Anlegen im August: Finanzmärkte erholen sich.
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Anlegen im August: unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte sowie die Implikationen für Anleger. Die Erholung der Finanzmärkte lässt in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken. Dabei ist mit einer langsameren Erholung zu rechnen. 

Risikoreduzierung vor volatilen Sommermonaten

Obwohl sich die Wirtschaft weiter erholen dürfte, können erneute Virusausbrüche und politische Risiken zu erhöhter Volatilität führen. Daher nehmen wir nach der dreimo­na­tigen Rally einige Gewinne mit und reduzieren unsere Aktienallokation sowie die Gewichtung von High-Yield-Unternehmensanleihen auf das strategische neutrale Niveau. Mittelfristig sehen wir dennoch bei beiden Anlageklassen ein attraktives Ren­ditepotenzial. Unsere Übergewichtung von Investment-Grade-Anleihen behalten wir bei, da sie weiterhin von den Käufen der Zentralbanken profitieren dürften.

Konjunktur: Schweizer Wirtschaft erholt sich

Die globale Wirtschaftsaktivität hat jüngst wieder deutlich angezogen, weil zahlreiche Regierungen ihre Eindämmungsmassnahmen gelockert haben. Dabei hat die aufge staute Nachfrage den Konsumausgaben unmittelbar Auftrieb verliehen. Der weitere Verlauf der Erholung dürfte aber eher schleppend erfolgen. So sind beispielsweise in den USA bereits wieder Anzeichen einer Verlangsamung der Konjunkturerholung zu erkennen.

In der Schweiz hat nach dem Ende des Lockdowns eine markante Konjunkturerholung eingesetzt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor hat sich fast wieder von seinem Absturz erholt. Die Nachfrage nimmt insbesondere in den Branchen zu, deren Angebot vorübergehend nicht zugänglich war – also in der Gastronomie, im stationären Detailhandel oder auch in Teilen des Gesundheitswesens. Die zweite Phase der Erholung wird aber langsamer verlaufen: Die Konsumenten sind verunsichert und der internationale Handel ist beeinträchtigt.
 

Finanzmärkte: Dienstleistungs-PMI erholt sich vom Einbruch.

Dienstleistungs-PMI macht Einbruch beinahe wett

Wachstumsschwelle = 50

Letzter Datenpunkt: Juni 2020

Quellen: procure.ch, Credit Suisse

Zinsen: Zentralbanken halten Leitzinsen unverändert

Die wichtigsten Zentralbanken werden auf längere Zeit keine weiteren Leitzinssenkun­gen vornehmen. Stattdessen unterstützen sie die Kreditversorgung mit Käufen von Obligationen, welche die langfristigen Zinsen tief halten. Zudem «subventionieren» sie die Refinanzierung von Banken. Diese Medizin wirkt: Im Gegensatz zu früheren Rezes­sionen nimmt das Kreditvolumen sogar zu, wie das Beispiel USA zeigt. Die breite Verfügbarkeit von Liquidität hilft den Unternehmen, Einnahmeausfälle während des Lockdowns zu überstehen.

Finanzmärkte: steigende Anzahl von Kreditvergaben an Unternehmen

Rege Kreditvergabe in den USA

US-Bankkredite an Unternehmen, in Mia. USD

Fläche = Rezession

Letzter Datenpunkt: Juni 2020

Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis

Währungen: SNB limitiert Aufwertungspotenzial des Schweizer Franken

Der Schweizer Franken notiert gegenüber dem Euro immer noch wesentlich stärker als in den Jahren 2018 und 2019, auch wenn er die Marke von 1.05 nicht durchbrochen hat. Eine weitere Aufwertung wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) aber wohl nicht tolerieren und den Schweizer Franken wenn nötig mittels Devisenmarktinter ventionen schwächen. Umgekehrt sehen wir Aufwertungspotenzial für den Euro, sobald sich eine Einigung in der Debatte um den EU-Wiederaufbaufonds abzeichnet und die globale Wirtschaftserholung sich festigt. Der sichere Hafen des Schweizer Franken wird dann weniger gesucht sein.

Anlegen: Der Schweizer Franken bleibt weiterhin stark.

Der Schweizer Franken ist immer noch zu stark

Letzter Datenpunkt: 13.7.2020

Quellen: Datastream, Credit Suisse

Aktien: Chinesische Aktienmärkte sind vielversprechend

Neben dem Schweizer Aktienmarkt sehen wir auch im etwas zyklischeren deutschen Aktienmarkt gute Chancen. Kürzlich haben wir China ebenfalls in die Liste unserer bevorzugten Aktienmärkte aufgenommen. Das Land war als Erstes von der Krise betroffen und liess diese auch vor allen anderen Ländern wieder hinter sich. Zudem profitiert es von attraktiven Bewertungen und wir rechnen trotz der Spannungen zwischen den USA und China nicht mit einer unmittelbaren Eskalation.

Aktien: Die Aktienmärkte in China steigen.

Wirtschaft in China erholt sich markant

Letzter Datenpunkt: Juni 2020

Quellen: Datastream, Credit Suisse

Rohstoffe: Gold-Hausse dürfte anhalten

Die Rohstoffpreise sind jüngst auf breiter Basis gestiegen. Dabei hat Gold dank tieferen US-Realzinsen und einem schwächeren US-Dollar die symbolische Marke von 1’800 US-Dollar erreicht. Die Zinsen dürften nominell und real weiterhin sehr tief bleiben, was Gold stützt. Auch von einem schwächeren US-Dollar würde Gold profitieren. Zudem setzt sich die Erholung am Ölmarkt ebenfalls fort, wenn auch jüngst etwas verlang­samt. Im Zuge der graduellen Konjunkturerholung rechnen wir daher mittel­fristig mit etwas höheren Ölpreisen als momentan.

Höhere Goldkurse dank tieferen US-Realzinsen

Höhere Goldkurse dank tieferen US-Realzinsen

Letzter Datenpunkt: 13.7.2020

Quellen: Bloomberg, Credit Suisse

Immobilien: Wohneigentumsmarkt erwacht wieder

Die COVID-19-Krise hat im ersten Moment bei Schweizer Wohneigentum zu einer Marktlähmung geführt, was über das ganze Jahr einen leichten Preisrückgang zur Folge haben dürfte – insbesondere im gehobenen Segment. Der Markt scheint jedoch bereits wieder aus seiner Schockstarre zu erwachen, bleiben doch die Konditionen für den Erwerb von Wohneigentum attraktiv. So haben sich etwa die durchschnittlichen Hypothekenzinskosten eines Eigentümers seit 2008 mehr als halbiert und betragen noch 4’750 Schweizer Franken pro Jahr.

Letzter Datenpunkt: 2019 Quellen: Credit Suisse, Schweizerische Nationalbank, Bundesamt für Wohnungswesen

Finanzieller Aufwand für Wohneigentum auf Tiefstand

Letzter Datenpunkt: 2019

Quellen: Credit Suisse, Schweizerische Nationalbank, Bundesamt für Wohnungswesen

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