Anlagestrategie: Wie Anleger im Bärenmarkt richtig handeln
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Angst ist keine Anlagestrategie

Wir befinden uns im Auge eines Sturms: Während die Angst vor Inflation und Rezession die Wall Street beherrscht, verzeichnen Unternehmen der Main Street volle Auftragsbücher. Letztere leiden aber unter gestörten Lieferketten und einem gewaltigen Mangel an Arbeitskräften. In solch stürmischen Zeiten ist es angebracht, sich an Grundsätzliches zu erinnern: Angst ist keine Anlagestrategie. Doch wie gehen Anlegerinnen und Anleger mit Bärenmärkten um?

Börse im Sturm: Bärenmärkte

Der zweijährige Bullenmarkt, der am 23. März 2020 auf den Bärenmarkt des Pandemiebeginns folgte, ist zu Ende. Seit dem letzten Höhepunkt verlor der S&P 500, der global wichtigste Leitindex, mehr als 20 Prozent1. Diese magische Marke von –20 Prozent macht aus der «Korrektur» einen «Bärenmarkt». Diese sind historisch selten und bieten meist gute Investitionsgelegenheiten.

Die letzten Bärenmärkte gab es beispielsweise im Jahr 2020 während der Corona-Krise oder zwei Jahre zuvor während der Finanzkrise. Doch der aktuelle Bärenmarkt ist vielleicht mit jenem von 1987 vergleichbar. Letzterer wurde ausgelöst von der plötzlichen Angst vor einer Rezession – die dann jedoch nicht stattfand. Der Bärenmarkt dauerte damals ungefähr vier Monate und verzeichnete die stärkste Erholung – wie immer – folgend auf den dunkelsten Tag.

Bärenmarkt – eine Schule für Anlegerinnen und Anleger

Im aktuellen Bärenmarkt haben US-Aktien deutlich mehr verloren als etwa Schweizer Aktien. Was nicht zuletzt am 25-prozentigen Gewicht der «Magnificent Eight»-Titel liegt, jener amerikanischen Mega Caps, die besonders vom Anstieg der US-Zinsen betroffen sind. Eine derartige Investorenkapitulation ist aussergewöhnlich und war so nicht absehbar. Wie geht es nun weiter?

Drei zeitlose Börsenlehren können Anlegerinnen und Anlegern in diesen komplizierten Zeiten Orientierung geben:

1. Angst ist an den Börsen kein Dauerzustand

Es hat sich an den Aktienmärkten bewährt, einen kühlen Kopf zu bewahren. Das gilt besonders dann, wenn Panik unter Investorinnen und Investoren ausbricht. Am Ende folgen die Börsen doch stets der Wirtschaft beziehungsweise den Unternehmensgewinnen. Das wird auch in Zukunft so sein.

2. Bärenmärkte wirken wie singuläre Schocks

Man kann sich schlecht gegen Bärenmärkte absichern. Dies ist auch gar nicht ratsam, denn die Absicherung kostet meist mehr als der entstandene Schaden. Den besten Schutz bietet eine gute Diversifikation. Die strategische Untergewichtung des Credit Suisse Anlagekomitees in Staatsanleihen und ihre alternativen Anlagen waren in diesem Jahr besonders wertvoll für Anlegerinnen und Anleger – quasi eine «kostenlose» Diversifikation.

Anlagestrategie: Cash verliert langfristig

Anlagestrategie: Cash verliert langfristig fast immer durch Inflation

Entwicklung der Kaufkraft von CHF 100 von 1980 bis 2020, in Schweizer Franken

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.
Letzter Datenpunkt: 2020

3. Cash ist manchmal, aber nur selten König

Und zu guter Letzt: Auf Dauer verliert Cash gegenüber Aktien und Anleihen in jeder Währung. Das gilt selbst in der härtesten Währung, dem Schweizer Franken. Denn auch die Kaufkraft des Schweizer Frankens hat sich seit 1980 durch Inflation fast halbiert. Dahingegen ist seit 1990 der Wert eines global diversifizierten, jährlich auf 60/40 angepassten Aktien/Anleihen-Portfolios von 100 auf 1’634 US-Dollar gestiegen.

1Die Quelle für Marktdaten ist Refinitiv, Stand 15. Juni 2022, soweit nicht anders angegeben. Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse. Man kann nicht in einen Index investieren. Die gezeigten Indexrenditen sind keine Ergebnisse tatsächlichen Handels investierbarer Anlagen/Wertpapiere. Anleger, die eine Strategie analog einem Index verfolgen, können geringere oder höhere Renditen erzielen und müssen die damit verbundenen Kosten berücksichtigen.

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