Anlegen im März: Die Gewinne pro Aktie überzeugen
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Anlegen im März: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Die Wirtschaftserholung dürfte weiter voranschreiten und die Inflation kurzzeitig verstärken. Dank dem sich verbessernden wirtschaftlichen Umfeld liegen die Gewinne pro Aktie wieder über dem Vorkrisenniveau.

Wirtschaftserholung kann zu steigenden Zinsen führen

Die wirtschaftliche Erholung dürfte sich trotz allen kurzfristigen Risiken im Jahresverlauf beschleunigt fortsetzen. Wir behalten daher unsere zyklische Ausrichtung mittels eines Schwellenländeraktien- und Rohstoffübergewichts bei und favorisieren zudem deutsche und britische Aktien. Die Erholung dürfte aber auch zu steigenden Zinsen führen und somit die Anleihenkurse drücken. Daher reduzieren wir unser Engagement in Investment-Grade- und Schwellenländeranleihen in Hartwährung. Denn deren Zinsvorteil ist geringer geworden und kann die Kursverluste nur teilweise kompensieren.

Konjunktur: Inflation überschiesst vorübergehend

Vor dem Hintergrund des massiven Fiskalstimulus der Regierung Biden bei gleichzeitig unverändert expansiver Geldpolitik sind die Inflationserwartungen in den USA jüngst angestiegen. Die Inflationsraten dürften in den kommenden Monaten tatsächlich markant steigen. Dieser Anstieg ist aber wohl nur vorübergehend und hauptsächlich den im Vergleich zum ersten Lockdown viel höheren Erdölpreisen geschuldet. Solange die Arbeitslosigkeit und die Verunsicherung weltweit derart hoch sind, dürfte sich die Inflationsgefahr in Grenzen halten.

In der Schweiz sollte das Preisniveau ab April nicht mehr weiter sinken. Einerseits werden dann die Energiepreise wohl deutlich über ihren Ständen von 2020 notieren. Andererseits sollten sich mit der Öffnung der Wirtschaft auch gewisse COVID-19-bedingte Preistrends wieder normalisieren. Der Inflationsdruck bleibt aber weiterhin sehr verhalten. Nach dem Rückgang der Konsumentenpreise von 0.7 Prozent im Jahr 2020 prognostizieren wir für 2021 eine Teuerung von 0.3 Prozent.

Finanzmärkte: US-Inflationserwartungen steigen

Die Inflationserwartungen in den USA sind gestiegen

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 17. Februar 2021

Zinsen: Keine Leitzinsänderungen zu erwarten

Es ist davon auszugehen, dass die Zentralbanken weltweit nicht auf den kurzfristigen Anstieg der Inflation reagieren werden. In der Eurozone dürfte die Teuerungsrate ohnehin unterhalb des Inflationsziels von 2 Prozent bleiben. Die US-Notenbank (Fed) hat zudem bereits angekündigt, ein zwischenzeitliches Überschiessen über diesen Zielwert zu tolerieren. Die Leitzinsen werden demnach global noch länger nahe oder sogar unter null bleiben – auch in der Schweiz. Im Zuge der Wachstumserholung können die langfristigen Zinsen aber trotzdem weiter steigen.

Zinsen: Zentralbanken ändern Leitzins nicht

Die Teuerung liegt unter dem Ziel der Zentralbanken

Quelle: Thomson Reuters Datastream
Letzter Datenpunkt: Januar 2021

Währungen: Der Euro zeigt Aufwertungspotenzial

Der Schweizer Franken dürfte dieses Jahr weniger als «sicherer Hafen» gesucht werden als im Krisenjahr 2020. Sobald die erwartete Wirtschaftserholung einsetzt, dürfte der Euro tendenziell wieder etwas aufwerten. Da die Zinsen in der Schweiz nur wenig tiefer sind als in anderen Industrieländern, ist der Abwertungsspielraum des Schweizer Frankens eingeschränkt. Bei allfälligem kurzfristigem Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) wohl auch weiterhin am Devisenmarkt intervenieren. Dies, obwohl die US-Regierung die Schweiz als «Währungsmanipulatorin» bezeichnet.

Anlegen: Euro dürfte wieder aufwerten

Seitwärtsbewegung des EUR/CHF-Wechselkurses zu beobachten

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 15.02.2021

Aktien: Unternehmenszahlen stützen Aktienkurse

Das sich langsam verbessernde wirtschaftliche Umfeld ist auch in den Unternehmensergebnissen zum 4. Quartal 2020 bestätigt worden. Die meisten Firmen haben die Prognosen gar übertroffen und die Gewinne pro Aktie liegen insgesamt über dem Niveau vom 4. Quartal 2019. In diesem Umfeld bieten gerade diejenigen Sektoren Potenzial, die dem Gesamtmarkt etwas hinterherhinken. Hierzu zählen zum einen Finanzwerte, aber auch Aktien aus Grossbritannien und Deutschland.

Aktien aus Grossbritannien und Deutschland bieten Potenzial

Gewinne pro Aktie liegen über dem Vorkrisenniveau

Quelle: FactSet Estimates, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 9. Februar 2021

Rohstoffe: Die Preise verzeichnen einen Anstieg

Die Rohstoffpreise haben unter anderem aufgrund aufkeimender Inflationssorgen stark zugelegt. Der anhaltende Konjunkturoptimismus beflügelt vor allem zyklische Rohstoffe wie Erdöl, während die Produktion bei Öl und Industriemetallen der Nachfrage hinterherhinkt und die Lagerbestände fallen. Der Höhenflug von defensiveren Rohstoffen wie Gold hat sich dafür etwas verlangsamt, weil sich die US-Anleihenzinsen nach oben bewegten. In Zukunft dürften auch etwas höhere Zinsen dem Preisauftrieb von Gold Grenzen setzen.

Anlegen: Die Rohstoffpreise nehmen stark zu

Die Preise von zyklischen Rohstoffen steigen stark

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 12. Februar 2021

Immobilien: Unerwartet starke Preisdynamik beim Wohneigentum

Die kräftige Nachfrage bei gleichzeitig sinkendem Angebot hat die Preise von Schweizer Wohneigentum stark angehoben. Innert Jahresfrist stiegen die Preise von Eigentumswohnungen (EWG) um 5.1 Prozent und jene von Einfamilienhäusern (EFH) um 5.5 Prozent. Aufgrund des fortbestehenden Nachfrageüberhangs muss weiterhin mit steigenden Preisen gerechnet werden. Es wird jedoch mit einer Abflachung des Preisauftriebs gerechnet, da dieser durch die strikten Finanzierungsanforderungen begrenzt wird (Prognosen 2021: EWG +3 Prozent, EFH +4 Prozent).

Finanzmärkte: Starke Nachfrage hebt Preise vom Wohneigentum an

Preis von Wohneigentum wächst überdurchschnittlich

Quelle: Wüest Partner
Letzter Datenpunkt: 4.Q 2020

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