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Swiss Entrepreneurs Foundation: Rückenwind für Start-ups und innovative KMU

Junge Unternehmen tun sich mit der Kapitalbeschaffung in einer fortgeschrittenen Wachstumsphase oft schwer. Eine neuartige Finanzierung schafft Abhilfe.

Die Schweiz ist zu Recht stolz auf ihre vielfältige KMU-Landschaft. Gleichwohl besteht Handlungsbedarf, denn zu oft wandern junge Unternehmen nach der Gründungsphase ins Ausland ab. Damit verlagern sich auch das technologische Know-how und Arbeitsplätze. Dieser Trend muss durchbrochen werden, sagten sich führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, zu denen der ehemalige Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann gehörte, und riefen die Swiss Entrepreneurs Foundation ins Leben.

Die Stiftung mit Sitz in Bern steht seit Anfang 2019 unter dem Patronat von Wirtschaftsminister Guy Parmelin und hat zum Ziel, Schweizer Start-ups und innovative KMU in der Wachstumsphase zu fördern.

Die Stiftung setzt Projekte um, die die Rahmenbedingungen für junge Unternehmen und innovative Technologien verbessern, und stellt den Jungunternehmern über ein internationales Advisory Board Know-how und Netzwerke zur Verfügung. Zudem hat die Stiftung zusammen mit der Credit Suisse und weiteren Partnern die Lancierung einer Finanzierungsplattform angestossen, die Start-ups und innovativen KMU Risiko- und Wachstumskapital zur Verfügung stellt.

Das Finanzierungsportal vor der Haustür

Herr Denat, was hat die Credit Suisse veranlasst, sich an der Lancierung einer solchen Finanzierungsplattform zu beteiligen?

Die Credit Suisse versteht sich seit ihrer Gründung durch Alfred Escher als «Bank für Unternehmer», die sich für ein nachhaltiges Wachstum einsetzt. Dazu gehört insbesondere unser Engagement, jungen, innovativen Unternehmen den Zugang zu Wachstumskapital zu ermöglichen. Nebst unseren langjährigen Aktivitäten als Risikokapitalgeberin haben wir nun eine zusätzliche Plattform für Wachstumskapital innerhalb der Schweiz geschaffen.

Welche Unternehmen können eine Finanzierung beantragen?

Die Unternehmen müssen eine gewisse Marktakzeptanz vorweisen können. Dies bedeutet, dass Produkte oder Dienstleistungen zur Marktreife entwickelt sind, bereits ein Kundenstamm besteht und die Unternehmen sich in einer entscheidenden Wachstumsphase befinden. Normalerweise haben diese Unternehmen die Start-up- Phase bereits hinter sich gelassen. Unsere Zielunternehmen befinden sich in einer fortgeschrittenen Wachstumsphase.

Müssen die Unternehmen bereits positive Cashflows ausweisen?

Nein, nicht unbedingt. Aber die Voraussetzungen dazu müssen natürlich erkennbar und plausibel sein.

Unser Ziel ist es, enge Beziehungen zu Unternehmen in einer fortgeschrittenen Wachstumsphase aufzubauen.

Ist die Kapitalbeschaffung für vielversprechende Unternehmen in dieser Entwicklungsphase wirklich nicht gewährleistet? Das ist doch für  einen so starken Finanzplatz wie die Schweiz erstaunlich …

Ja, da haben Sie Recht. Studien besagen, dass von den grössten Finanzierungsrunden für Wachstumsgesellschaften in der Schweiz in den vergangenen Jahren eine Mehrheit nur dank ausländischem Kapital zustande kam. Es ist schon etwas bedauerlich, dass erfolgreiche Start-ups, die etwa aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH) oder Lausanne (EPFL) hervorgegangen sind, ausländisches Kapital beschaffen oder auswandern müssen, wenn sie eine gewisse Grösse erreicht haben.

Reicht Kapital, um diese Firmen zum Erfolg zu führen?

Nein. Eine Wachstumsphase ist meist komplex. Viele neue Herausforderungen müssen gleichzeitig gemeistert werden. Darum müssen Unternehmen in dieser entscheidenden Phase begleitet werden. Sie erhalten Zugang zu einem Netzwerk, dem ein hochqualifizierter Beirat als Vertreter der Swiss Entrepreneurs Foundation angehört. Die Unternehmer profitieren vom unternehmerischen Know-how, vom Mentoring und vom operationellen Coaching dieser Persönlichkeiten.

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