Anlegen im Mai: Renditeaussichten für Aktien vergleichsweise gut
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Anlegen im Mai: unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte sowie die Implikationen für Anleger. Trotz steigender Euphorie an den internationalen Finanzmärkten erwartet die Credit Suisse keine einschneidenden Veränderungen. Aus diesem Grund hält sie ihre Aktienallokationen vorerst auf strategischem Niveau.

Neutrale Aktienallokation trotz Zeichen von Euphorie

Die Aktienmärkte, vor allem in den USA, zeigen in letzter Zeit Anzeichen von Überbewertung und Euphorie. Da es an attraktiven Anlagealternativen mangelt, sollten eventuelle Marktkorrekturen jedoch nur von kurzer Dauer sein. Die Experten der Credit Suisse empfehlen daher keine Untergewichtung der Anlageklasse, sondern halten die Aktienallokation vorerst auf dem strategischen Niveau. Bei Fixed-Income-Wertpapieren sehen die Experten ausserhalb von Schwellenländeranleihen in Hartwährung wenig Renditepotenzial. Der Zinsanstieg scheint zwar zu pausieren, die Credit Suisse erwartet aber eine weitere Aufwärtsbewegung in den kommenden Monaten, was vor allem Staatsanleihen schaden dürfte.

Konjunktur: Schweizer BIP erreicht Vorkrisenniveau

Die Regierung von Joe Biden entgegnet der Corona-Krise unter anderem mit einem Fiskalimpuls. Als Teil dessen erhalten die US-Haushalte Schecks im Wert von je 1’400 US-Dollar. Mit 1,9 Billionen US-Dollar ist das März-April-Paket mit Abstand der grösste Stimulus, der je verabschiedet worden ist. Da die US-Haushalte für 25 Prozent der globalen Nachfrage nach Gütern verantwortlich sind und sich Liefer- und Wertschöpfungsketten durch verschiedene Länder ziehen, wird sich der Stimulus der US-Regierung indirekt auch positiv auf die restliche Welt auswirken.

Die Wertschöpfung der Schweizer Wirtschaft hat Anfang April wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Sowohl der Einbruch der ersten Pandemiewelle als auch die Delle der zweiten Welle sind überstanden. Der zwischenzeitliche Wohlstandsverlust ist jedoch enorm. Wird das entgangene Wachstum berücksichtigt, beträgt die coronabedingte BIP-Einbusse im Jahr 2020 rund 36 Milliarden Schweizer Franken und im laufenden Jahr rund 21 Milliarden Schweizer Franken.

Finanzmärkte: Schweizer Wirtschaftsaktivität erreicht Vorkrisenniveau

Schweizer Wirtschaftsaktivität ist auf Vorkrisenniveau

Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Letzter Datenpunkt: Woche 14 2021 (5. bis 11. April 2021)

Zinsen: Hartwährungsanleihen in Schwellenländern bevorzugt

Der Anstieg der Zinsen von länger laufenden Staatsanleihen hat in den USA für den Moment ein Ende gefunden. In anderen Regionen wie der Eurozone sind jedoch weiter steigende Zinsen und damit Rückschläge bei Staatsanleihen zu erwarten. Das Renditepotenzial von Unternehmensanleihen ist begrenzt, da deren Zinsvorteil jüngst stark geschrumpft ist. Für Schwellenländeranleihen in Hartwährung dürfen Anleger weiterhin attraktiven Renditechancen sowohl bei Staats- als auch bei Unternehmensanleihen entgegensehen.

Finanzmärkte: Zinsanstieg von Staatsanleihen in den USA pausiert

Zinsen pausieren nach markantem Anstieg

Quelle: Bloomberg
Letzter Datenpunkt: 21. April 2021

Währungen: moderates Aufwärtspotenzial bei Euro / Schweizer Franken

Im ersten Quartal hat der Schweizer Franken gegenüber dem Euro abgewertet – «sichere Häfen» sind derzeit deutlich weniger gesucht als im Krisenjahr 2020. Der Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB), am Devisenmarkt zu intervenieren, hat entsprechend abgenommen. Sobald die Wirtschaftserholung auch in Europa nachhaltiger wird, sollte der Euro sogar tendenziell noch etwas mehr an Wert zulegen können. Das Aufwertungspotenzial gegenüber dem Schweizer Franken dürfte jedoch eher beschränkt ausfallen.

Finanzmärkte: Euro gewinnt an Wert

Euro sollte zum Schweizer Franken bis auf 1.12 aufwerten

Quellen: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 19. April 2021
 

Aktien: Anlageklasse bleibt mittelfristig attraktiv

Die deutlich besseren Aussichten für das Wachstum der Wirtschaft und der Gewinne sowie die anhaltend lockere Geldpolitik stützt die Aktien. Hingegen sind gewisse Bewertungsmasse nun in den teuren Bereich vorgerückt. Zudem deuten die stark gesteigerte Anlegerzuversicht und andere kurzfristige taktische Indikatoren auf ein erhöhtes Rückschlagrisiko hin. Die mittel- und längerfristigen Renditeaussichten sind aber für Aktien immer noch klar besser als für die meisten Fixed-Income-Anlagen.

Anlegen: Hohe Anlegerzuversicht deutet auf ein Rückschlagrisiko hin.

Anlegerstimmung ist gefährlich gut

Quellen: IDC, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 19. April 2021
 

Rohstoffe: Diversifizierung und Inflationsschutz

Der Anstieg der Rohstoffpreise hat jüngst eine Pause eingelegt, die Preise bleiben aber dank der anziehenden globalen Industrieproduktion gut unterstützt. Zudem bieten Rohstoffe einen gewissen Inflationsschutz und helfen bei der Diversifikation von Portfolios. Obwohl die Preise sich schon beträchtlich erholt haben, ist das Renditepotenzial weiterhin als positiv zu erachten. Der Goldpreis ist aufgrund der leicht gefallenen US-Zinsen jüngst wieder etwas angestiegen. Zinsrisiken bestehen mittelfristig aber weiterhin, was für Teilabsicherungen von Goldpositionen spricht.

Anlegen: Rohstoffpreise bleiben auf gleichem Niveau.

Anstieg der Rohstoffpreise pausierte jüngst

Preisentwicklung seit 1. Januar 2000

Quellen: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 16. April 2021
 

Immobilien: Wohneigentum rückt ausser Reichweite.

Die Preisanstiege der letzten Jahre rücken Wohneigentum für immer mehr Haushalte ausser Reichweite. Die grosse Herausforderung ist die kalkulatorische Tragbarkeit, die den regulatorischen Anforderungen genügen muss. Hinsichtlich der Finanzierung von Wohneigentum wird dabei mit einem langfristig nachhaltigen Zinssatz von 5 Prozent und nicht mit den derzeit sehr tiefen Marktzinssätzen gerechnet. In zentrumsnahen Regionen ist dadurch Wohneigentum nur noch für eine Minderheit der Haushalte finanzierbar.

Finanzmärkte: Zentrumnahes Wohnen für die Mehrheit finanziell nicht mehr tragbar.

Zentrumsnah gibt es kaum tragbare Eigentumsobjekte

Anteil tragbarer inserierter Objekte (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen) mit vier und mehr Zimmern für Haushalte mit mittlerem Einkommen

Quellen: Meta-Sys, Geostat, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 4. Quartal 2020
 

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