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Anlegen im Juli: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. US-Aktien werden stärker gewichtet, Schwellenländeraktien hingegen auf neutral gestellt.

Defensive US-Aktien werden weiterhin bevorzugt

Wir behalten unser Übergewicht in globalen Aktien insgesamt bei. Aufgrund der Verschärfung des Handelsstreits neutralisieren wir jedoch unser bisheriges Übergewicht in Schwellenländeraktien und verstärken unser Gewicht in US-Aktien, da sich diese im gegenwärtigen Umfeld stabiler verhalten sollten und darüber hinaus eine Partizipation am globalen Wachstum des IT-Sektors ermöglichen.

Im Fixed-Income-Bereich bevorzugen wir Schwellenländeranleihen in Hartwährung sowie globale High-Yield-Anleihen. Bei den übrigen Anlageklassen halten wir uns an die langfristige strategische Gewichtung.

Konjunktur: Starker Start der Schweizer Wirtschaft – verhaltener Ausblick

Die Handelsstreitigkeiten und eine gedämpfte Nachfrage nach Investitionsgütern hinterlassen immer deutlichere Spuren in der globalen Industrieproduktion, vor allem in Deutschland und China. Die Weltwirtschaft sollte aber nicht in eine Rezession abgleiten. Die Kaufkraft der Haushalte ist dank guter Arbeitsmarktlage und tiefer Teuerung weltweit hoch, die Zentralbanken stützen die Wirtschaft, und höhere Staatsausgaben sind selbst in Europa kein Tabu mehr.

 

Der Blick zurück ist angenehm: Die Schweizer Wirtschaftsleistung lag im 1. Quartal 2019 um 1.7 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Ausblick ist allerdings trüber, insbesondere für die Exportwirtschaft. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Schweizer Industrie notiert unterhalb der Wachstumsschwelle. Komfortabler präsentiert sich die Ausgangslage für den Konsum: Die gute Arbeitsmarktlage und die Zuwanderung wirken bis auf Weiteres stützend. Entsprechend liegt auch der PMI für den mehr inlandorientierten Dienstleistungssektor nach wie vor in der Wachstumszone.

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Wachstumsaussichten sind nur für den Dienstleistungssektor positiv

Quelle: procure.ch, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: Mai 2019

Obligationen: SNB wartet mit Zinssenkungen ab

Angesichts der Erwartungen, dass sowohl die US-Notenbank (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen dieses Jahr senken werden, ist es wahrscheinlicher geworden, dass auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins senkt.

 

Spielraum dafür besteht noch, hat doch die «Flucht» ins Bargeld jüngst deutlich nachgelassen. Eine Zinssenkung würde die SNB aber wohl nur vornehmen, wenn der Aufwertungsruck auf den Schweizer Franken derart gross wäre, dass selbst allfällige Interventionen am Devisenmarkt diesen nicht mindern können.

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Weniger 1’000-Franken-Noten sind im Umlauf

Zu- bzw. Abnahme der sich im Umlauf befindlichen Banknoten, in % ggü. Vorjahr
Quelle: SNB, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: März 2019

Währungen: Unsicherheit lastet kurzfristig auf Euro und Schweizer Franken

Für das Währungspaar Euro und Schweizer Franken haben wir einen neutralen Ausblick. Die Unsicherheiten in Bezug auf Konjunktur und Geldpolitik bleiben bestehen, und eine mögliche Zinssenkung durch die EZB könnte auf dem Währungspaar lasten.

Hingegen dürfte die mittelfristig von uns erwartete Erholung der Weltkonjunktur vor allem den Euro gegenüber dem Schweizer Franken stützen. Ausserdem ist der Schweizer Franken bereits hoch bewertet, was eine weitere Aufwertung erschwert. Unsere Prognose für den Euro und Schweizer Franken Wechselkurs liegt derzeit bei 1.13 in drei Monaten und bei 1.17 in einem Jahr.

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Wirtschaftsdaten dürften das Währungspaar Euro und Schweizer Franken unterstützen

Quelle: Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 17.06.2019

Aktien bleiben weltweit attraktiv

Der sich verschärfende Handelskonflikt zwischen den USA und China führte im Mai zu vorübergehend deutlichen Kursrückgängen bei Aktien. Unterstützt durch die Bereitschaft der Zentralbanken, die Weltwirtschaft zu unterstützen, schöpften die Anleger in der ersten Junihälfte aber wieder Hoffnung.

In einem Umfeld politischer Spannungen und einer schwächelnden Industrie, aber gleichzeitig expansiven Zentralbanken, sehen wir Aktien weiterhin als attraktiv, reduzieren jedoch das Risiko in den Portfolios – insbesondere auf Sektorenebene. Wir bevorzugen weiterhin IT-Unternehmen.

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Für Aktien besteht noch Luft nach oben

Quelle: Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 17.06.2019

Rohstoffe: Öl unter Druck, Fokus auf OPEC

Rohstoffe blieben angesichts anhaltender Konjunktursorgen unter Druck. Insbesondere sind die Rohölpreise nach anfänglicher Robustheit jüngst ebenfalls stark gefallen. Der Markt fokussierte vor allem auf aufkeimende Nachfragesorgen, während Unterbrechungsrisiken bei der Produktion und Logistik nach wie vor hoch sind.

Wir denken, dass die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) mit einer Verlängerung der Produktionskürzungen auf die jüngst gefallenen Preise reagieren wird und dass sich der Markt dadurch wieder stabilisiert. Gold erweist sich zurzeit als nützlicher Diversifikator.

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Erholung am Ölmarkt nimmt abruptes Ende

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 17.06.2019

Immobilien: Rückläufige Wohnungsproduktion stützt Preiswachstum

Die Produktion von Wohneigentum nimmt in der Schweiz kontinuierlich ab. Daran dürfte sich noch längere Zeit nichts ändern. So sind in den letzten zwölf Monaten nur noch knapp 12’500 Eigentumswohnungen bewilligt worden – 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

Ähnlich stark ist der Rückgang bei den Einfamilienhäusern (–14 Prozent). Die angebotsseitige Verknappung trägt dazu bei, dass die Wohneigentumspreise weiter steigen. Im Vorjahresvergleich war im 1. Quartal 2019 ein Preisanstieg von 3.7 Prozent bei Wohneigentum zu beobachten.

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Weniger Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sind geplant

Planung von Wohneigentum: Anzahl Wohneinheiten, gleitende 12-Monats-Summe.

Quelle: Baublatt, Credit Suisse

Letzter Datenpunkt: 03.2019

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