Expertengespräch: "Die digitale Zukunft hat begonnen."

Seit 1. Oktober 2018 zeichnet Gerald Kremer als Chief Digital Officer für die digitale Transformation beim Global Real Estate des Credit Suisse Asset Management verantwortlich. Im Gespräch mit Christoph Schumacher, Leiter Credit Suisse Global Real Estate, erörtert er die vielversprechenden Möglichkeiten, die sich dank der Digitalisierung für die Immobilienbranche im Allgemeinen sowie für Global Real Estate im Speziellen ergeben.

Christoph Schumacher: Unser komplettes Leben gestaltet sich zunehmend digitaler. Verbunden damit sind viele neue Möglichkeiten; auch im Bereich Global Real Estate. Voraussetzung, um die vielversprechenden Möglichkeiten gewinnbringend für sich nutzen zu können, ist eine professionell erarbeitete Digitalisierungsstrategie. Daher haben wir unser Team Anfang Oktober mit Gerald Kremer verstärkt. In seiner Rolle als Chief Digital Officer ist er für die Weiterentwicklung der digitalen Unternehmensstrategie von Global Real Estate zuständig. Herzlich willkommen beim Credit Suisse Asset Management, Herr Kremer!

Gerald Kremer: Vielen Dank, Herr Schumacher! Ich freue mich sehr über diese neue berufliche Herausforderung. Denn wie Sie bereits erwähnt haben, birgt die Digitalisierung viele Chancen für die Immobilienbranche. So ermöglicht sie es beispielsweise nicht nur, Kosten und Risiken zu minimieren, sondern auch Prozesse effizienter zu gestalten und neue Geschäftsfelder zu erschliessen.

Christoph Schumacher: Genau hier möchten wir ansetzen. Dazu werden Sie neben der Erarbeitung unserer digitalen Strategie bereits laufende Digitalisierungsprojekte vorantreiben und neue initiieren. Zudem zeichnen Sie als Leiter des Innovation Hubs sowohl für das Innovationsmanagement als auch für die strategische Zusammenarbeit mit Proptech-Unternehmen verantwortlich.

Gerald Kremer: Proptechs sind ein gutes Stichwort. Der Begriff ist eine zusammengesetzte Kurzform der beiden Wörter Property und Technology. Er steht damit sinnbildlich für die digitalen Entwicklungen in der Immobilienbranche.

Christoph Schumacher: Die Zahl der Proptechs wächst rasant. Häufig sind es Start-ups, es gibt aber auch Grossunternehmen, die in diesem Bereich aktiv sind. Sie alle bieten digitale Services oder Produkte, die an verschiedenen Bereichen der immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungskette ansetzen.

Gerald Kremer: Exakt. Dabei kann es sich beispielsweise um Soft- und Hardwarelösungen zur Optimierung von Prozessen handeln, ebenso wie um die Einführung von intelligenten Informations- und Kommunikationssystemen. Dank der Partnerschaften mit ihnen versprechen wir uns Innovationen, die einen Mehrwert für alle Beteiligten bieten – das heisst für Global Real Estate genauso wie für Anleger und Mieter.

Christoph Schumacher: Das Generieren neuer Ideen ist generell von grosser Bedeutung.

Gerald Kremer: Ja, absolut. Denn Studien belegen, dass Organisationen mit hoher Innovationskraft sowie effizienten, datengetriebenen und flexiblen Prozessen viel erfolgreicher am Markt agieren als ihre Wettbewerber.

Christoph Schumacher: Die neuen Ideen müssen dabei jedoch nicht zwingend durch externe Dienstleister generiert werden. Auch innerhalb von Credit Suisse Global Real Estate gibt es tolle Ansätze, die auf das Thema Digitalisierung einzahlen.

Gerald Kremer: Dem ist definitiv so. Daher hat das Global Real Estate des Credit Suisse Asset Management beste Chancen, eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet einzunehmen. Denn im Interbranchenvergleich bildet die Immobilienwirtschaft hinsichtlich Digitalisierung aktuell zwar noch das Schlusslicht, hat durch die Umsetzung bereits angestossener Initiativen aber enormes Potenzial gegenüber anderen Branchen aufzuholen.

Christoph Schumacher: Eine gute Entwickung mit grosser Bedeutung. Denn mit Blick auf das zunehmende Verschwinden von Markteintrittsbarrieren in unsere Branche ist es wichtig, dass wir uns intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und das Credit Suisse Global Real Estate so erfolgreich für die Zukunft aufstellen.

Gerald Kremer: Hierfür heisst es, zu handeln und in einem ersten Schritt die IST-Situation zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Analyse werden die Basis für die Entwicklung unserer digitalen Strategie sowie deren konkreter Projektbausteine bilden.

Christoph Schumacher: Das macht Sinn. Denn bevor man sich dem Initiieren spezifischer Projekte widmen kann, braucht es eine ganzheitliche Strategie. Diese muss mit klar aufeinander abgestimmten Bausteinen einen nachhaltigen Plan verfolgen.

Gerald Kremer: Extrem wichtig ist mir in diesem Zusammenhang, dass die Digitalisierungsstrategie kein reines IT-Thema ist, sondern bereichsübergreifend betrachtet wird. Daher heisst es, Silos aufzubrechen – sowohl bei Prozessen als auch in der disziplinenübergreifenden Zusammenarbeit.

Christoph Schumacher: Erfolgskritisch ist zudem die Unterstützung seitens des Managements.

Gerald Kremer: Absolut. Nur wenn dieses die Digitalisierungsstrategie aktiv unterstützt und mit entsprechenden Ressourcen und Handlungsoptionen versieht, werden die digitalen Bemühungen nachhaltig dazu beitragen, den zuvor angesprochenen Mehrwert für die verschiedenen Anspruchsgruppen zu erzielen.

Christoph Schumacher: Genau deshalb haben wir uns gezielt dazu entschieden, mit Ihnen als Chief Digital Officer die für die Erarbeitung und Umsetzung der Digitalisierungsstrategie nötigen Kompetenzen in unsere Organisation zu holen. Apropos Digitalisierungsstrategie – welche Initiativen könnten aus Ihrer Sicht Teil einer solchen sein?

Gerald Kremer: Die Liste an möglichen Beispielen ist lang. Zum einen mit Exempeln, die aktuell noch Zukunftsmusik sind, zum anderen aber auch mit Initiativen, die zeigen, dass die digitale Zukunft in der Immobilienbranche bereits begonnen hat.

Christoph Schumacher: Lassen Sie uns exemplarisch auf zwei Beispiele eingehen.

Gerald Kremer: Gerne. Nehmen wir zuerst das Thema künstliche Intelligenz. Sie kommt hier und da schon heute erfolgreich zum Einsatz, so zum Beispiel beim Daten- und Vertragsmanagement. Das Potenzial der Technologie ist jedoch viel grösser und ich bin überzeugt, dass sie schon sehr bald bei der Analyse ganzer Portfolios Anwendung finden wird. Denn künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten und grosse Mengen an Daten zu ordnen, um datenbasierte und risikominierte Entscheidungen zur treffen.

Ein weiteres Beispiel ist das Internet der Dinge. Mit Hilfe von mit dem Internet verbundener Systeme und Sensoren lassen sich bspw. automatische Meldungen und daraus folgende Prozessketten über etwaige Schäden an gebäudetechnischen Anlagen auslösen – in Echtzeit und ohne, dass die Liegenschaft vor Ort untersucht werden müsste. Hierzu muss eine Immobilie selbstverständlich mit passenden Sensoren versehen sein. Daher ist es wichtig, entsprechende Überlegungen von Anfang an in die Entwicklung neuer Liegenschaftsprojekte mit einfliessen zu lassen.

Christoph Schumacher: Spannende Ansätze, die zeigen, wie digitale Innovationen erfolgreich ihren Weg ins Asset Management finden. Ich glaube daher, dass das Thema Digitalisierung in unserer Branche weiter an Bedeutung gewinnen wird. Und bin überzeugt, dass Sie und Ihr Team aktiv dazu beitragen werden, das hervorragende Produktportfolio von Global Real Estate weiter aufzuwerten. Dabei viel Freude und Erfolg!

Gerald Kremer: Besten Dank!

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