Anlagestrategie: Ein Blick auf die Aktienentwicklung 2022
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Anlagestrategie für Aktien. Was Anleger fürs 2022 wissen müssen.

Unternehmensgewinne dürften 2022 der wichtigste Treiber für Aktienerträge sein. Spannende Prognosen über die Entwicklungen am Finanzmarkt und was Sie für eine erfolgreiche Anlagestrategie im neuen Jahr wissen müssen, zeigt der neue Investment Outlook der Credit Suisse.

Rückblick auf die Geschehnisse am Finanzmarkt 2021

Ein Rückblick aufs Jahr 2021 zeigt, dass die meisten Aktienmärkte und Regionen beeindruckende Renditen erbrachten. Die Gewinne im MSCI AC World übertrafen die Höchststände aus der Zeit vor der Pandemie, was zu hohen Aktienerträgen führte.

Zugleich sank jedoch das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Das lag einerseits an den bereits erhöhten Niveaus. Andererseits daran, dass Anleger von abnehmenden fiskal- und geld- politischen Unterstützungen aus der COVID-19-Ära ausgingen.

Entwicklungen am Finanzmarkt: Gewinne steigen schneller als Kurse

Kurs-Gewinn-Verhältnis: Gewinne steigen schneller als Kurse

Letzter Datenpunkt: 28.10.2021
Quelle: Refinitiv, Credit Suisse

Prognosen über die Entwicklungen am Finanzmarkt fürs Jahr 2022:

Vor diesem Hintergrund wird für das Jahr 2022 eine «Normalisierung» erwartet. Nachdem sich die Unternehmensgewinne im Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich bewegten, deuten die Konsensprognosen für das Jahr 2022 auf ein Gewinnwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich hin. Eine gleichartige Entwicklung wird für die Aktienerträge erwartet. Auch die Finanzlage der Haushalte bleibt gut, sodass das positive gesamtwirtschaftliche Umfeld das Umsatzwachstum stützen dürfte.

Investment Outlook: Wachstumsgewinne pro Aktien dürften sich normalisieren

Prognose für das Gewinnwachstum im MSCI AC World

Das Wachstum der Gewinne pro Aktie (EPS) dürfte sich 2022 normalisieren.
Letzter Datenpunkt: 23.09.2021
Quelle: Refinitiv, Credit Suisse

Grundsätzlich können Unternehmen fürs 2022 solide Margen erwarten. Nichtsdestotrotz schwindet ihr Spielraum, anwachsende Kosten auf die Konsumenten abzuwälzen. Grund dafür sind die steigenden Inputkosten sowie die wachsende Kluft zwischen dem Produzenten- und Konsumentenpreisindex.

Die Preissetzungsmacht ist daher ein wichtiges Thema für Aktienanleger. Denn Unternehmen, die höhere Inputkosten an die Konsumenten weiterreichen können, werden besser abschneiden als jene mit wenig Preissetzungsmacht.

Risiken, die Anleger für ihre Anlagestrategie berücksichtigen sollten

Globale Aktien sind 2022 von mehreren Risiken bedroht, welche Anleger im Blick behalten sollten:

  • Steigende Inputkosten: Könnten den Gewinn, respektive die Margen schmälern
  • Störungen in den Lieferketten: Mögliche Belastung der Rentabilität
  • Eine überraschend beharrliche Inflation: Könnte zu restriktiven, geldpolitischen Bedingungen und «politischen Fehlern» führen
  • Die US-Zwischenwahlen: Potenzielle politische Pattsituation
  • Eine neuartige COVID-19 Mutation, gegen welche die Impfstoffe weniger wirksam sind
  • Die nachlassende Konjunktur Chinas und weitere Belastungen von regulatorischer Seite

Fed kündigt Drosselung der Finanzkäufe an – wie wird der Finanzmarkt reagieren?

Um den von COVID-19 ausgelösten Schock an den Aktienmärkten zu beruhigen, erhöhten die Zentralbanken im Jahr 2021 das Volumen ihrer Wertschriftenkäufe auf der Bilanz. Später trieb diese Überschussliquidität in Verbindung mit den niedrigen Zinsen die kräftige Aktienrally an.

Im vergangenen Jahr wurde das Volumen der Wertschriftenkäufe erhöht

 

Volumen der Bilanz des BIP: Februar 2020 (in %)
Volumen der Bilanz des BIP:
November 2021 (in %)

USA

19.2 37.5

Eurozone

39.2 69.2

Japan

104.7

132.8

Die Fed hat bei ihrer Sitzung im November 2021 die Drosselung ihrer Wertschriftenkäufe – auch bekannt als «Tapering» – angekündigt. Von diesem Standpunkt aus ist davon auszugehen, dass sie ihre Käufe ab Dezember 2021 bis Mitte 2022 verringern wird.

Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage dürfte der Markt die Drosselung gut verdauen: Die Realzinsen sind mit -0.86 Prozent tief, die Bewertungskennzahlen entsprechend hoch. Aus dieser Hinsicht dürfte eine durch das Tapering ausgelöste Korrektur an den Aktienmärkten eine Kaufgelegenheit für Anleger darstellen.

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