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Anlegen im August: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Die Weltwirtschaft bleibt trotzt Handelskonflikte robust. Die Schweiz gehört weiterhin zu unseren bevorzugten Märkten.

Breite Diversifikation unterstützt Risikominimierung

Wir bestätigen unsere Übergewichtung von Aktien insgesamt. Aktuell bevorzugte Märkte sind die Schweiz, die Schwellenländer und Grossbritannien. Bei den Anleihen bleiben wir positiv gegenüber Schwellenländer- und Wandelanleihen. Renditen auf den meisten Anleihen höchster Qualität bleiben sehr unattraktiv.

Während wir Rohstoffe insgesamt weiterhin positiv bewerten, schätzen wir nun innerhalb dieser Anlageklasse Industriemetalle und Edelmetalle als neutral ein. Des Weiteren stufen wir Schweizer Immobilienanlagen nach Rückschlägen von Negativ auf Neutral hoch.

Konjunktur: Weltwirtschaft trotz Handelskonflikten

Die Exportstimmung von Schweizer KMU befindet sich weiterhin auf einem Hoch. Gemäss der aktuellen Umfrage von Switzerland Global Enterprise rechnen über die Hälfte aller KMU auch im 3. Quartal 2018 mit steigenden Exporten, nur 5 Prozent erwarten einen Rückgang. Ein ähnlich positives Bild zeigt das von uns errechnete Exportbarometer.

Die globale Industrieproduktion hat sich jüngst beschleunigt während gleichzeitig die globale Risikobereitschaft deutlich abgenommen hat. Unser Indikator, der Letztere misst, notiert wieder nahe an den Ständen, die in der Vergangenheit mit einer scharfen Verlangsamung der Industriedynamik einhergingen. Dennoch bleiben wir optimistisch.

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Geringere Risikobereitschaft trotz besseren Wachstums

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Credit Suisse

Obligationen: Die Renditen dürften generell steigen

Solides Wachstum und die graduell steigende Inflation lassen eine weitere Normalisierung der Geldpolitik erwarten. So dürfte zum Beispiel die US-Notenbank die Leitzinsen im zweiten Halbjahr um weitere 50 Basispunkte erhöhen. Die Obligationenrenditen sollten deshalb graduell weiter steigen.

Wir bevorzugen daher Obligationen mit eher kurzen Laufzeiten. Innerhalb der festverzinslichen Anlagen präferieren wir Unternehmensanleihen und besonders Bankanleihen. Daneben bieten Wandelanleihen und Schwellenländerbonds interessante Zusatzrenditen.

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Harziger Anstieg der langfristigen Zinsen

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Währungen: Dollar-Franken-Kurs in breiter Handelsspanne

Der US-Dollar profitiert vom Renditevorsprung auf Dollaranlagen, doch die sich wieder verbessernde Konjunkturdynamik in der Eurozone und die solide Schweizer Konjunktur begrenzen sein Aufwertungspotenzial. Der Schweizer Franken dürfte zudem angesichts der politischen Unsicherheiten als sicherer Hafen gesucht bleiben.

Der Dollar-Franken-Kurs sollte in einer breiten Handelsspanne um 0.97 bleiben. Längerfristig geht vom steigenden US-Haushaltsdefizit Gegenwind für den US-Dollar aus. Wir erwarten, dass sich der Dollar-Franken-Kurs über zwölf Monate leicht abwertet.

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Dollar-Franken-Kurs folgt derzeit nicht der Zinsdifferenz

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Aktien: Defensiver Schweizer Markt wieder gefragt

Der Swiss Market Index hat jüngst gegenüber dem globalen Markt wieder etwas aufgeholt. Die eher defensive Ausrichtung mit dem hohen Anteil von wenig Konjunktur-sensitiven Branchen wie der Pharmaindustrie gereicht im von hoher Unsicherheit geprägten Marktumfeld zum Vorteil.

Zudem sind sowohl die Bewertungen (Kurs-Gewinn-Verhältnis) als auch die Dividendenrenditen attraktiv. Schweizer Aktien gehören entsprechend zu unseren Favoriten, mit einer Präferenz für klein- und mittelkapitalisierte Nebenwerte.

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Schweizer Nebenwerte schlagen die Grossen

Quelle: Datastream, Credit Suisse

Rohstoffe: Industriemetalle verlieren an Potenzial

Die Handelsstreitigkeiten und Sorgen um China versetzten Rohstoffen jüngst einen Rückschlag. Wir meinen, dass sich der fundamentale Hintergrund nicht wesentlich verschlechtert hat, und halten an unserer positiven Gesamteinschätzung fest.

Aufgrund gestiegener makroökonomischer Risiken neutralisierten wir jedoch unsere bisherige pro-zyklische Sektorallokation. Wir nehmen unsere Präferenz für Industriemetalle zurück, während wir Edelmetalle wegen der Risiken als etwas positiver einschätzen. Energie bleibt auf Neutral.

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Seitwärtsbewegung bei Gold

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Immobilien: Zinssätze von Fix-Hypotheken dürften steigen

Wir rechnen weiterhin mit einem ersten Zinsschritt durch die Schweizerische Nationalbank im 1. Quartal 2019. Da der 3-Monats-Libor jedoch im negativen Bereich verharren dürfte, erwarten wir für Libor-Hypotheken über die kommenden zwölf Monate keinen Anstieg.

Dagegen dürften die Fix-Hypotheken mit mittleren und langen Laufzeiten um 20 bis 50 Basispunkte zulegen. Die Zinssätze bleiben insgesamt tief, bewegen sich jedoch graduell von ihren Tiefstständen weg. Wie bis anhin ist dabei mit Ausschlägen in beide Richtungen zu rechnen.

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Hypothekarzinsen: Entwicklung und Prognose

Quelle: Credit Suisse