Anlegen im Dezember: Aktien in Schwellenländern gewinnen an Bedeutung
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Anlegen im Dezember: unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Die Erholung der Konjunktur wird in Europa und den USA durch die derzeitige Corona-Welle beeinträchtigt – nicht so in China sowie anderen nordasiatischen Ländern, die das Virus besser im Griff haben. Für Anleger dürften Schwellenländer momentan besonders interessant sein.

Aktienallokation in Schwellenländern wird erhöht

Das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl und die Meldungen über Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung haben die Volatilität an den Märkten reduziert und sollten die Aktienmärkte weiter beflügeln. Allerdings stellt die zweite Viruswelle in Europa und den USA auf kurze Sicht ein erhebliches Risiko dar. Deswegen belässt die Credit Suisse ihre Aktienallokation für diese Märkte auf dem strategischen Niveau, erhöht sie aber für Aktien aus Schwellenländern, in denen die wirtschaftliche Erholung und die Bewertungen vielversprechend sind. Ebenfalls attraktiv bleiben Investment-Grade- und Schwellenländeranleihen in Hartwährung sowie Rohstoffe.

Konjunktur: Schweizer Bruttoinlandprodukt schrumpft im vierten Quartal

Die Weltwirtschaft dürfte weniger unter der zweiten Corona-Welle leiden, als sie unter der ersten gelitten hat. Einer der Gründe ist, dass die Pandemie in nordasiatischen Ländern – namentlich in China – unter Kontrolle gebracht wurde. Weiter wirken die Eindämmungsmassnahmen in Europa bereits, obwohl sie insgesamt weniger strikt sind. Zudem hat sich die medizinische Betreuung von COVID-19-Patienten verbessert und die Bevölkerung kennt die wichtigsten Schutzmassnahmen. Darüber hinaus sind die staatlichen Unterstützungsmassnahmen schon in Kraft.

Auch die Schweiz wurde von der zweiten Pandemiewelle mit voller Wucht erfasst. Und auch hier sollten die wirtschaftlichen Schäden wesentlich geringer ausfallen als im Frühjahr 2020. Das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) im vierten Quartal wird aber dennoch schrumpfen. Angesichts der massiv steigenden Fallzahlen ist die Erholung insbesondere im konsumorientierten Dienstleistungssektor schon Ende Oktober zum Stillstand gekommen, in der Industrie dauert sie noch an. Für 2021 bleiben die Aussichten für die Gesamtwirtschaft dennoch positiv.

Finanzmärkte: Zweite Welle schwächt Dienstleistungssektor

Schweizer Dienstleister spüren zweite Corona-Welle

Einkaufsmanagerindizes (PMI) > 50 = Wachstum
Letzter Datenpunkt: Oktober 2020
Quellen: procure.ch, Credit Suisse

Zinsen: Leitzinsen bleiben bis auf Weiteres unverändert

Während die kurzfristigen Konjunkturaussichten angesichts der sich rasch ändernden Pandemielage äusserst unsicher sind, herrscht bezüglich Zentralbankprognosen eine vergleichsweise hohe Einigkeit unter den Prognostikern. Fast 90 Prozent der von der CFA Society Switzerland monatlich befragten Analysten gehen für die kommenden sechs Monate nicht von Veränderungen der Leitzinsen aus – weder hierzulande noch in den USA oder der Eurozone. Denn statt an der Zinsschraube zu drehen, stützen die Notenbanken die Wirtschaft mittels Wertpapierkäufen.

Finanzmärkte: keine Leitzinsänderungen erwartet

Finanzanalysten erwarten keine Leitzinsänderungen

Anteil der Umfrageteilnehmer, die keine Veränderung der kurzfristigen Zinsen erwarten, in Prozent
Letzter Datenpunkt: November 2020
Quellen: CFA Society Switzerland, Credit Suisse

Währungen: Euro und Schweizer Franken befinden sich in enger Handelsspanne

Während der ersten Pandemiewelle kam der Schweizer Franken gegenüber dem Euro unter Aufwertungsdruck. Die Schweizer Nationalbank konnte die Aufwertung jedoch durch Devisenkäufe zumindest beschränken. Seither hat der Schweizer Franken tendenziell an Stärke eingebüsst. Die positiven Meldungen zu Corona-Impfstoffen haben zudem jüngst die Nachfrage nach «Sicherer Hafen»-Währungen wie dem Schweizer Franken reduziert. Die Volatilität des Euro-Franken-Kurses war zuletzt jedoch gering und das Währungspaar wird sich vermutlich auch weiterhin in einer engen Handelsspanne bewegen.

Finanzmärkte: Schweizer Franken verliert an Stärke

Schweizer Franken wertet nach positiven Nachrichten zu Impfstoff ab

Letzter Datenpunkt: 16.11.2020
Quellen: Bloomberg, Credit Suisse

Aktien: Schwellenländer sind attraktiv

Aktienanlagen in Schwellenländern und insbesondere in Asien mit dem Schwergewicht China erscheinen kurz- wie auch langfristig als interessant. Die Region hat das Coronavirus viel besser im Griff als der Westen und das Wachstum verbessert sich zusehends. Die mögliche Entspannung im Verhältnis zwischen den USA und China aufgrund einer veränderten US-Aussenpolitik unter dem neu gewählten Präsidenten Biden würde diese Märkte ebenfalls stützen. Auch nichtasiatische Schwellenmärkte haben Aufholpotenzial und profitieren von einem schwächeren US-Dollar. Schweizer Anleger sind in diesen Märkten unterinvestiert.

Anlegen: Aktien in Schwellenländern sind vielversprechend

Schwellenländeraktien profitieren von schwächerem US-Dollar

Letzter Datenpunkt: 15.11.2020
Quellen: Refinitiv, Credit Suisse

Rohstoffe: volatil, aber im Aufwind

Rohstoffindizes haben sich trotz der vorübergehenden Verlangsamung der Industrieproduktion positiv entwickelt. Die Wachstumsdelle im vierten Quartal wird die Ölnachfrage kurzfristig belasten, die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) dürfte dies jedoch durch einen Aufschub der Produktionserhöhung ausgleichen. Parallel ebnet die Aussicht auf ein Anziehen der Weltkonjunktur den Weg für eine deutliche Nachfrageerholung in der zweiten Jahreshälfte 2021. Dies sollte den Preisen Auftrieb geben. Der Goldpreis wackelte jüngst etwas, anhaltend tiefe Realzinsen dürften aber weiterhin Unterstützung bieten.

Anlegen: positive Entwicklung der Rohstoffe

Gold notierte jüngst tiefer, Erdöl holt auf

Letzter Datenpunkt: 13.11.2020
Quellen: Bloomberg, Credit Suisse

Immobilien: Pandemie verlängert Phase tiefer Hypothekenzinsen

Die Schweizerische Nationalbank wird sich auch künftig gegen eine Aufwertung des Schweizer Franken stemmen. Bis mindestens Ende 2021 ist deshalb keine Leitzinserhöhung zu erwarten. Die Zinssätze für SARON-Hypotheken, welche die bisherige Libor-Hypothek ersetzen, dürften somit in den nächsten zwölf Monaten auf ihren Tiefstständen verharren. Bei den Zinsen der Fix-Hypotheken ist in den kommenden zwölf Monaten mit einem leichten Anstieg um 10 bis 35 Basispunkte bei weiterhin volatilem Verlauf zu rechnen.

Finanzmärkte: Zinsen auf Geldmarkthypotheken auf Tiefststand

Zinsen für Geldmarkthypotheken dürften auf Tiefstständen verharren

Letzter Datenpunkt: 16.11.2020
Quelle: Credit Suisse
Zinssatz SARON-Hypothek ab 21.9.2020. Frühere historische Zinssätze: Flex-Rollover-Hypothek (3-Montas-Libor)

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