Anlegen im März 2023: Verlustrisiko bei Aktien trotz gutem Jahresstart
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Anlegen im März 2023: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Diese haben durch fallende Energiepreise und robuste Wirtschaftszahlen einen sehr guten Jahresstart an der Börse erlebt. Dennoch ist Vorsicht angebracht: das Rezessionsrisiko bleibt erhöht und Aktien haben derzeit ein hohes Verlustrisiko.

Aktien nach gutem Jahresstart anfällig für Verluste

Dank fallenden Energiepreisen, sinkender Inflation und robusten Wirtschaftszahlen verlief der Jahresstart an den Börsen sehr gut. Doch mittlerweile dürfte zu viel Optimismus und zu wenig Vorsicht eingepreist sein. Das Rezessionsrisiko bleibt erhöht, der Weg zurück zu niedriger Inflation ist noch lang, und die Unternehmensgewinne werden in den nächsten Monaten leiden.

Die Credit Suisse bleibt daher bei Aktien unter- und bei Fixed Income übergewichtet. Angepasst wurden dagegen der Ausblick für zyklische Rohstoffe, um auf die Öffnung Chinas zu reagieren. Es ist zu erwarten, dass Öl und Industriemetalle besonders profitieren und andere Rohstoffe überflügeln.

Konjunktur: Temporärer Anstieg der Schweizer Inflation

Das globale Wirtschaftswachstum ist nach wie vor schwach, und es ist für 2023 mit einem Wachstum unter dem langfristigen Trend zu rechnen. Indessen haben gewisse Bremsfaktoren in jüngster Zeit etwas nachgelassen. Die schneller als erwartete Aufhebung der COVID-19-Beschränkungen in China sollte dem dortigen Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr Auftrieb geben. Dies dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte auch im Rest der Welt positiv auswirken. Derweil wird die Eurozone eine Rezession wohl vermeiden können, weil sich die Energiesituation etwas entspannt hat.

In der Schweiz führte die im August angekündigte Anpassung der Strompreise zu einem Anstieg der Inflation auf 3.3 Prozent im Januar. Dieser Anstieg dürfte jedoch nur vorübergehend sein, und der Abwärtstrend der Inflationsrate dürfte ab Februar wieder einsetzen. Es ist mit einer durchschnittlichen Inflation von 1.7 Prozent im Jahr 2023 zu rechnen.

Konjunktur: Anstieg der Inflation temporär

Schweizer Inflationsrate bald wieder unter 2 Prozent

Quelle: Refinitiv Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: Januar 2023

Zinsen und Obligationen: Zentralbanken erhöhen Zinsen weiter

Trotz des Rückgangs in den letzten Monaten ist die Inflation immer noch zu hoch, um den Zentralbanken eine Atempause zu verschaffen. Die Zentralbanken sehen sich gezwungen, ihre Leitzinsen weiter zu erhöhen, um die Nachfrage zu bremsen und den Aufwärtsdruck auf die Preise zu verringern. Es ist zu erwarten, dass die Zinserhöhungen in den USA und in Europa bis Juni andauern werden. Hierzulande dürfte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins von derzeit 1.00 Prozent auf 1.75 Prozent erhöhen und damit insbesondere die mit dem SARON-Satz unterlegten Hypotheken verteuern.

Zinsen und Obligationen: Positiver Ausblick für Staatsanleihen

Schweizer Leitzins dürfte wieder steigen

Quelle: Refinitiv Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: Januar 2023

Währungen: Euro-Stärke gegenüber Schweizer Franken nur vorübergehend

Zum Jahresauftakt konnte der Euro von der Wachstumsbeschleunigung im wichtigen Exportmarkt China, dem gesunkenen Risiko einer Energiemangellage in Europa und Erwartungen weiterer Zinserhöhungen seitens der Europäischen Zentralbank profitieren. Wie erwartet stellte sich die darauffolgende Euro-Stärke gegenüber dem Schweizer Franken indes als lediglich vorübergehend heraus. Auch über die kommenden Monate sprechen die tiefere Inflation und der bessere Wirtschaftsausblick in der Schweiz sowie die globale Risikostimmung für eine Franken-Aufwertung.

Währungen: Euro-Stärke nur vorübergehend

CHF-Aufwertung gegenüber dem Euro

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 13.02.2023

Aktien: Kommunikationsdienste nun bevorzugt

Nachdem Aktien aus dem Gesundheitswesen eine solide Überrendite von plus rund 8 Prozent seit Januar 2022 erzielt haben, ist nun zu erwarten, dass sich der Sektor im Einklang mit dem MSCI World entwickeln wird. Das von der Credit Suisse bevorzugte Sektor-Engagement sind inzwischen Kommunikationsdienste. Dieser Sektor zeichnet sich durch eine attraktive Bewertung sowie eine disziplinierte Kostenkontrolle und ein solides Gewinnwachstumspotenzial aus. Auch die nachlassenden Belastungen durch steigende Zinsen eröffnen eine taktische Gelegenheit.

Aktien: Kommunikationsdienste haben solides Wachstumspotenzial

Solider Ausblick für Wachstum von Kommunikationsdiensten

Quelle: Refinitiv, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 13.02.2023

Rohstoffe: Zentralbanken belasten weiterhin den Goldpreis

Der Goldpreis ist jüngst gesunken, nachdem robuste Wirtschaftsdaten und anhaltender Inflationsdruck die Anlegerinnen und Anleger dazu veranlasst haben, eine weitere Straffung der Geldpolitik zu erwarten. Schliesslich erhöhen höhere Zinsen die Attraktivität von Alternativen zum zinslosen Gold. Derweil bleiben die Energiepreise aufgrund der anhaltend milden Wintertemperaturen unter Abwärtsdruck, und das EU-Embargo für Ölprodukte hat bisher keine Störungen verursacht. Die Preise für Industriemetalle sinken zwar auch, doch dürfte die Wiedereröffnung Chinas stützend wirken.

Rohstoffe: Zentralbanken belasten weiterhin den Goldpreis

Optimismus der Goldanleger lässt nach

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 10.02.2023

Immobilien: Mieten wird deutlich teurer

Die fortschreitende Wohnungsknappheit aufgrund einer hohen Nachfrage und einer verhaltenen Bautätigkeit erhöht den Aufwärtsdruck auf die Angebotsmieten (meist Neumieten), welche im vierten Quartal 2022 um 1.6 Prozent zulegten. Mit einer Verzögerung dürften auch Mieter mit laufenden Mietverhältnissen mit steigenden Kosten konfrontiert sein. Dies aufgrund einer erstmaligen Anhebung des hypothekarischen Referenzzinssatzes von 1.25 Prozent auf 1.5 Prozent, die für September 2023 zu erwarten ist. Der Aufwärtsdruck auf die Mieten dürfte bis auf Weiteres Bestand haben.

Immobilien: Mieten wird deutlich teurer

Höchster Anstieg der Mieten seit sieben Jahren

Quelle: Wüest Partner, Bundesamt für Statistik (BFS), Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 4. Quartal 2022

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