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Anlegen im Februar: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Erfolgsversprechend ist eine Kombination von Aktien aus den Sektoren Energie, Finanzen und IT sowie dem Gesundheitssektor.

Optimistische Prognose für globale Aktien

Für 2019 ist von einer Abkühlung der globalen Konjunktur auszugehen. Rezessionsängste, die zu einem grossen Teil hinter den Marktkorrekturen im Dezember stehen, dürften jedoch unbegründet sein. Vor diesem Hintergrund behalten wir unsere positive Sicht auf globale Aktien, die wir weiterhin übergewichten.

Darüber hinaus neutralisieren wir unsere Sicht auf die globalen Anleihenmärkte, bei denen wir unverändert eine Präferenz für Schwellenländer haben. Unsere Erwartungen bezüglich der Preisentwicklung von Rohstoffen sind wegen der sich verlangsamenden Dynamik in der Industrieproduktion eher verhalten. Aufgrund voraussichtlicher Angebotsverknappungen ist jedoch – zumindest kurzfristig – ein Anstieg der Rohölpreise wahrscheinlich.

Konjunktur: Schweizer Exporte verlieren an Schwung

Das Weltwirtschaftswachstum hat sich jüngst verlangsamt, dennoch gehen wir nicht von einer Rezession aus. Dies, weil die Zentralbanken mit weiterhin tiefen Zinsen Konsum und Investitionen stützen, während insbesondere China, aber auch einige europäische Länder die Ausgaben erhöhen oder Steuern senken.

Die Schweiz verdient mehr als jeden zweiten Franken im Ausland. Dementsprechend kann auch sie sich der globalen Wachstumsverlangsamung nicht entziehen. Das Exportbarometer der Credit Suisse, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, ist jüngst deutlich gefallen: Das Barometer notiert mit einem Wert von 1 genau auf dem langjährigen Durchschnitt. Exporte, aber auch die Investitionen, dürften demnach weniger dynamisch zunehmen als im vergangenen Jahr.

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Exportbarometer hat deutlich nachgegeben

Quelle: PMIPremium, EZV, Credit Suisse

Langfristige Zinsen sind stark gesunken

In der Schweiz und den meisten Ländern Europas sind die Zinsen von Staatsanleihen und anderen Obligationen in den vergangenen zwei Monaten wieder gesunken. Die Preise von festverzinslichen Papieren mit langen Laufzeiten sind deshalb wieder auf unattraktiv hohe Niveaus gestiegen.

Wenn Rezessionsängste abnehmen, und damit auch die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen durch die Notenbanken erneut zunehmen, ist mit Rückschlägen bei diesen Anlagen zu rechnen. Schwellenländeranleihen bieten dagegen weiterhin interessante Zusatzrenditen.

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Zinsen von Staatsanleihen sind wieder im negativen Bereich

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Währungen: Euro sollte gegenüber dem Schweizer Franken zulegen

Der Schweizer Franken hat sich jüngst trotz vieler wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten wie dem Brexit, der Situation in Italien und Frankreich sowie dem US-Shutdown nicht weiter aufgewertet. Zudem ist er gegenüber dem Euro immer noch überbewertet.

Sofern es bei den politischen Risiken zu einer gewissen Entspannung kommt und sofern das Szenario einer globalen und europäischen Wachstumsstabilisierung eintritt, sollte der Euro wieder an Stärke gewinnen. Unsere Prognose für den Euro-Franken-Kurs liegt auf drei Monate bei 1.14.

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Bessere Wirtschaftsdaten würden dem Euro Auftrieb geben

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Aktien: Dividendenstarke Schweizer Small und Mid Caps bieten Chancen

Die Schweizer Schwergewichte sind während der Korrekturphase ihrem defensiven Charakter einmal mehr gerecht geworden. Gleichzeitig haben aber vor allem die Aktien von mittelgrossen Unternehmen teilweise deutliche Preiskorrekturen erfahren.

Diese Unternehmen sind jedoch oft sehr gut aufgestellt und haben in der Vergangenheit gelernt, rasch und agil auf Herausforderungen zu reagieren. So bieten sich nach den jüngsten Kursrücksetzern gerade bei dividendenstarken Small- und Mid-Cap-Unternehmen selektiv gute Einstiegsgelegenheiten.

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Dividendenstarke Small- und Mid-Cap-Unternehmen als Anlagealternative

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Rohstoffe: Ausblick bleibt schwierig

Während Edelmetalle eine Outperformance erzielten, erlitten zyklische Rohstoffe Ende 2018 einen markanten Einbruch. Zwar schien der Druck jüngst nachzulassen, aber die Wachstumssorgen haben sich noch nicht verflüchtigt. Auch die erwartete Wachstumsstabilisierung wird die Preise wohl nur wenig stützen, weshalb wir unsere Einschätzung von Rohstoffen auf Neutral herabgestuft haben. Für die Ölpreise bleiben wir jedoch positiv gestimmt; die Korrektur zum Jahresende scheint übertrieben, und die von der OPEC angekündigte Produktionsdrosselung sollte die Preise stützen.

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Schwache Industrieproduktion belastet Rohstoffpreise

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Immobilien: Hypothekenzinsen bleiben 2019 tief

Der Libor-Zinssatz wird selbst nach einer allfälligen Zinserhöhung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) bis auf weiteres im negativen Bereich bleiben. Entsprechend werden die Zinssätze von Libor-Hypotheken auf ihren Tiefstständen verharren. Dagegen könnten bis Ende Jahr die Zinssätze der Fix-Hypotheken mit mittleren und langen Laufzeiten um 30 bis 50 Basispunkte ansteigen. Die Zinsschwankungen dürften aber gross bleiben, weshalb sich durchaus auch weiterhin gute Einstiegszeitpunkte finden lassen sollten.

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Hypothekenzinsen verharren auf niedrigem Stand

Quelle: Credit Suisse