ESG-Anlagen: Wie sieht das Angebot der Zukunft aus?

Das ESG-Angebot der Zukunft muss individualisierbar sein

Fondssponsoren und Portfoliomanager haben bei Nachhaltigkeitsanlagen individuelle Bedürfnisse. Viele Faktoren müssen von Finanzinstituten, die die Fonds ihrer Kunden umsetzen, abgedeckt werden. Wie gelingt das?

ESG (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) hat sich in Anlageportfolios längst zu einem Mainstream-Faktor entwickelt. Innerhalb weniger Jahre ist nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Angebot an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten nahezu explodiert. Ausschlüsse, Best-in-Class, Impact, Thematic, Stewardship, Proxy Voting – die Liste von ESG-Ansätzen, die individuell nach den Vorstellungen des Fondssponsors und der Investoren in Details ausgestaltet werden können, ist lang.

Aus diesen Möglichkeiten haben sich unter anderem auch bei institutionellen Anlegern Anforderungen im Bereich ESG entwickelt, die sich je nach Anlageklasse und Region in Bezug auf Tiefe, Breite und Häufigkeit stark unterscheiden. Diese Individualität stellt Finanzinstitute bei der Erarbeitung umfassender ESG-Angebote vor Schwierigkeiten. Wie kann man den individuellen Bedürfnissen gerecht werden?

Kundenbedürfnisse bei ESG-Anlagen gruppieren

Eine Frage, die auch Credit Suisse Asset Servicing beschäftigt. Sie sieht das Dilemma als Chance. «Um herauszufinden, wie unser zukünftiges ESG-Angebot aussehen könnte, haben wir uns überlegt, inwiefern die verschiedenen Kundenbedürfnisse gruppiert werden können», sagt Tim Gutzmer, Head ESG Credit Suisse Asset Servicing. Dabei würden sich gemäss dem Experten drei Möglichkeiten anbieten: ESG-Basis-Service, ESG-Themen und ESG-Individualisierung.

Unter ESG-Basis-Service wird die Unterstützung bei der Definition der ESG-Anlagestrategie, der Offenlegung sowie das Reporting und Monitoring von ESG-KPI-Daten zusammengefasst. Die anderen beiden Gruppierungen stellen dagegen Impact-orientierte ESG-Ansätze und -Themen in den Fokus.

Die Säulen eines umfassenden ESG-Angebots

«Ausgehend von einer solchen Gruppierung, sollte es möglich sein, für unsere Kundschaft ein entsprechendes Angebot aufzubauen», erklärt Tim Gutzmer. Dieses setzt sich aus den folgenden Bausteinen zusammen:

  • ESG-Datenquellen und IT-Architektur: Die notwendige ESG-Datenabdeckung für das Anlageuniversum der Fonds sowie eine entsprechende IT-Architektur zur Integration von ESG-Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden sichergestellt.
  • Einhaltung von ESG-Rechtsvorschriften: Die Anwendbarkeit eines regulatorischen Rahmens für die zugrunde liegenden Portfolios kann validiert werden. Dazu wird sichergestellt, dass die gewählte ESG-Anlagestrategie mit den jeweiligen Definitionen und Auslegungen der regulatorischen Anforderungen übereinstimmt.
  • ESG-Anlagestrategie: Die ESG-Strategie wird definiert. Verbindliche Elemente wie erwartete Auswirkungen und potenzielle Mängel werden hervorgehoben und sorgen dadurch für eine angemessene Offenlegung der ESG-Anlagestrategie.
  • ESG-Risikomanagement: Ein angemessenes ESG-Risikomanagement und eine laufende Überwachung werden gewährleistet, um die Übereinstimmung mit der offengelegten ESG-Anlagestrategie sicherzustellen.
  • ESG-Berichterstattung: Es erfolgt eine regelmässige Berichterstattung über die ESG-Leistung des Portfolios. Zudem werden die erzielten positiven Auswirkungen sowie die im Berichtszeitraum festgestellten Mängel hervorgehoben.
     

Auf starkem Fundament aufbauen

«Ein solches Angebot bietet unserer Kundschaft viele Vorteile», erklärt Tim Gutzmer und fügt an: «Wir sorgen damit nicht nur für eine Sicherstellung der regulatorischen Anforderungen, sondern bieten auch ein stark individualisiertes ESG-Produkt, das den Zugang zu nachhaltigkeitsaffinen Kunden und Distributoren eröffnet.»

Bei der Entwicklung des innovativen ESG-Angebots befindet sich Credit Suisse Asset Servicing in der Startphase. Vorerst stehen die Implementierung der ESG-Datenquellen und der IT-Architektur, das ESG-Risikomanagement sowie die Einhaltung von ESG-Rechtsvorschriften im Fokus. «Erst wenn diese Bausteine ein starkes Fundament bilden, werden mögliche Zusatzservices zusammen mit unserer Kundschaft ausgearbeitet», erläutert Thomas Berger, Head Product Management Credit Suisse Asset Servicing.