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Anlegen im Dezember: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Trotz Lieferkettenengpässen verzeichnen Schweizer Unternehmen im dritten Semester höhere Unternehmensgewinne als erwartet. Die aktuelle Lage an den Finanzmärkten und bedeutsame Insights für Anlegerinnen und Anleger.

Moderates Aktienübergewicht beibehalten

Die Entscheidung im Oktober, das Aktiengewicht zu erhöhen, kam zum perfekten Zeitpunkt: Seitdem haben die globalen Aktienmärkte neue Höchststände erreicht. Die positiven Überraschungen aus der jüngsten Berichtssaison und der unverändert günstige gesamtwirtschaftliche Ausblick dürften Aktien weiterhin stützen, sodass die Credit Suisse vorerst am Übergewicht festhält.

Jedoch zeigen taktische Indikatoren mittlerweile erneut Anzeichen von Überhitzung, und die Liste der Risiken – zum Beispiel Sorgen um die Inflation oder um China – bleibt lang. Daher empfiehlt die Credit Suisse Anlegerinnen und Anlegern, die von der Oktoberrally profitiert haben, einen Teil ihrer Gewinne mitzunehmen.

Konjunktur: Schweizer Unternehmen kämpfen mit Einkaufsproblemen

Aktuell ist nach globalen Lieferkettenengpässen eine Wiederbeschleunigung der Industrieproduktion zu beobachten. Diese sollte in den kommenden Quartalen andauern. Gleichzeitig dürften vielerorts Social-Distancing-Massnahmen weiter gelockert werden, sodass ein solider Dienstleistungskonsum zu einem starken globalen Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2022 führen sollten.

Die Verwerfungen in den Lieferketten wirken sich auch auf Schweizer Industrieunternehmen aus. In der Holz-, Möbel und Papierindustrie sowie im Elektroniksektor gehen zu tiefe Bestände an Vorprodukten mit zu geringen Lagerbeständen an Fertigprodukten einher. Denn fehlende Vorprodukte bremsen die Produktion aus.

Konjunktur: Lieferkettenengpässe bremsen Möbel- und Elektroniksektor aus

Lieferkettenengpässe bremsen Möbel- und Elektroniksektor aus

Saldo in % zwischen Unternehmen, die ihre Lagerbestände als zu hoch einschätzen, und jenen die diese als zu tief erachten; Durchschnitt im 3. Quartal 2021

Quelle: Konjunkturumfrage der ETH, KOF Konjunkturforschungsstelle; Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 3. Quartal 2021

Zinsen und Obligationen: Die US-Notenbank erhöht 2022 den Leitzins

In den USA hat die Inflation jüngst den höchsten Wert seit 30 Jahren erreicht. Ein Grossteil davon ist temporären Effekten nach der Wiederöffnung der Wirtschaft geschuldet. Angesichts der guten Arbeitsmarktlage und steigender Mieten dürfte die Inflation aber höher bleiben als vor der Krise.
 

Die US-Notenbank (Fed) wird entsprechend bereits im kommenden Jahr ihren Leitzins anheben, und 2023 dürften weitere Leitzinserhöhungen folgen. In Europa und der Schweiz sind Leitzinserhöhungen derweil vorerst kein Thema.

Zinsen und Obligationen: Leitzinsen der USA und Europa divergieren

Die Leitzinsen der USA und Europa divergieren

Quelle: Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 15.11.2021, danach Prognose Credit Suisse

Währungen: Für den Euro wird ein Aufwertungspotenzial zum Schweizer Franken erwartet

Aufgrund des steigenden globalen Zinsumfelds könnte der Schweizer Franken als Niedrigzinswährung an Stärke verlieren. Zwar ist der Euro ebenso wenig eine Hochzinswährung, allerdings ist die Inflationsdynamik in der Eurozone stärker als in der Schweiz. Dies könnte die Erwartung wecken, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen früher anheben wird.

Auch sollten «sichere Häfen» wie der Schweizer Franken im Zuge der globalen Wirtschaftserholung wieder weniger nachgefragt werden, was eine leichte Abwertung zum Euro erwarten lässt.

Währungen: Die Frankenstärke dürfte vorübergehend sein

Die Frankenstärke dürfte vorübergehend sein

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 15.11.2021

Aktien: Die Gewinne übertreffen die Prognosen des 3. Quartals

Das Wachstum der Unternehmensgewinne war im dritten Quartal 2021 abermals erstaunlich hoch, wenngleich die Überraschung geringer ausfiel als in den ersten beiden Quartalen 2021.

Die Unternehmen im MSCI World erzielten im Vergleich zum Vorjahr ein Gewinnwachstum pro Aktie von mehr als 40 Prozent. Damit übertrafen die Gewinne die Schätzungen um 10 Prozent – rund 70 Prozent der Unternehmen lieferten bessere Ergebnisse als prognostiziert. Auch in der Schweiz war die Berichtssaison erfreulich. Schweizer Unternehmen übertrafen die Gewinnerwartungen um 15 Prozent.

Aktien: Schweizer Unternehmen übertreffen Gewinnerwartung um 15 Prozent

Schweizer Aktien übertreffen Gewinnerwartungen des 3. Semesters

Quelle: Refinitiv Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 15.11.2021

Rohstoffe: Es ist weiterhin mit Schwankungen zu rechnen

Nach grossen Anstiegen im Oktober legten Gas- und Energiepreise eine Verschnaufpause ein – die Risiken einer Winterknappheit sind aber noch nicht ausgestanden, und die Volatilität dürfte hoch bleiben.

In der Zwischenzeit hat die Inflation mit weiteren Anstiegen überrascht, was Edelmetallen zu einem erneuten Schub verholfen hat. Während das Umfeld kurzfristig unterstützend bleiben sollte, gilt es mittelfristige Abwärtsrisiken weiterhin im Blick zu halten: Die jüngste Inflationsentwicklung dürfte die Fed wohl zu einer früheren und aggressiveren Zinsstraffung bewegen.

Rohstoffe: Rohstoffmärkte bleiben volatil

Die Rohstoffmärkte sind weiterhin volatil

Quelle. Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 12.11.2021

Immobilien: Der Preiszuwachs für Wohneigentum hält weiter an

Die hohe Nachfrage nach Wohneigentum bei gleichzeitig knappem Angebot lässt die Preise weiter steigen. Im dritten Quartal 2021 war bei Einfamilienhäusern ein Preiszuwachs von 7.5 Prozent zu verzeichnen, Eigentumswohnungen legten gegenüber dem Vorjahresquartal um 7.3 Prozent zu.

Am stärksten fällt das Preiswachstum an den Agglomerationsrändern und in ländlichen sowie touristischen Regionen aus. Dank Homeoffice haben viele Kaufwillige ihren Suchradius ausgedehnt, wodurch die Chancen auf ein tragbares Objekt steigen.

Immobilien: Alpenraum verzeichnet höchstes Preiswachstum

Der Alpenraum verzeichnet das höchste Preiswachstum

Jahreswachstumsraten Wohneigentumspreise (Transaktionspreise für Erstwohnungen)

Quelle: Wüest Partner, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 3. Quartal 2021

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