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Anlegen im April: Unsere Einschätzungen in Kürze

Die Sicht der Credit Suisse auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und Finanzmärkte und die Implikationen für Anleger. Angesichts der guten Konjunktur erwarten wir bei Aktien weiterhin Kursgewinne. Wegen der Verknappung der Geldpolitik und möglicherweise zunehmenden Handelskonflikten werden die Schwankungen hoch bleiben.

Die gute Konjunktur und die solide Gewinnsituation lassen uns globale Aktien weiterhin übergewichten. Allerdings richten wir unser Portfolio aufgrund der globalen Handelsspannungen defensiver aus. Wir schliessen unsere Übergewichtung des japanischen Aktienmarkts, behalten aber Eurozonen- und Schwellenländeraktien auf Übergewichten. Zudem rotieren wir von Industrie- in Technologieaktien, die wir neben Energie-, Finanz-, und Telekomaktien positiv einschätzen. Des Weiteren bleiben wir neutral auf Anleihen insgesamt.

Bei Anleihen von Finanzinstituten, Schwellenländeranleihen in Lokalwährung, Wandelanleihen und inflationsgeschützten Anleihen erwarten wir eine Outperformance. Dagegen nehmen wir Investment-Grade-Unternehmensanleihen auf Neutral zurück. Bei den alternativen Anlagen bevorzugen wir noch immer globale Immobilien.

Etwas weniger Schwung, aber auf hohem Niveau

Die vorlaufenden Indikatoren haben jüngst etwas an Schwung verloren, aber das Wachstumstempo bleibt insgesamt hoch. In der Eurozone stützt die sinkende Arbeitslosigkeit die Nachhaltigkeit des Aufschwungs.

In den USA herrscht faktisch Vollbeschäftigung. Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen werden die Nachfrage im Jahresverlauf eher zu stark stimulieren. In den Schwellenländern nimmt die Dynamik graduell zu, hat aber noch nicht die Vorkrisenwerte erreicht. Das Wachstum Chinas hat sich auf knapp über der Marke von 6% eingependelt.

Von der Wachstumsschwäche zum Miniboom

Die Schweizer Wirtschaft dürfte 2018 um 2.2% wachsen. Hauptwachstumstreiber ist die Nachfrage aus dem Ausland. Unser Exportbarometer, das die konjunkturelle Entwicklung in den Abnehmerländern der Schweizer Exportindustrie misst, liegt derzeit nahe an seinem bisherigen Rekordwert.

Gleichzeitig verschafft der gegenüber dem Euro schwächere Schweizer Franken den Unternehmen Luft bei den Margen. Die bessere Gewinnsituation und die guten konjunkturellen Aussichten sollten für ein überdurchschnittliches Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen sorgen.

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Schweizer Exportbarometer nahe am Rekordhoch

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, PMI Premium, Credit Suisse

Zinsen: 2019 ist die erste Zinserhöhung der SNB seit 12 Jahren zu erwarten

In den USA bedingt die durch Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen äusserst lockere Fiskalpolitik eine straffere Geldpolitik. Wir rechnen für 2018 nun mit insgesamt vier Leitzinserhöhungen von jeweils 25 Bp durch die US-Notenbank (Fed).

Derweil schlägt die Europäische Zentralbank (EZB) zumindest einen weniger expansiven Kurs ein: Sie dürfte ihr Wertpapierkaufprogramm im September beenden und ihre Leitzinsen ab 2019 anheben. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird wohl im kommenden Jahr an der Zinsschraube drehen – dies wäre die erste Zinserhöhung nach 12 Jahren.

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SNB-Leitzins ist jahrelang nur gesunken

Quelle: Thomson Reuters, Credit Suisse

Währungen: Der Euro sollte das Italien-Risiko verdauen können

In Italien haben zwar die populistischen und Euro-skeptischen Parteien links und rechts auf dem politischen Spektrum die Mehrheit gewonnen, eine Koalition der beiden scheint jedoch wegen sonstiger Gegensätze eher unwahrscheinlich. Deshalb sollten wirtschaftliche Faktoren bei der Währungsentwicklung überwiegen.

Das gute europäische und globale Wirtschaftsumfeld sollte das Verhältnis von Euro zu Schweizer Franken stützen, zumal der Euro gegenüber dem Franken relativ günstig bewertet bleibt. Wir haben unsere 3-Monats-Prognose für den Euro-Franken-Kurs leicht von 1.18 auf 1.19 angehoben und gehen also von einer etwas stärkeren Abwertung des Franken aus.

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Euro zum Schweizer Franken weiterhin günstig bewertet

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Aktien: Schweizer Markt von Branchenzusammensetzung belastet

Der Swiss Market Index ist jüngst trotz einem schwächeren Schweizer Franken leicht hinter dem globalen Aktienindex zurückgeblieben. Einerseits ist unter den Schweizer Lage Caps der global am besten rentierende IT-Sektor praktisch nicht vertreten. Andererseits kämpft der stark gewichtete Basiskonsumgütersektor weiterhin mit strukturellen Problemen.

Während die Sektorzusammensetzung weiterhin leicht belastend wirken könnte, werden Schweizer Aktien von attraktiven Bewertungen und einem schwächeren Franken gestützt. Wir stufen den Markt in einem positiven Aktienumfeld neutral ein.

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Underperformance der gewichtigen Schweizer Sektoren

Quellen: FactSet, Credit Suisse

Rohstoffe: Nach wie vor neutral

Die Rohstoffmärkte befinden sich seit Jahresbeginn in einer Konsolidierungsphase, haben sich aber besser als die meisten Aktienmärkte gehalten. Unsere Einschätzung ist weiterhin neutral. Die Energiepreise bleiben wegen der Wartung der Raffinerien wohl bis April saisonal eher unter Druck. Der Goldpreis dürfte in einer Spanne gefangen bleiben: Der eher schwache US-Dollar stützt, die eher steigenden US-Realzinsen schwächen ihn. Die leichte Verlangsamung der globalen Industrieproduktion spricht auch bei den Industriemetallen vorläufig für wenig Bewegung.

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Gold- und Ölpreise halten sich

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Immobilien: Immobilienfonds mit kommerziellem Fokus wieder attraktiver

Ende Februar 2018 betrug der Renditevorteil von Schweizer Immobilienfonds mit Fokus auf Geschäftsflächen gegenüber den Wohnimmobilienfonds rund 65 Basispunkte (Bp); 2017 wurden zeitweise gar über 80 Bp erreicht. Angesichts der noch immer hohen Renditeprämien und der allmählichen Konvergenz bei den wegen Leerständen erlittenen Verlusten haben Fonds mit kommerziellem Fokus wieder an Attraktivität gewonnen. Wir rechnen mit einer Fortsetzung dieses Trends, da Büroflächen eher vom stärkeren Wirtschaftswachstum profitieren dürften.

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Kommerzielle Fonds: Zusatzrendite und abnehmende Risiken

Quelle: Jahres- und Halbjahresberichte der Fonds, Datastream, Credit Suisse