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Anlegen im November: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. US-Aktien triumphieren über die Schweizer Aktien. Anlagen im IT- und Finanzsektor zeigen sich lukrativ.  

Übergewichtung von Aktien innerhalb des Portfolios empfohlen

Gegenüber dem Vormonat bleibt unsere Anlagestrategie unverändert: Weiterhin ist eine Übergewichtung von Aktien innerhalb des Portfolios sinnvoll. Diese Übergewichtung kann durch US-Aktien sowie Titel aus dem IT- und Finanzsektor umgesetzt werden. Gleichzeitig bleiben wir in Schweizer Aktien untergewichtet. Für Anleger, deren Referenzwährung der Schweizer Franken ist, bleiben die Anleiherenditen extrem niedrig. Diesen Anlegern ist eine Gewichtung zu empfehlen, die unter der strategischen Allokation liegt. Bezüglich alternativer Anlageklassen überwiegt unverändert eine Gewichtung nahe der strategischen Asset Allocation.

Konjunktur: Schweizer Konsum von Arbeitsmarktlage gestützt

Die jüngsten Verhandlungen zwischen den USA und China haben einen fragilen Waffenstillstand an der Handelsfront gebracht. Ob er hält, ist jedoch ungewiss, wenn auch wünschenswert. Denn stabile Zölle verringern das Risiko, dass die andauernde Industrieschwäche andere Sektoren ansteckt.

Die Schweizer Haushalte sind dafür nach wie vor recht optimistisch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt. Dieser ist derzeit tatsächlich vergleichsweise robust. Denn die Arbeitslosenquote ist so tief wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, und das Beschäftigungswachstum hat sich jüngst nur leicht abgeschwächt. Gleichzeitig waren noch nie so viele offene Stellen ausgeschrieben. Das stützt den Konsumsektor.

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Offene Stellen hierzulande auf Rekordstand

Index der offenen Stellen 2.Q 2015 = 100

Quelle: Bundesamt für Statistik, Credit Suisse

Letzter Datenpunkt: 2.Q 2019

Zinsen: SNB erweitert Spielraum für Zinssenkung

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess ihren Leitzins an ihrer Septembersitzung unverändert bei –0.75 Prozent, passte jedoch die Berechnungsgrundlage für den Negativzins auf bei ihr gehaltene Sichtguthaben an.

Damit dürfte sie zwei Ziele verfolgen: Einerseits reduziert die SNB so die Belastung, die sich für Banken aufgrund des negativen Leitzinses ergibt. Andererseits vergrössert sie dadurch ihren Spielraum für weitere Leitzinssenkungen. Mit einer Senkung ist allerdings bis auf Weiteres nicht zu rechnen.

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Negativzinsbelastung für Inlandbanken sinkt

Geschätzte Zinszahlungen der Inlandbanken an die SNB pro Jahr, in Mia. CHF

Quelle: Credit Suisse

Letzter Datenpunkt: 20.9.2019

Währungen: US-Dollar noch bevorzugt

Die Unterstützung für den US-Dollar dürfte vorerst erhalten bleiben. Denn unter den wichtigsten Währungen weist dieser immer noch den grössten Zinsvorteil auf, und auch die US-Wirtschaft zeigt sich vergleichsweise recht robust. Wir halten daher an unserer positiven Einschätzung des US-Dollar fest.

Unter den Hauptwährungen bevorzugen wir den japanischen Yen, den US-Dollar, die norwegische Krone und den Schweizer Franken gegenüber dem Euro und dem kanadischem Dollar. In den Schwellenländern ist unser Ausblick für den brasilianischen Real nach wie vor am positivsten.

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Niedriges Wachstum der Eurozone lässt Euro schwächeln

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Letzter Datenpunkt: 14.10.2019

Aktien bleiben global favorisiert

Die geopolitischen Unsicherheiten sind weiterhin omnipräsent und beeinflussen die Anlegerstimmung fast täglich aufs Neue. Während dieses politische Hin und Her für Unternehmen ein sehr schwieriges Umfeld darstellt, zeigt sich der Privatkonsum dank einem gesunden Arbeitsmarkt und leichtem Lohnwachstum weiterhin nahezu unbeeindruckt. In Kombination mit immer noch expansiven Zentralbanken und einer attraktiven Risikoprämie gegenüber Obligationen bleiben Aktien unserer Meinung nach global attraktiv.

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Relative Attraktivität spricht für Aktien

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Letzter Datenpunkt: 11.10.2019

Rohstoffe: Weiterhin Abwärtsrisiko bei Ölpreisen

Nach den Angriffen auf saudische Raffinerien hat sich der Ölmarkt rascher als erwartet normalisiert, und die Preise sind gesunken. Diese dürften in nächster Zeit noch etwas tiefer sinken, da der Markt auf ein Überangebot zusteuert.

Um Letzteres zu verhindern, müsste sich die US-Schiefer-Ölproduktion weiter verlangsamen und die OPEC ihre Produktionskürzungen verlängern – was aber wohl erst bei merklich tieferen Preisen passieren wird. Gold bleibt angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten gesucht.

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Rohölpreise dürften unter Druck bleiben

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Letzter Datenpunkt: 14.10.2019

Immobilien: Kluft zwischen Angebot und Nachfrage hält an

Seit 2015 verzeichnet die Schweiz eine schwächere Zuwanderung. Gleichzeitig blieb die Bautätigkeit im Mietwohnungssegment sehr rege. Die Folge: steigende Leerwohnungsbestände bei Mietwohnungen. Jüngst hat die Zuwanderung zwar wieder etwas zugenommen, und gleichzeitig wurden weniger neue Baugesuche genehmigt.

Angesichts der zahlreichen Baugesuche, die bereits eingereicht sind, der vollen Projektpipeline und des anhaltenden Negativzinsumfeldes wird sich jedoch die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage in naher Zukunft kaum schliessen.

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Bautätigkeit und Nettozuwanderung aus dem Ausland

Quelle: Staatssekretariat für Migration, Baublatt, Credit Suisse

Letzter Datenpunkt: 8.2019

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