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Anlegen im Februar: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Starkes Wachstum dürfte den Aktienmärkten in den kommenden Monaten noch Unterstützung bieten, nicht zuletzt weil die Zinsen vorerst nur leicht steigen.

Aufgrund des starken globalen Wirtschaftswachstums empfehlen wir weiterhin eine Übergewichtung von Aktien, insbesondere jenen aus der Eurozone und aus Japan. Wir neutralisieren unsere Übergewichte in der Schweiz und in Australien sowie unser Untergewicht in Grossbritannien. Bei den Sektoren neutralisieren wir unsere negative Einschätzung von Nicht-Basiskonsumgüter-Aktien und bevorzugen weiterhin Industrie-, Gesundheits-, Telekommunikations- und Energieaktien.

Anleihen beurteilen wir insgesamt neutral mit einer Empfehlung für Investment-Grade-Unternehmensanleihen, Anleihen von Finanzinstituten, Schwellenländeranleihen in Lokalwährung und nun auch Wandelanleihen und inflationsgeschützte Anleihen. Bei den alternativen Anlagen haben wir Hedge-Fonds auf Neutral herabgestuft und fokussieren uns auf (Schweizer) Immobilien.

Konjunktur: Robuste Weltwirtschaft zum Jahresstart

Zu Beginn des neuen Jahres präsentiert sich die globale Konjunktur in bester Verfassung. Die jüngsten Unternehmensumfragen zeigen einen weiteren Anstieg der Wirtschaftsaktivität an, der vermehrt von Unternehmensinvestitionen getragen wird. Die gute Arbeitsmarktlage in vielen Ländern stützt zudem den Privatkonsum. Gleichzeitig bleibt die Kerninflation vergleichsweise niedrig und sollte im Jahresverlauf nur leicht nach oben tendieren.

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Weiterhin starkes Wachstum erwartet

Quelle: Credit Suisse

Zinsen: Neue Runde auf dem Weg zur Normalisierung

Die US-Notenbank (Fed) und die Zentralbanken von Kanada und Grossbritannien dürften dieses Jahr die Zinsen anheben. Noch keine Zinserhöhungen sind von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zu erwarten.

Die EZB reduziert aber den Umfang ihrer Anleihenkäufe, und die SNB hat ihre Devisenmarktinterventionen eingestellt. Beide «testen» zudem die Märkte, indem sie Andeutungen hinsichtlich einer rascheren geldpolitischen Straffung aussenden. Überraschungen sind entsprechend durchaus möglich.

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Zentralbanken haben begonnen, Zinsen zu erhöhen

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Währungen Schweiz: Vorübergehende Pause beim Anstieg von EUR/CHF

Nach dem jüngsten Anstieg von EUR/CHF auf unsere 3-Monats-Prognose von 1.18 könnte sich der Rückenwind in der kürzeren Frist etwas abschwächen. Der Euro erscheint gemäss unserem erweiterten Kaufkraftparitätsmodell nun etwa neutral bewertet.

Ausserdem dürfte sich die Risikobereitschaft im Vorfeld der italienischen Parlamentswahl, die im März ansteht, abschwächen. Die Wirtschaftsdynamik im Euroraum bleibt jedoch stark, und die EZB könnte ihre Gelpolitik früher als derzeit erwartet anpassen. Wir würden eine allfällige Euro-Schwäche daher eher als Kaufgelegenheit werten.

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EUR/CHF nicht mehr klar überbewertet

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Aktien Schweiz: Weiteres Aufwärtspotenzial, aber keine Outperformance

Der SMI hat zu Beginn dieses Jahres den Höchstwert aus dem Jahr 2007 überschritten und damit ein neues Allzeithoch erreicht. Im aktuellen Aktienumfeld sehen wir auch für Schweizer Aktien weiteres Aufwärtspotenzial. Besonders die zyklischen Sektoren sollten dabei vom Aufschwung in der Schweiz, der Eurozone und den Schwellenländern profitieren.

Da wir neu nur noch ein beschränktes weiteres Abwertungspotenzial für den Franken sehen, scheint es uns jedoch eher unwahrscheinlich, dass unser eher defensiver Markt besser rentieren wird als globale Aktien.

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Franken treibt relative Performance von Schweizer Aktien

Quelle: Thomson Reuters, Credit Suisse

Rohstoffe: Preise und Erwartungen steigen weiter

Die Rohstoffpreise verzeichneten im vierten Quartal weitere Zugewinne und sind positiv ins neue Jahr gestartet. Die Energie- und Metallpreise entwickelten sich dabei am stärksten. Während das wirtschaftliche Umfeld weiterhin unterstützend bleibt, erwarten wir eine Konsolidierung.

Die impliziten Preiserwartungen sind mittlerweile sehr hoch, und die gestiegenen Preise könnten eine Angebotsreaktion auslösen. Wir haben derzeit keine Sektorpräferenz innerhalb des Rohstoffmarktes und halten an einer neutralen Einschätzung fest.

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Rohstoffpreise sind seit Mitte 2017 gestiegen

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse. *Bloomberg Commodity Index

Immobilien: Die Hypothekenzinsen dürften auch 2018 tief bleiben

Die Hypothekenzinsen haben sich seit dem Frühjahr 2017 kaum verändert. Die Sätze von Fix-Hypotheken bis fünf Jahre sowie von LIBOR-Hypotheken dürften auch 2018 seitwärts tendieren, da eine Zinserhöhung durch die SNB wenig wahrscheinlich ist.

Dagegen dürften die Zinssätze von Fix-Hypotheken mit langen Laufzeiten in den kommenden zwölf Monaten leicht ansteigen. Wir erwarten einen Anstieg von 15 bis 40 Bp. Wie schon im vergangenen Jahr können allerdings bei allen Laufzeiten Ausschläge nach oben wie auch nach unten nicht ausgeschlossen werden.

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Leichtes Anziehen der langfristigen Hypothekensätze erwartet

Quelle: Credit Suisse