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Anlegen im August: unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und der Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Globale Aktien werden auf neutral eingestuft, Schweizer Aktien untergewichtet.

Präferenz für US-Aktien ist ungebrochen

Aufgrund ihrer starken Performance in den vergangenen Wochen neutralisieren wir unser taktisches Übergewicht in globalen Aktien, behalten jedoch unsere positive Sicht auf die Anlageklasse bei. Wir haben weiterhin eine Präferenz für US-Aktien, würden aber Schweizer Werte aufgrund ihrer hohen Bewertungen nun untergewichten.

 

Unsere Sicht auf globale Anleihen ist unverändert neutral. Wir behalten unsere Präferenz für Anleihen von Schwellenländern in Hartwährung sowie globale High-Yield-Anleihen, bevorzugen aber eher kurze Laufzeiten. Auch in den übrigen Anlageklassen halten wir uns an die langfristige strategische Gewichtung.

Konjunktur: Schatten über dem Schweizer Arbeitsmarkt

Das Weltwirtschaftswachstum dürfte bis auf Weiteres schwach bleiben. Der Schweizer Arbeitsmarkt zeigte sich bis vor Kurzem noch äusserst robust, der Höhepunkt des Beschäftigungsanstiegs ist aber wohl überschritten. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit nimmt seit März 2019 wieder leicht zu, nachdem sie seit Mitte 2016 ununterbrochen gesunken war. Folglich hat sich die Einschätzung der Bevölkerung bezüglich Arbeitsplatzsicherheit jüngst etwas eingetrübt, im langjährigen Vergleich bleibt sie jedoch positiv. Angesichts der Schwäche in der Industrie ist eine weitere Abkühlung des Arbeitsmarkts in den kommenden Monaten wahrscheinlich.

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Arbeitsmarkterwartungen trüben sich leicht ein

Einschätzung der befragten Konsumenten zur Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes
Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 2. Quartal 2019

Obligationen: Die grossen Zentralbanken senken die Zinsen

Wir rechnen damit, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Europäische Zentralbank die Zinsen senken werden – der Leitzinshöhepunkt könnte demnach bereits wieder erreicht sein. In diesem Umfeld ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass auch die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins senkt. Spielraum dafür besteht durchaus.

 

Eine Zinssenkung würde die Schweizerische Nationalbank aber wohl nur dann vornehmen, wenn der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken derart gross wäre, dass selbst allfällige Interventionen am Devisenmarkt diesen nicht mindern können.

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Leitzinsen könnten ihren Höhepunkt bereits erreicht haben

Leitzinsen der Zentralbanken, in %
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: Juni 2019

Geldpolitik als Unsicherheitsfaktor für Euro und Schweizer Franken

Während wir eine Zinssenkung in der Eurozone erwarten, rechnen wir vorerst nicht mit einem solchen Schritt in der Schweiz. Diese Kombination könnte weiterhin auf dem Wechselkurs von Euro und Schweizer Franken lasten. Sollte der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken allerdings zu stark zunehmen, dürfte die Schweizerische Nationalbank versuchen, diesen Druck durch erneute Devisenmarktinterventionen auszugleichen. Mittelfristig rechnen wir mit einer leichten Erholung des Euro. Dies insbesondere, sobald die Wirtschaftszahlen aus der Eurozone auch nur leicht positiv überraschen.

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Positive Wirtschaftsdaten würden Euro Auftrieb geben

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 15.7.2019

Aktien: Schweizer Aktien neu untergewichten

In dem sich abschwächenden Wirtschaftsumfeld, kombiniert mit deutlich tieferen Anleiherenditen, hat sich der defensive Schweizer Aktienmarkt sehr eindrücklich entwickelt und die globalen Aktienmärkte deutlich hinter sich gelassen. Dies hat aber auch zu höheren Bewertungen geführt, weshalb wir Schweizer Aktien im globalen Aggregat neu untergewichten.

Im Gegenzug erhöhen wir die Eurozone-Aktien auf neutral, da wir erste wirtschaftliche Stabilisierungstendenzen ausmachen und viel Negatives bereits eingepreist scheint. Unsere Präferenz für US-Aktien bleibt bestehen.

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Schweizer Aktien sind hoch bewertet

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 10.7.2019

Rohstoffe: Potenzial bei Gold kurzfristig beschränkt

Fallende US-Realzinsen und Erwartungen weiterer Lockerungsmassnahmen seitens der Fed hievten Gold jüngst auf Mehrjahres-Höchststände. Zwar eignet sich Gold im momentan unsicheren Umfeld gut zur Diversifikation, wir sind aber zumindest kurzfristig trotzdem etwas vorsichtig, zumal die Kurserwartungen mittlerweile überzogen scheinen.

Die Ölmärkte hingegen befinden sich nach einer Schwächephase im Vormonat nun in einer saisonal starken Sommerperiode. Die jüngste Entscheidung der OPEC, die Produktion weiterhin zu drosseln, und Spannungen in der Golfregion sollten die Preise weiterhin unterstützen.

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Kurspotenzial von Gold ist nun beschränkt

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 15.7.2019

Immobilien: Hypothekenzinsen auf neuen Tiefstständen

Die Zinssätze von Fix-Hypotheken sinken seit dem vierten Quartal 2018 wieder und haben jüngst ein neues Allzeittief erreicht. Wir erwarten bis Ende 2020 keine Erhöhung der SNB-Leitzinsen, und je nach globalen Entwicklungen ist sogar eine Senkung denkbar.

Die Zinssätze für Flex-Rollover-Hypotheken dürften jedenfalls in den nächsten zwölf Monaten auf ihrem Tiefststand verharren. Wahrscheinlicher ist ein geringfügiger Anstieg der Zinssätze für Fix-Hypotheken um 20 bis 35 Basispunkte, da die Zinskurve momentan ausserordentlich flach ist.

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Wenig Bewegung bei Hypothekenzinsen erwartet

Zinsen bei Neuabschluss, in %
Quelle: Credit Suisse
Letzter Datenpunkt: 15.7.2019

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