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Anlegen im Juli: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft sowie Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Das Wirtschaftswachstum in den USA, Europa und den meisten Schwellenländern sollte im 2. Halbjahr 2018 überdurchschnittlich stark ausfallen. Zudem gehören Schweizer Aktien nun zu unseren bevorzugten Märkten.

Wir beurteilen Schweizer Aktien positiv. Regional bevorzugen wir neben Schwellenländern und Grossbritannien nun auch die Schweiz. Während wir die Sektoren Energie, Finanzen und IT positiv einschätzen, stufen wir Telekommunikation auf Neutral herab.

Eine Underperformance erwarten wir sowohl für Industrie als auch für Versorgeraktien. Im Anleihesegment beurteilen wir Schwellenländeranleihen in US-Dollar und Lokalwährung sowie Wandelanleihen positiv und bleiben vorsichtig in Bezug auf Staatsanleihen. Bei Rohstoffen bevorzugen wir Industriemetalle.

Konjunktur: Erholung kommt im Schweizer Arbeitsmarkt an

Trotz allen politischen Unsicherheiten ist das Weltwirtschaftswachstum robust. Die Haushalte in Europa und den USA konsumieren dank steigender Löhne und verbesserter Arbeitsmarktlage rege, und die Unternehmen investieren dank der soliden Nachfrage und der nach wie vor vorteilhaften Finanzierungsbedingungen verbreitet.

Die Schweizer Wirtschaft wird 2018 um 2.2 Prozent wachsen und damit deutlich stärker als in den vergangenen drei Jahren. Dabei wirkt sich insbesondere die solide Industriekonjunktur positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Im 1. Quartal war die stärkste Zunahme der Industriebeschäftigung seit zehn Jahren zu verzeichnen. Die jüngsten Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung, die wir zusammen mit procure.ch durchführen, signalisieren eine weitere Beschleunigung des Beschäftigungswachstums in den kommenden Monaten.

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Beschäftigungswachstum dürfte andauern

Quelle: Bundesamt für Statistik, Credit Suisse

Zinsen: Normalisierung der Geldpolitik schreitet voran

Die US-Notenbank (Fed) hat Mitte Juni abermals einen Zinsschritt vorgenommen, zwei weitere dürften bis Ende Jahr noch folgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Ende 2018 ihr Anleihenkaufprogramm beenden und zuvor die Käufe zwischen September und Dezember weiter zurückfahren (Tapering). Die erste Zinserhöhung folgt voraussichtlich im September 2019. Einen ersten Zinsschritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erwarten wir im März 2019 und damit etwas vor demjenigen der EZB.

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Erneute Zinserhöhung in den USA

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Währungen: Dollar-Franken-Kurs vorerst in breiter Handelsspanne gefangen

Der Schweizer Franken kann zwar durchaus noch eine Weile von seiner Rolle als sicherer Hafen in Zeiten hoher politischer Unsicherheit profitieren, doch sollte der US-Zinsvorsprung eine etwaige Franken-Stärke gegenüber dem US-Dollar beschränken. Der Dollar-Franken-Kurs dürfte entsprechend in einer breiten Handelsspanne um 0.97 bleiben.

Längerfristig geht vom steigenden US-Haushaltsdefizit Gegenwind für den US-Dollar aus, und die europäische Wirtschaftsleistung dürfte gegenüber den USA aufholen. Wir erwarten, dass sich das Verhältnis von US-Dollar zu Schweizer Franken über zwölf Monate auf 0.94 abwertet.

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Weitere Franken-Stärke durch US-Zinsvorteil begrenzt

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Aktien: Schweizer Aktienmarkt nun wieder einer unserer Favoriten

Schweizer Aktien haben dieses Jahr eine deutlich schlechtere Entwicklung verzeichnet als ihre ausländischen Pendants. Allerdings bieten sie eine hohe Dividendenrendite. Zudem wiesen Schweizer Unternehmen ein robustes Umsatzwachstum aus, unter anderem aufgrund des bedeutenden Engagements im Wachstumsmarkt Pharma und der starken globalen Ausrichtung. In Anbetracht der attraktiven Bewertungen und der positiven Gewinndynamik sind Schweizer Aktien innerhalb der Anlageklasse einer unserer bevorzugten Märkte.

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Schweizer Aktien mit attraktiven Bewertungen

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Rohstoffe: Positive Einschätzung, vor allem von Industriemetallen

Die Rohstoffpreise verzeichneten jüngst dank anziehender Industrieaktivität weitere Zugewinne. Unser Ausblick bleibt positiv, wobei wir insbesondere Industriemetalle bevorzugen, die am stärksten von der besseren Konjunktur profitieren sollten.

Im Energiesektor stehen die saisonal stärkeren Sommermonate an, doch könnte die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) ihre Fördermengen ausweiten, um eine übermässige Verknappung am Markt zu verhindern. Edelmetalle sind anfällig gegenüber steigenden US-Realzinsen.

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Hohe Industrieproduktion führt zu hohen Industriemetallpreisen

Quelle: Credit Suisse, Bloomberg

Immobilien: Aktien lassen Fonds hinter sich

Nach einer vergleichsweise enttäuschenden Entwicklung im Jahr 2017 zeigen Schweizer Immobilienaktien seit Anfang 2018 eine solide Wertentwicklung. Mit 2.0 Prozent übertrifft ihre Gesamtrendite bislang diejenige der europäischen Immobilienaktien (1.6 Prozent).

Im bisherigen Jahresverlauf nachgegeben haben hingegen die Immobilienfonds (–3.0 Prozent), deren mittleres Agio Ende Mai noch 22.3 Prozent betrug. Ausschlaggebend dürften dabei die Aussicht auf höhere Zinsen sowie der Druck auf die Mieterträge bei Mehrfamilienhäusern sein.

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Indirekte Schweizer Immobilienanlagen im Vergleich

Quelle: Datastream, Credit Suisse