antreiben wird. Deswegen hält die Credit Suisse an ihrer neutralen Aktienallokation und zyklischen Portfolioausrichtung fest. Neben der Untergewichtung von Staatsanleihen setzen die Experten weiterhin auf Märkte, die von der Erholung profitieren, und haben daher jüngst auch Japan zur Liste bevorzugter Regionen hinzugefügt.

Konjunktur: US-Wirtschaft liegt wieder über Vorkrisenniveau

Im internationalen Vergleich ist die Schweiz wirtschaftlich gut durch die Corona-Krise gekommen: Nur in den USA, wo die Regierung das Wirtschaftswachstum mittels Staatsausgaben massiv stimulierte, und in Schweden, wo die Corona-Massnahmen zumeist weniger streng waren, lag die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorkrisenniveau höher als hierzulande.

Dank dem bisherigen Impffortschritt und der Agilität der Unternehmen sollte die Erholung in grossen Teilen der Wirtschaft bis auf Weiteres andauern, zumal sich die Arbeitsmarktlage verbessert. Letzteres wiederum wirkt sich positiv auf die Konsumentenstimmung aus. Die Arbeitslosenquote dürfte sukzessive sinken und gegen Ende des nächsten Jahres 2,5 Prozent erreichen. Zusätzlich nimmt die Kurzarbeit ab. Punktuelle Einschränkungen und Lieferengpässe bremsen allerdings die Erholungsdynamik.

Konjunktur: Schweiz meistert Wirtschaftskrise gut

Schweiz meistert die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut

Quellen: Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 2. Quartal 2021

Zinsen: Zentralbanken drosseln Tempo der Anleihenkäufe

Mit der wirtschaftlichen Erholung leiten die Zentralbanken eine langsame Normalisierung ihrer Geldpolitik ein. Die Zentralbanken von Japan und England haben ihre Wertschriftenkäufe bereits reduziert, während die Europäische Zentralbank (EZB) ab Oktober folgen wird. Die US-Notenbank (Fed) dürfte ihrerseits die Käufe ab Dezember reduzieren. Jedoch ist die Drosselung der Anleihenkäufe kein Vorbote baldiger Zinserhöhungen. Insbesondere in Europa – und somit auch in der Schweiz – bleiben die Leitzinsen noch länger tief.

Zinsen und Obligationen: Zentralbanken reduzieren Wertschriftenkäufe

Zentralbanken reduzieren ihre Wertschriftenkäufe

Quelle: Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 2. Quartal 2021
Ab dem 3. Quartal 2021: Prognosen

Währungen: Euro wertet tendenziell wieder auf

In den letzten Wochen hat der Euro gegenüber dem Schweizer Franken wieder etwas aufgewertet, nachdem er bis Mitte August vorübergehend an Terrain verloren hatte. Für die kommenden Monate wird eine weitere leichte Aufwertung des Euros mit einem Euro-Franken-Kurs von 1.10 innert Jahresfrist erwartet. «Sichere Häfen» wie der Schweizer Franken sollten im Zuge der globalen Wirtschaftserholung und der generellen Normalisierung wieder weniger nachgefragt sein, während diese Entwicklung umgekehrt dem Euro zugutekommen sollte.

Währungen: Euro-Franken-Wechselkurs hat erneut Boden gefunden

Euro-Franken-Wechselkurs hat erneut Boden gefunden

Quellen: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 13.9.2021

Aktien: Japanische Aktien bieten Potenzial

Japanische Aktien haben zuletzt unter COVID-19-Sorgen und politischen Unsicherheiten gelitten, entsprechend gehören sie seit Jahresbeginn zu den Performance-Schlusslichtern. Mittlerweile hellt sich der wirtschaftliche Ausblick auf und die Politik sollte einer Erholung nicht mehr im Wege stehen: Die Ankündigung von Premierminister Yoshihide Suga, bei der Wahl zum Parteivorsitz nicht anzutreten, ist vom Markt positiv aufgenommen worden. Der japanische Aktienmarkt ist zudem attraktiv bewertet und bietet somit interessantes Potenzial zur Diversifikation.

Aktien: Unternehmensgewinne in Japan steigen

Unternehmensgewinne in Japan steigen

Quellen: Refinitiv Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 10.9.2021

Rohstoffe: Märkte entwickeln sich uneinheitlich 

Die Entwicklung der verschiedenen Rohstoffe folgt derzeit unterschiedlichen Einflussfaktoren. Weltweit knappe Lager an den Gasmärkten führen zu erhöhter Nervosität und Unsicherheit im Hinblick auf die Winterversorgung. An den Ölmärkten sorgt die US-Hurrikansaison zurzeit für Preisbewegungen, wobei sich diese später im Herbst wieder beruhigen sollten. Industriemetalle reagieren momentan auf Produktionsunterbrechungen. Gold bleibt weiterhin eng mit der US-Zins- und US‑Dollar-Dynamik verbunden, weshalb eine gewisse Vorsicht geboten ist.

Rohstoffe befinden sich im Auf und Ab

Rohstoffe befinden sich im Auf und Ab

Quellen: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 10.9.2021

Immobilien: Leerstände sinken erstmals seit 2009 

Nach jahrelangem Anstieg, getrieben von einer hohen Bautätigkeit bei Mietwohnungen, ist die Leerwohnungsziffer per 1. Juni 2021 erstmals seit zwölf Jahren wieder gesunken – von 1,72 Prozent auf 1,54 Prozent. Der Rückgang betrifft das Wohneigentum mit einer Leerwohnungsziffer von 0,48 Prozent und die Mietwohnungen mit einer Leerwohnungsziffer von 2,49 Prozent. Ausserdem hat die Pandemie die Nachfrage zwar strukturell verändert, zum Beispiel in Richtung grösserer Wohnungen, nicht aber reduziert.

Immobilien: Leerstände auf dem Wohnungsmarkt sinken

Wohnungsmarkt verzeichnet Trendwende bei den Leerständen

Jeweils per 1. Juni

Quellen: Bundesamt für Statistik, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 1.6.2021

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