Anlegen im Februar: Zyklische Aktien bieten Chancen
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Anlegen im Februar: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Viele Faktoren deuten darauf hin, dass die negativen Auswirkungen der zweiten Corona-Welle auf die Wirtschaft geringer sein werden als bei der ersten. Daher belassen wir unsere Aktienallokation insgesamt unverändert, mischen aber mehr zyklische Titel bei.

Zyklische Ausrichtung verstärkt sich

An den Märkten überwiegt die Hoffnung auf ein neues Fiskalpaket in den USA gegenüber der Sorge über Virusmutationen. Auch wir erwarten, dass dies zusammen mit den Impfkampagnen die Erholung vorantreiben wird, wovon vor allem zyklische Aktien profitieren dürften. Deshalb erhöht die Credit Suisse nun zusätzlich zu deutschen und Schwellenländeraktien auch britische Titel und Finanzunternehmen auf ein Übergewicht. Ein erneuter Anstieg der Fallzahlen bleibt aber ein Risiko, sodass wir unsere Aktienallokation insgesamt unverändert lassen. Nach einer starken Performance schliessen wir zudem unsere Übergewichtung von Investment-Grade-Anleihen.

Konjunktur: Erholung in der Schweiz verzögert sich

Die zweite Pandemiewelle hält sich in den USA und in Europa hartnäckig, und ansteckendere Virusmutationen bereiten Sorge. Entsprechend halten die Regierungen an ihren Eindämmungsmassnahmen fest oder verschärfen diese. Gleichzeitig sind jedoch die wirtschaftlichen Nebenwirkungen der Massnahmen geringer, und dank den Impfungen gibt es Hoffnung auf Besserung. Wir gehen davon aus, dass sich im Jahresverlauf die Wirtschaft im Westen wieder aufraffen wird, wobei die Erholung zwischenzeitlich sogar äusserst dynamisch ausfallen sollte.

In der Schweiz hat der Bund die Massnahmen angesichts der zweiten Pandemiewelle abermals verschärft. Dennoch halten wir an unseren Prognosen fest, wonach der wirtschaftliche Schaden deutlich geringer sein wird als derjenige der ersten Welle und sich die Schweizer Wirtschaft im Verlauf dieses Jahres insgesamt erholen wird. Dank der Impfung ist ein Ende der Pandemie in Sicht, und die Wirtschaft hat gelernt, mit den Einschränkungen umzugehen. Zudem dürften Nachholkäufe die Auswirkungen von neuesten Restriktionen auf den stark betroffenen Non-Food-Detailhandel abfedern.

Finanzmärkte: Auswirkungen der ersten Welle auf Detailhandelsumsätze

Detailhandelsumsätze litten stark in der ersten Welle

Letzter Datenpunkt: November 2020
Quelle: GfK, Credit Suisse

Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Zinsen: Schweiz ist in den Augen der US-Regierung Währungsmanipulatorin

Das US-Finanzministerium bezeichnet die Schweiz neu als «Währungsmanipulatorin». Es drohen zwar kaum unmittelbare Sanktionen, umgekehrt ist es aber unwahrscheinlich, dass die USA keine Massnahmen einfordern. Der schnellste Weg, um von der Liste zu kommen, wäre eine deutliche Einschränkung der Devisenmarktinterventionen durch die Schweizerische Nationalbank (SNB). Dies sollte möglich sein, wenn die Nachfrage nach sicheren Häfen wie dem Schweizer Franken als Folge des erwarteten globalen Konjunkturaufschwungs nachlässt. Eine weitere Zinssenkung zur Schwächung des Schweizer Franken ist sehr unwahrscheinlich.

Finanzmärkte: SNB reduziert Fremdwährungskäufe

Schweizer Nationalbank hat Fremdwährungskäufe bereits reduziert

Letzter Datenpunkt: November 2020
Quelle: Refinitiv Datastream, Credit Suisse

Währungen: Euro und Schweizer Franken in enger Handelsspanne

Während der ersten Coronawelle im vergangenen März kam der Schweizer Franken gegenüber dem Euro unter Aufwertungsdruck – wie meist in Krisenzeiten. Die SNB konnte die Aufwertung jedoch durch entschiedene Devisenkäufe beschränken. Seither hat der Schweizer Franken gegenüber dem Euro wieder etwas an Boden verloren, und die Volatilität des Euro-Franken-Wechselkurses war zuletzt gering. Wir erwarten, dass sich der Euro-Franken-Kurs auch weiterhin in einer engen Handelsspanne bewegt, während der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar weiter aufwerten sollte.

Anlegen: Schweizer Franken verliert an Stärke

Schweizer Franken hat seit Mai gegenüber dem Euro an Stärke verloren

Letzter Datenpunkt 18.01.2021
Quelle Bloomberg, Credit Suisse

Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Aktien: Zyklische Wertpapiere bieten Chancen

Bei den Aktien sehen wir Potenzial in denjenigen Marktsegmenten, die im vergangenen Jahr klar zurückgeblieben sind. Dazu gehören britische Aktien sowie Finanzwerte. Beide Segmente sind attraktiv bewertet. Britische Aktien sollten dank des Brexit-Deals von der geringeren politischen Unsicherheit sowie vom Auftrieb zyklischer Rohstoffe profitieren. Finanzwerte dürften von einem besseren Wirtschaftsausblick sowie einer womöglich etwas steileren Zinskurve gestützt werden.

Anlegen: Zyklische Aktien holen auf

Value-Segmente haben Aufholpotenzial

Letzter Datenpunkt 15.01.2021
Quelle Bloomberg, Credit Suisse

Rohstoffe: Preise entwickeln sich positiv

Die Preise der meisten Rohstoffe haben jüngst vom optimistischeren Wirtschaftsausblick profitiert. Diese Preisanstiege erscheinen uns eher etwas verfrüht. Wir gehen aber davon aus, dass das Umfeld für Rohstoffe insgesamt vorteilhaft bleiben wird. Dabei dürften sich zyklischere Segmente wie Erdöl wohl leicht besser entwickeln als defensivere wie zum Beispiel Gold. Allerdings sehen wir Raum für steigende Inflationserwartungen, was insbesondere den Edelmetallen zugutekommen sollte.

Anlegen: Rohstoffpreise gehen nach oben

Erträge bei Rohstoffen sind seit dem 2. Quartal 2020 positiv

Letzter Datenpunkt: 4.Q 2020
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Immobilien: Starker Rückgang der Baugesuche bei Mietwohnungen

Das Negativzinsumfeld hat viel Kapital in den Schweizer Immobilienmarkt fliessen lassen und einen Bauboom bei Mietwohnungen ausgelöst. Das Resultat war ein Angebotsüberhang und damit steigende Leerstände ausserhalb der Zentren. Als Folge sanken die Baugesuche 2020 um 18 Prozent. In den kommenden zwei Jahren dürften daher etwas weniger Wohnungen fertiggestellt werden. Wir erwarten jedoch, dass die Leerstände auch dieses Jahr zunehmen und dass der Abwärtsdruck auf die Mieten weiterhin anhalten wird.

Finanzmärkte: Anzahl Baugesuche für Mietwohnungen nimmt ab

Höhepunkt beim Mietwohnungsbau wurde überschritten

Letzter Datenpunkt: November 2020
Quelle: Baublatt, Credit Suisse

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