Aktienmärkte: Wichtiges für Anleger zum Strukturwandel
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Aktienmärkte trotz Krise im Hoch. Was Anleger dazu wissen müssen.

Das Coronavirus und die nachfolgende Krise haben wichtige Parameter für Wirtschaft, Börsen und Anleger verschoben. Der globale Strukturwandel, welcher das Virus ausgelöst hat, verändert die Aktienmärkte. Welche zentralen Aspekte Anleger nun besonders beachten sollten.

Aktienmärkte verändern sich

Die Coronakrise hat viele Börsen nachhaltig verändert. Damit Anleger für die Zukunft vorbereitet sind, müssen sie folgende grundlegende Bewertungsparameter sorgfältig beachten: Indexanpassungen, Geldpolitik und Strukturwandel.

  • Indexanpassungen
    In Zukunft müssen Anleger den regelmässigen Indexanpassungen deutlich mehr Beachtung als sonst schenken: Denn das Coronajahr 2020 hat einen präzedenzlosen Anstieg von Indexanpassungen ausgelöst, da durch die Krise das Verhältnis zwischen Gewinnern und Verlierern aus den Fugen geraten ist. Für Anleger ist die Konsequenz ebenso einfach wie wichtig: Sie müssen Indizes und ihre regelmässigen Anpassungen gut beobachten, denn diese lösen grosse Kapitalflüsse aus. Zudem ist die Wahl eines guten Vergleichsindex heikler und wichtiger denn je. Denn je nachdem kann sie Vorzeichen von Performance-Auswertungen in beide Richtungen drehen. Und wer in einer Welt mit zunehmend konzentrierten Indizes noch eine eigene Linie verfolgen will, der findet besonders in Private Equity, ebenso wie in thematischen Anlagen, für diesen Zweck gut geeignete Instrumente.
  • Geld- und Fiskalpolitik
    Global hat die Krise eine neue Ära der Geld- und der mit ihr enger verknüpften Fiskalpolitik eingeleitet. Dies wird nicht nur in den sinkenden Leitzinsen, sondern vor allem auch in den Kapitalmarktrenditen sichtbar. Die Perpetuierung tiefer Kapitalmarktrenditen hat die fairen Bewertungen von nahezu allen Anlageklassen um circa 20 bis 30 Prozent angehoben. Ob das von Dauer ist? Langfristig wird entscheidend sein, wie die Welt die Pandemie durch medizinische und soziale Massnahmen überwinden kann.
  • Strukturwandel
    Die Pandemie hat einen globalen Strukturwandel ausgelöst. Globale Lieferketten verändern sich und Unternehmen passen ihre Produkte und Prozesse an, um ihre Ertragskraft zu schützen. In der politischen Diskussion erhält das Engagement für eine schnellere Klimawende Auftrieb, nicht zuletzt durch die positiven Auswirkungen auf die Umwelt. Ein vielseitiger globaler Strukturwandel bringt ebenso mannigfache Gewinner und Verlierer hervor.

Wie Anleger mit Anlagestilen am besten umgehen

Um Investitionen in Verlierer zu vermeiden, folgen viele Anleger gegenwärtig drei einfachen Prämissen: Unternehmen, die rasch wachsen, stehen weiter hoch im Kurs, denn sie signalisieren damit unternehmerische Agilität und Adaptivität. «Qualität», also solide Bilanzen mit gesunder Kapitalrendite, sind in unsicheren Zeiten ebenfalls gefragt. Hingegen bilden eine tiefe Bewertung oder hohe Dividendenrenditen bis auf Weiteres immer noch keine Börsentrümpfe – wenngleich die unterdurchschnittliche Leistung von «Value» im Vergleich der letzten drei Monate zu dem Wert der letzten drei Jahre zurückgeht.

Aktienmärkte: Faktorrenditen im Vergleich

Faktorrenditen von Wachstums-, Qualitäts- und Value-Stilen im Vergleich

Letzter Datenpunkt: 16. Oktober 2020
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ereignisse.

Das Wechselspiel der beiden klassischen Anlagestile «Value» und «Wachstum» ist für Anleger von zentraler Bedeutung. Wer hier die Weichen richtig stellt, profitiert meist einige Jahre. Zudem ist es möglich, dass in den kommenden Monaten aufgrund der starken Konjunkturerholung ein Führungswechsel vonstattengeht. In den letzten 23 Jahren gewann «Wachstum» gegenüber «Value» in 13 Jahren, während «Value» während insgesamt zehn Jahren punktete – zwischen 2000 bis 2007 und, aus idiosynkratischen Gründen, in den Jahren 2011 (Eurokrise), 2016 (Ölpreiserholung) und 2018 («Flash Crash»).

Aktienmärkte: «Wachstum»- vs. «Value»-Stil

Die lange Sicht auf «Wachstums»-versus «Value»-Stil

S&P 500 Growth Index und S&P 500 Value Index relativ zum S&P 500

Letzter Datenpunkt: 20. Oktober 2020
Quelle: Standard & Poor’s, Haver Analytics, Yardeni Research

Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ereignisse.

Welche Aktien für Anleger jetzt besonders attraktiv sind

Für die Zukunft sind für Anleger aktuell besonders deutsche Aktien sowie jene aus China und Taiwan attraktiv. Mit dieser Kombination lassen sich gewissermassen «Wachstum» und «Value» verbinden und allfällige Risiken abfedern. Dabei sind deutsche Aktien typischerweise «Value»-Titel mit zyklischem Profil (Banken, Autos, Maschinen, Chemie). Als solche dürften sie von der globalen Erholung im kommenden Jahr profitieren. Dass sie zudem günstig bewertet sind und eine hohe Dividendenrendite aufweisen, dürfte ihnen 2021 zusätzlichen Rückenwind geben. Chinesische Aktien profitieren hingegen von ihrem Fokus auf Technologie, einem grossen, stark wachsenden asiatischen Markt, ihrer tiefen Bewertung und der Stimulierung des Marktes durch die Politik.

Der globale Strukturwandel verändert Branchen

Durch die Corona-Pandemie vollzieht sich ein Strukturwandel in unterschiedlichen Branchen, wie beispielsweise dem Energiesektor. Denn in der Zwischenzeit hat die Pandemie den politischen Willen zu einer Dekarbonisierung der Wirtschaft und einer Klimawende gestärkt. Vor diesem Hintergrund belohnen die Börsen jene Unternehmen, die auf nachhaltige Energiegewinnung und -versorgung setzen. So konnten beispielsweise Solartitel seit Jahresbeginn mehr als 100 Prozent zulegen.

Aktienmärkte: Nachhaltigkeit zahlt sich in der Energiewirtschaft aus.

In der Energiewirtschaft zählt Nachhaltigkeit mehr denn je

Index der Aktienpreisperformance, 1.1.2018 = 100
Letzter Datenpunkt: 16. Oktober 2020
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse

Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ereignisse.

Die Zweitrundeneffekte der Krise verleihen dem Aspekt «Nachhaltigkeit» grosses Gewicht. Unsere Empfehlung für Anleger ist klar: Nachhaltigkeit als Supertrend und als Anlagestil wird mehr denn je ein wertvoller Erfolgsfaktor für Unternehmen und Anleger bleiben.

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