Anlegen im Dezember: Schwellenländer-Aktien sind attraktiv
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Anlegen im Dezember: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Aktien bleiben weiterhin sehr attraktiv, besonders solche aus Schwellenländern. Und die globale Industrie konnte sich nach langem Abschwung wieder stabilisieren.

Verstärkt in Schwellenländer-Aktien anlegen, weniger in US-Aktien

Mit einer Übergewichtung von Aktien wollen wir von der erwarteten Verbesserung der Konjunktur profitieren. Gleichzeitig passen wir die Allokation etwas an, indem wir den Anteil von Aktien aus den Schwellenländern erhöhen. Hingegen reduzieren wir unsere Übergewichtung der US-Aktien etwas und nehmen die dortigen Gewinne teilweise mit.

An der Untergewichtung von Staats- und Unternehmensanleihen höherer Bonität halten wir weiterhin fest. Die erwartete Rendite dieser Wertpapiere ist insbesondere für Anleger, die ihre Anlagen in Schweizer Franken halten, zu tief. Alternative Anlagen gewichten wir weiterhin gemäss der strategischen Allokation.
 

Konjunktur: Vorboten einer globalen Industrieerholung

Die verarbeitende Industrie befindet sich nunmehr seit über einem Jahr in einer Rezession. Der Handelsstreit zwischen den USA und China, der Brexit, Streiks und die Automobilindustrie lasten auf dem Welthandel und dem Geschäftsklima. Dank einer politischen Entspannung und der expansiveren Politik der Zentralbanken hat sich das Geschäftsklima aber zumindest stabilisiert, wie die leicht höheren Stände der Einkaufsmanagerindizes (PMIs) zeigen.

Das gilt auch für die Schweiz. Der PMI für die Schweizer Industrie erreichte im Oktober beinahe wieder die Wachstumsschwelle. Das kontrastiert damit, dass der Auftragsbestand in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) im 3. Quartal 2019 um 14.7 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft ist. Tatsächlich präsentiert sich das Branchenbild äusserst heterogen, denn Konsumgüterherstellern und Bauzulieferern geht es vergleichsweise gut.

Hoffnungsschimmer fuer industrie aktien pmis erholen sich weltweit

PMIs erholen sich weltweit

Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes (PMIs, Wachstumschwelle = 50)
Letzter Datenpunkt: 31.10.2019
Quelle: PMIPremium, Datastream, Credit Suisse
 

Zinsen: Zentralbanken warten bis auf Weiteres ab

Die US-Notenbank (Fed) senkte Ende Oktober die Zinsen – der dritte Zinsschritt in diesem Jahr. Die Fed signalisierte aber gleichzeitig, nun eine Pause einlegen zu wollen. Auch in der Eurozone gehen wir nach den im September angekündigten Lockerungsmassnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) bis auf Weiteres von keiner Änderung der Geldpolitik aus. Damit ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Negativzins noch länger auf dem heutigen Niveau belassen wird.

Notenbanken stuetzen finanzmaerkte nicht mit weiteren zinssenkungen

Zinssätze der Notenbanken bleiben vorläufig stabil

Letzter Datenpunkt: 15.11.2019
Quelle: Datastream, Credit Suisse

Währungen: Aufwertungspotenzial für US-Dollar gegen Euro

Seit Jahresbeginn lieferte der US-Dollar-Index eine beträchtliche Rendite. Der Gewinn war vor allem gegenüber dem Euro hoch, da dieser überproportional unter der globalen Industrieschwäche leidet. In der kürzeren Frist sehen wir aufgrund des nach wie vor höheren Zinsniveaus in den USA im Vergleich zur Eurozone weiteres Potenzial für den US-Dollar. Sollte sich die globale Wirtschaftslage aber wie erwartet im Laufe des kommenden Jahres verbessern, würde der US-Dollar wieder nachgeben.

Finanzmaerkte us dollar index steigt seit jahresbeginn stark an

US-Dollar-Index steigt seit Jahresbeginn stark an

Letzter Datenpunkt: 19.11.2019
Quelle: Credit Suisse

Aktien bleiben attraktiv

Nachlassende geopolitische Spannungen und eine besser als befürchtete Berichtssaison haben die globalen Aktienindizes angetrieben. Die Stabilisierung verschiedener Frühindikatoren wie den Einkaufsmanagerindizes (PMIs), die nach wie vor defensive Positionierung von Anlegern und nicht zuletzt die relative Attraktivität von Aktien gegenüber anderen Anlageklassen stimmen uns weiterhin optimistisch. Aktien bleiben somit unsere favorisierte Anlageklasse.

Stabilisierung von fruehindikatoren stuetzt aktien

Stabilisierung von Frühindikatoren stützt Aktien

Letzter Datenpunkt: 10.2019
Quelle: Datastream, Credit Suisse

Rohstoffe: Lebenszeichen zyklischer Märkte

Zyklische Rohstoffe haben jüngst zugelegt, als Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit gemeldet wurden. Gold erlitt hingegen einen Rückschlag. Eine potenzielle Erholung der Weltkonjunktur könnte diese Dynamiken weiterhin unterstützen. Kupfer dürfte in einem solchen Szenario Aufwärtspotenzial haben. Öl hingegen könnte anfällig bleiben, bis die OPEC weitere Förderkürzungen vornimmt und/oder sich die US-Schieferölproduktion stärker verlangsamt.

Finanzmaerkte starker einfluss chinas auf rohstoffpreise

Starker Einfluss Chinas auf Rohstoffpreise

Letzter Datenpunkt: 31.10.2019
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Immobilien: Preiswachstum für Wohneigentum wieder etwas tiefer

Das Wachstum der Wohneigentumspreise hat sich jüngst abermals etwas abgeschwächt. Im 3. Quartal 2019 stiegen die Preise von Eigentumswohnungen noch um 2.2 Prozent. Auch das Preiswachstum bei Einfamilienhäusern liegt mit 3.3 Prozent nur noch knapp über dem langjährigen Mittel von 3.2 Prozent. Dank intakter Nachfrage sowie einer rückläufigen Bautätigkeit erwarten wir auch in den kommenden Quartalen ein preisliches Plus. Aufgrund der regulatorischen Richtlinien bei der Kreditvergabe bleibt dieses aber weiterhin beschränkt.

In immobilien anlegen preise fuer wohneigentum steigen weiter

Preise für Wohneigentum in der Schweiz steigen moderat

Jahreswachstumsraten, in %
Gestrichelte Linien: Durchschnitt 2000 – 2018
Letzter Datenpunkt: 3.Q 2019
Quelle: Wüest Partner, Credit Suisse

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