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Anlegen im März: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Robustes Wirtschafts- und Gewinnwachstum sollten die Aktien stützen, auch wenn die Zinsen graduell weiter steigen. Neu sind wir bei Schwellenländeraktien übergewichtet.

Die jüngste Aktienmarktkorrektur stellt wegen des soliden Wachstums der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne unserer Meinung nach keinen Beginn eines Bärenmarktes dar, weshalb wir weiterhin Aktien übergewichten. Neben Aktien aus Japan und der Eurozone erachten wir nun auch Schwellenländeraktien als besonders attraktiv; bei US- und kanadischen Aktien sind wir untergewichtet. Innerhalb der Sektoren bevorzugen wir Energie-, Industrie-, Finanz- und Telekomaktien.

Wir bewerten Anleihen insgesamt neutral, schätzen jedoch Investment-Grade-Unternehmensanleihen, Anleihen von Finanzinstituten, Schwellenländeranleihen in Lokalwährung, Wandelanleihen und inflationsgeschützte Anleihen positiv ein. Im Bereich der alternativen Investments fokussieren wir uns inzwischen auf globale Immobilien, während wir Schweizer Immobilien untergewichten.

Weltwirtschaft ist breit abgestützt

Die Konjunktur in der Eurozone ist ungebrochen dynamisch. Die Beschäftigung steigt in den meisten Ländern stetig an und stützt damit die Nachhaltigkeit des wirtschaftlichen Aufschwungs. In Japan und den USA herrscht schon faktisch Vollbeschäftigung. Die Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen der US-Regierung werden die Nachfrage eher zu stark stimulieren.

In China hat sich das Wachstum auf einem Niveau von über 6% eingependelt. Spiegelbild des robusten globalen Aufschwungs ist ein graduelles Anziehen der Inflation, die aber noch keineswegs besorgniserregend ist.

Schweizer Wirtschaft befindet sich in guter Verfassung

Die Konsumentenstimmung ist überdurchschnittlich gut, die Tourismuszahlen steigen und die Detailhandelsumsätze haben sich stabilisiert. Gleichzeitig ist die Auslastung in der Industrie hoch, und der Einkaufsmanagerindex (PMI), ein Vorlaufindikator der Industriekonjunktur, notiert beinahe auf Rekordhoch.

Angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung in den Abnehmerländern und dem etwas schwächeren Schweizer Franken dürfte die Erholung andauern. Die höheren Auslanderträge wirken sich besonders positiv auf die Margen aus, was wiederum eine Zunahme der Investitionstätigkeit erwarten lässt.

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Schweizer Indikatoren liegen im grünen Bereich

Quelle: Datastream, gfK, Credit Suisse

Zinsen: Vorerst noch keine Zinserhöhungen in Kontinentaleuropa

Während die US-Notenbank, die Bank of England und die kanadische Zentralbank 2018 mehrmals an der Zinsschraube drehen dürften, sind Zinserhöhungen in der Eurozone erst 2019 zu erwarten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat aber zumindest ihre Anleihenkäufe reduziert und wird wohl das Kaufprogramm im September 2018 beenden.

Die Schweizerische Nationalbank wiederum dürfte ihren Leitzins wohl nicht vor der EZB anheben, ausser der Franken handelt deutlich über EUR/CHF 1.20 und die Inflation zieht spürbar an.

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Graduelle Zinswende im Gang

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Währungen: Politische Unsicherheit stützt den Schweizer Franken vorübergehend

EUR/CHF ist im Umfeld der Aktienmarktkorrektur unter die wichtigen technischen Marken rund um CHF 1.16 gesunken. Politische Unsicherheiten in Bezug auf die italienischen Wahlen Anfang März dürften den Schweizer Franken vorerst ebenfalls stützen.

Mittelfristig sollten die gute Wirtschaftsdynamik in der Eurozone und Anpassungen in der Geldpolitik der EZB jedoch dafür sorgen, dass das Währungspaar wieder Richtung 1.18 steuert. Da die Schweizer Exportwirtschaft aber mit dem aktuellen Frankenkurs gut zurechtzukommen scheint, ist eine stärker ausgeprägte Franken-Abwertung eher unwahrscheinlich.

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Euro zum Schweizer Franken nach Korrektur wieder günstiger bewertet

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Aktien Global: Gewinnwachstum stützt positiven Aktienausblick

Sorgen über steigende Inflation und einen restriktiveren Kurs der Zentralbanken führten Anfang Februar zum stärksten Aktienkursrückgang seit dem Brexit-Entscheid. Wir gehen zwar davon aus, dass die geldpolitische Normalisierung weiterhin für volatile Märkte sorgen wird. Das Gewinnwachstum bleibt jedoch solide, was auch aus der Berichtssaison für das 4. Quartal 2017 klar hervorging.

Wir behalten daher unseren positiven Ausblick und diversifizieren unsere Strategie in Segmente mit guten Fundamentaldaten wie Schwellenländer und Finanzwerte, von denen wir neu eine Outperformance erwarten.

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Erste grössere Aktienkorrektur seit Monaten

Quellen: Datastream, Credit Suisse

Rohstoffe: Saisonale Pause beeinflusste Energiepreise

Nach einem guten Jahresbeginn kamen die Rohstoffpreise Anfang Februar unter Druck. Die Energiepreise gaben am meisten nach. Dazu beigetragen haben die wegen der bevorstehenden Raffineriewartungen saisonal schwächere Nachfrage und die überzogene Positionierung.

Gold war ebenfalls nicht ganz immun, litt aber weniger als andere Rohstoffe. Steigende Realzinsen stellen aber weiterhin eine Gefahr für Gold dar, ein schwächerer US-Dollar stützt hingegen etwas. Industriemetalle zeigen sich derzeit verhalten. Die anziehende Bautätigkeit Chinas im Frühling sollte jedoch neue Impulse auslösen.

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US-Ölvorräte steigen wieder saisonbedingt

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Immobilien: Fokus weiterhin auf Bau von Mietwohnungen

Auch 2017 war die Anzahl baubewilligter Einfamilienhäuser (-4%) und Eigentumswohnungen (-9%) rückläufig. Aufgrund des noch immer tiefen Zinsniveaus und des sinkenden Angebots erwarten wir für 2018 ein moderates Preiswachstum von rund 2% bis 2.5%.

Einen leichten Rückgang der Baubewilligungen (-5%) verzeichnen auch die Mietwohnungen. Das Angebot übertrifft hier die Nachfrage jedoch weiterhin deutlich. Entsprechend rechnen wir im laufenden Jahr mit rückläufigen Angebotsmieten (rund -1%) sowie einer Fortsetzung des Trends zu höheren Leerständen.

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Baubewilligungen für Mietwohnungen weiterhin sehr hoch

Quelle: Baublatt, Credit Suisse