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Anlegen im März: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Globale Aktien werden auf Neutral reduziert.

Neutrale Sicht auf globale Aktien

Da die starke Rally der letzten Wochen die Bewertungen in die Höhe getrieben hat, haben wir unsere Sicht auf Aktien auf Neutral reduziert. Die Immobilien wurden auf Neutral geändert, da die Renditen im Vergleich zu den Obligationen attraktiver geworden sind. Auch den traditionell defensiven Basiskonsumgütersektor schätzen wir neu mit Neutral ein, wohingegen wir aufgrund verschärfter Kreditbedingungen sowie anhaltender politischer Risiken den Finanzsektor auf Neutral reduziert haben.

Durch jüngst gestiegene Regulierungsrisiken haben wir den Kommunikationssektor auf Underperform geändert. Auf Anlageklassenebene sind unsere taktischen nun mit den strategischen Gewichtungen identisch, während wir innerhalb des Aktien- als auch des Obligationenbereichs unsere Schwellenmarktpräferenz beibehalten.

Konjunktur: Schweizer Exportwirtschaft schwächt ab

Das Wachstum der globalen Industrieproduktion dürfte dieses Jahr erstmals seit 2016 tiefer sein als im langfristigen Durchschnitt. Insbesondere in Asien hat die Aktivität nachgelassen, da der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China das Geschäftsklima beeinträchtigt und zu einem starken Lagerabbau geführt hat. Das Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts wird als Folge dieses Jahr tiefer ausfallen als im Vorjahr (2,9 Prozent nach 3,2 Prozent).

Die Schweizer Exportwirtschaft kann sich der globalen Wachstumsverlangsamung nicht entziehen. Das Exportbarometer der Credit Suisse, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten misst, deutet mit 0,9 Punkten zwar weiterhin auf ein solides Exportwachstum hin. Der Barometerwert wird aber mittlerweile bloss noch von den USA getragen. Europa ist demgegenüber hauptverantwortlich für den Rückgang des Barometers seit Anfang letzten Jahres, und die negative Stimmung in China zieht das Exportbarometer ebenfalls nach unten.

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Nur noch die USA tragen das Exportbarometer

Quelle PMIPremium, EZV, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt Januar 2019

Obligationen: Leitzinserhöhung in der Schweiz erst 2020

Das schwächere Wirtschaftswachstum weltweit und die abwartende Haltung der anderen Zentralbanken, darunter die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank, sind für die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Hauptgründe, sich ebenfalls vorsichtig, sprich abwartend, zu verhalten.

Zudem ist die Inflationsgefahr vorerst klar beschränkt. Mittlerweile gehen wir davon aus, dass die SNB den Leitzins 2019 unverändert auf –0,75 Prozent belassen wird, und rechnen erst im Juni 2020 mit einer ersten Zinserhöhung.

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Prognose für den Leitzins der SNB

Quelle Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt 19.02.2019

Währungen: Euro und Schweizer Franken weiterhin mit neutralem Ausblick

Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten werden wohl kurzfristig weiterhin den Euro belasten, respektive den Schweizer Franken stützen. Das klare Signal der Schweizer Nationalbank, dass sie ihre Geldpolitik vorerst nicht zu straffen gedenkt, wirkt aber einer Aufwertung des Schweizer Frankens entgegen.

Wir erwarten deshalb über die nächsten Monate bei Euro und Schweizer Franken eine Seitwärtsbewegung. Eine Aufwertung des Euro zum Schweizer Franken dürfte erst dann erfolgen, wenn eine Erholung in den Wirtschaftsdaten der Eurozone sichtbar wird und sich erste Zinsschritte der Europäischen Zentralbank abzeichnen.

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Euro und Schweizer Franken bleiben abhängig von der Wirtschaftsentwicklung

Quelle Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt 18.02.2019

Aktien: Die Luft wird auch am Schweizer Markt dünner

Der Schweizer Aktienmarkt konnte seinen Schwung ebenfalls mitnehmen. Dennoch wird die Luft auch hier dünner. Risiken sehen wir insbesondere bei den politischen Unsicherheiten weltweit sowie dem weniger dynamischen Weltwirtschaftswachstum, da die Schweizer Unternehmen in der Regel stark auslandsorientiert sind.

In diesem fragilen Marktumfeld können Optionsstrategien eine interessante Portfolioergänzung sein, um die Marktabhängigkeit zu reduzieren aber gleichzeitig Erträge zu generieren.

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Aktien an den Finanzmärkten erholen sich

Quelle Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt 18.02.2019

Rohstoffe: Öl zurück auf Neutral

Rohstoffe und vor allem der Ölpreis haben seit Anfang Jahr markant zugelegt. Dazu beigetragen haben Produktionskürzungen und ein Lagerabbau. Dieser markante Anstieg dürfte nun vorläufig beendet sein, was für stabilere Ölpreise spricht, sofern nicht unerwartet heftige geopolitische Spannungen auftreten, wie beispielsweise in Nahost und Venezuela.

Auch für Rohstoffpreise insgesamt erwarten wir wegen der Verlangsamung der globalen Industrieproduktion einen Seitwärtstrend. Gold dürfte im aktuellen Umfeld, das von makroökonomischen Unsicherheiten und tiefen Zinsen gezeichnet ist, gut unterstützt bleiben.

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Öllager und -preise sollten sich stabilisieren

Quelle EIA, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt 12.02.2019

Immobilien: Rückschlag teilweise wettgemacht

Im schwierigen Börsenjahr 2018 haben auch indirekte Immobilienanlagen Wertkorrekturen erfahren. Insbesondere bei den Immobilienfonds präsentierte sich das Preis-Risiko-Verhältnis in der Folge wieder recht attraktiv, was zu Jahresbeginn von Anlegern als Kaufgelegenheit genutzt wurde.

Gleichzeitig erhalten Immobilienanlagen weiterhin starken Rückenwind von der Zinsfront. Die Renditeprämie von Immobilienfonds gegenüber 10-jährigen Eidgenossen liegt erstmals seit fast zwei Jahren über der Schwelle von 300 Basispunkten.

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Indirekte Anlagen in Immobilien haben sich jüngst erholt

Quelle Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt 13.02.2019