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9 Gründe, als Anleger Optimist zu sein

Es gibt gute Gründe, als Anleger Optimist zu sein. Einer ist die sich selbst erfüllende Prophezeiung. Doch auch harte Fakten sprechen für eine positive Performance der Börse in den nächsten Jahren. Die Inflation ist schwach, und die globale Wirtschaft dürfte die Kurse von Aktien weiter nach oben treiben.

Kürzlich hat der viel beachtete amerikanische ISM-Einkaufsmanager-Index den höchsten Stand seit 13 Jahren erklommen. Auch der Eurozonen-Einkaufsmanager-Index PMI hat seinen im August erreichten Höhepunkt bestätigt. Europas Industrieproduktion markiert das stärkste monatliche Wachstum seit 79 Monaten. Und Chinas Wachstum schlägt dieses Jahr selbst optimistische Jahreserwartungen.

Die Wachstumstreiber sind Konsum, Infrastruktur, Fiskalausgaben für Energie, Wasserversorgung, Strassen und Verteidigung. Sie werden durch das Jahreswachstum der Bankkredite um 2’000 Milliarden US-Dollar auf 17’500 Milliarden US-Dollar weiter beflügelt. Auch die People’s Bank of China ist mit ihrem Anlageportfolio von 5’200 Milliarden US-Dollar nicht eben bescheiden. Und sogar in Südkorea fliegen zurzeit nicht Raketen, sondern die jüngsten Exportstatistiken fast vertikal in die Höhe, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

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Südkoreas Exportstatistik steigt vertikal wie eine Rakete

Warenexport (Milliarden US-Dollar, saisonbereinigt, annualisiert)
Quelle: Haver Analytics, Broker Research 

In Aktien investieren: Diese Fakten sprechen dafür

Diese Dynamik bestätigt unsere zu Jahresbeginn formulierte Einschätzung der Weltwirtschaft. Sie unterstützt auch die Botschaft des Buchbestsellers «Triumph der Optimisten» der drei Finanzmarktprofessoren Dimson, Marsh und Staunton. Langfristig sind optimistische Unternehmer und Anleger erfolgreicher als Pessimisten, weil dem Optimismus eine Kraft der sich selbst erfüllenden Prophezeiung innewohnt. Der Optimismus entspricht – allen negativen Medienschlagzeilen zum Trotz – einem menschlichen Grundbedürfnis. Nicht zuletzt wird er bestätigt vom Fortschritt der Geschichte und vom langfristigen Erfolg der Finanzmärkte.

Es gibt auch heute noch gute Gründe, als Anleger ein Optimist zu sein:

1. Die Weltwirtschaft ist auf Kurs, den stärksten und inflationsärmsten Aufschwung seit zwanzig Jahren zu erleben. Sie wird beflügelt durch die weltweit synchrone Konsum- und Investitionsdynamik, die unterstützende Geld- und Fiskalpolitik und eine ungewöhnlich liquide Kapitalverfügbarkeit.

2. Positive Zinsstrukturkurven signalisieren, dass Anleger auf absehbare Zeit keine Rezession erwarten.

3. Pensionskassen halten im Durchschnitt nur knapp 30 Prozent Aktienanlagen. Das ist (zu) wenig in Relation zu ihren Zielrenditen und im historischen Vergleich.

4. Die durchschnittlichen Gewinnrenditen von Unternehmen liegen weiterhin über den meisten Fremdkapitalkosten. Selbst wenn Aktienrückkäufe abnehmen, bleiben sie eine wichtige Quelle von Aktienkäufen.

5. Zentralbanken belohnen die Mutigen. Angesichts der tiefen Inflation besitzen sie weder Grund noch Interesse an einem geldpolitischen Bremsmanöver. Vielmehr streben sie eine glaubwürdige Kommunikation ihrer langfristigen Normalisierungsstrategie an – wobei «langfristig» zu betonen ist. Ihre Anlageportfolios sind mittlerweile auf über 15’000 Milliarden US-Dollar angewachsen, knapp 1’800 Milliarden US-Dollar mehr als vor einem Jahr.

6. Westliche Banken verfügen über die höchste durchschnittliche Kapitalausstattung seit 35 Jahren. Kein Wunder, denn die Kreditvergabe – eine Wachstumsbremse der letzten Jahre – hat weltweit wieder einen Wachstumskurs eingeschlagen.

7. Die Fiskalpolitik, deren Einsparungen zwischen 2011 und 2016 knapp 7 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts kosteten, hat in den Vorwärtsgang geschaltet. Sie trägt dieses Jahr wesentlich zum globalen Wachstum bei.

8. Der 50-prozentige Rückgang bei Erdöl- und Mobilitätspreisen spülte den Konsumenten seit 2015 über 1’500 Milliarden US-Dollar in die Kassen.

9. Die Hausse der Aktien, Anleihen und Immobilien stärkt das finanzielle Vertrauen vieler Sparer. Allein US-Aktien haben seit 2009 bis heute knapp 24’000 Milliarden US-Dollar an Wert gewonnen.

Wir erwarten für die meisten Anlageklassen positive Erträge über die kommenden fünf Jahre.

Burkhard Varnholt, CIO Swiss Universal Bank / Deputy Global CIO 

Wirtschaft wächst fast ohne Inflation

Eine Milliarde hier, eine Milliarde dort. Am Schluss addieren sich die vielen kleinen und grossen Zahlen zu einer sehr bedeutenden Kraft für weiteres Wachstum. Global 3,6 Prozent Wachstum (das entspricht etwa 2’500 Milliarden US-Dollar) erwarten wir für 2017. Ebenfalls plus 3,6 Prozent (2’600 Milliarden US-Dollar) für 2018. Wie lange hält der synchrone Aufschwung noch?

Während typischerweise jeder Aufschwung bereits die Saat des nächsten Abschwungs austrägt, verhält es sich zurzeit anders. Denn in der Regel schafft Wachstum Inflation. Diese provoziert dann eben das geldpolitische Bremsmanöver, das den nächsten Abschwung einleitet.

Doch gegenwärtig wächst die Wirtschaft fast ohne Inflation. Für 2018 erwarten wir einen Rückgang der durchschnittlichen globalen Inflation von 2,8 Prozent auf 2,7 Prozent. Deshalb könnte der aktuelle Aufschwung noch bis weit ins Jahr 2019 andauern – und damit als einer der längsten in die Geschichte eingehen.

Börsen dürften vom Aufschwung profitieren

Gilt das auch für die Börsen? Gut möglich, wenngleich der seit 2009 andauernde Bullenmarkt durch insgesamt 47 Panikattacken und zwei grössere Verschnaufpausen (2011 und 2015) unterbrochen wurde. Doch ein optimistischer Börsenausblick 2018 stellt erstaunlicherweise immer noch eine konträre Haltung dar im Vergleich zur aktuellen Positionierung institutioneller Investoren.

Die Haupterkenntnisse der «Capital Market Assumptions» (CMA) – unserer Erwartungen in Bezug auf die Entwicklung der Konjunktur und der Finanzmärkte in den nächsten fünf Jahren – unterstreichen diesen Befund: Obwohl der laufende Konjunkturzyklus inzwischen einige Jahre andauert, spricht kaum etwas für eine bevorstehende Wende. Insbesondere ist die Wahrscheinlichkeit einer Rezession gering.

Ungeachtet der teuren Bewertungen bieten die Märkte daher noch immer positive Risikoprämien, und wir erwarten dementsprechend für die meisten Anlageklassen positive Erträge über die kommenden fünf Jahre.