Increasing Energy Efficiency

Steigerung der Energieeffizienz. Mehr als 2’600 Einzelmassnahmen.

Rund ein Drittel aller weltweiten CO2-Emissionen stammt aus dem Immobiliensektor. Daher ist die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden ein wichtiger Teil der globalen Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels.

Das Global Real Estate des Credit Suisse Asset Management hat gemeinsam mit Siemens und Wincasa ein Programm entwickelt, um den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen seiner Liegenschaften zu reduzieren. Bei den rund 1 000 im Programm integrierten Liegenschaften wurde durch Betriebsoptimierungen eine durchschnittliche CO2-Reduktion von fast 10 % gegenüber 2012 erzielt.

Zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur Reduktion von CO2-Emissionen analysiert und optimiert das Global Real Estate sein Liegenschaftenportfolio systematisch. Hierzu wurde in Zusammenarbeit mit den beiden langjährigen Partnern Siemens Schweiz AG und Wincasa AG im Juli 2012 ein Programm implementiert. Ziel ist es, in rund 1000 Liegenschaften aus den Portfolios aller Immobilienanlageprodukte den Energieverbrauch um 10 % zu senken und die CO2-Emissionen somit um 13000 Tonnen pro Jahr zu reduzieren.

Laut Zwischenergebnissen wurde bei den rund 1 000 am Programm teilnehmenden Liegenschaften eine durchschnittliche CO2-Reduktion von fast 10 % erzielt.

Marcus Baur, Bereichsleiter Business Projects & Sustainability, Development & Construction

Energiecontrolling und Betriebsoptimierung

Im Fokus des Programms stehen die Themen Energiecontrolling und Betriebsoptimierung. Hierzu wurden die 64 Liegenschaften mit dem grössten Energieverbrauch an das Advantage Operation Center (AOC) von Siemens angeschlossen. Das AOC in Steinhausen (ZG) kann so jederzeit detailliert und online den Energieverbrauch der angeschlossenen Gebäude überwachen. Kommt es dabei hinsichtlich des Energieverbrauchs der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen zu Abweichungen von den definierten Soll-Werten kann sofort korrigierend eingegriffen werden. Zusätzlich zu den 64 direkt an das AOC angeschlossenen Liegenschaften werden rund 900 weitere Gebäude jährlich anhand ihrer Verbrauchsdaten auf ihre Energieeffizienz untersucht und über die Energiebuchhaltung in den Siemens Navigator der Siemens Schweiz AG eingepflegt. Hierzu wird jede der etwa 900 definierten Immobilien im Rahmen einer Betriebsoptimierung alle fünf Jahre durch Energieingenieure vor Ort überprüft. Dabei werden die Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen einerseits auf Mängel untersucht und andererseits geschaut, ob deren Einstellungen allenfalls optimiert werden könnten. Auf Basis der Prüfungsergebnisse werden anschliessend, wo immer nötig, zielführende Massnahmen initiiert, um die Energieeffizienz der jeweiligen Liegenschaft weiter zu steigern.

Anspruchsvolle Ziele

Die systematische, gemeinsam mit Siemens und Wincasa erarbeitete Herangehensweise trägt entscheidend dazu bei, die ambitionierten Ziele des Programms zu erreichen. Im Detail handelt es sich dabei um folgende Zielsetzungen:

  • Reduktion des Energieverbrauchs (Öl, Gas, Strom, usw.)
  • Reduktion des CO2-Ausstosses
  • Reduktion der Energiekosten für Eigentümer und Mieter
  • Verbesserung des Raumklimas

Um die gesetzten Ziele realisieren zu können, wurde das Programm in zwei Phasen unterteilt. Die erste begann im Juli 2012 und wurde per Ende Juni 2017 erfolgreich abgeschlossen. Die Zwischenergebnisse belegen, dass das Global Real Estate die CO2-Emissionen seines Portfolios bereits entscheidend verringern konnte. So wurde bei den rund 1000 im Programm integrierten Liegenschaften durch Betriebsoptimierungen eine durchschnittliche CO2-Reduktion von fast 10% gegenüber 2012 erzielt.

Ökologische Auswirkungen von Immobilien

30

CO2-Emissionen

40

Energieverbrauch

50

Ressourcenverbrauch

Umweltfreundliche Energieträger

Um frühzeitig nach alternativen Energieträgern Ausschau halten zu können, wurden im Rahmen der Vor-Ort-Prüfungen auch die jeweiligen fossilen Energiequellen der einzelnen Immobilien miterfasst. Diese Daten bilden die Basis für eine vorausschauende Evaluation umweltfreundlicher Ersatzlösungen aus den Bereichen erneuerbare Energien, Fernwärme sowie CO2-neutrale Wärmeproduktionen.

Die Bauernfamilie Müller in Thayngen liefert mit ihrer Biogasanlage Fernwärme für eine nahegelegene Liegenschaft.

Wie ein alternativer Heizungsersatz aussehen kann, zeigt die Wohnliegenschaft in Thayngen SH am Zielhagweg 16–20. Anstelle der alten Ölheizung wurde hier eine Fernwärmeheizung installiert, die von einem nahe gelegenen Bauernhof mit Holzschnitzel- und Biogasheizung gespiesen wird. Ein weiteres Beispiel für den Einsatz umweltfreundlicher Energiequellen ist die Wohnliegenschaft in Niederwangen an der Freiburgstrasse 559. Hier wurde im Rahmen von Sanierungsarbeiten eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch auf dem Dach installiert. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme der Anlage produziert diese seither ausreichend Energie, um mehr als 50% des gesamten Stromverbrauchs der insgesamt 44 Mietparteien zu decken.

Die Immobilien in Thayngen und Niederwangen sind nur zwei von vielen Beispielen, die in Phase eins des Projekts erfolgreich umgesetzt wurden, um die CO2-Emissionen im Liegenschaftenportfolio des Global Real Estate zu reduzieren. Neben dem Ersatz von fossilen Energiequellen wurden auch zahlreiche kleinere Massnahmen realisiert, die erfolgreich zur Steigerung der Energieeffizienz beigetragen haben. So wurden beispielsweise beim aquabasilea Erlebnisbad in Pratteln Funktionsanpassungen der Lüftungsanlage vorgenommen und im Trischlipark in Rorschach die Wärmeerzeugung und -verteilung optimiert. Insgesamt wurden 2600 Einzelmassnahmen umgesetzt; rund 200 weitere befinden sich derzeit in der Realisierung.

Bei Abweichungen von definierten Soll-Werten greift die zentrale Schaltstelle sofort korrigierend ein.

Hansjörg Sidler, Sales Director Energy Efficiency bei der Siemens Schweiz AG

Programmphase zwei gestartet

Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Projektphase, befindet sich das Programm seit Juli 2017 in Phase zwei. Diese läuft bis Ende 2022. Basierend auf den Erkenntnissen der ersten Phase und dem weiteren technischen Fortschritt ist es das Ziel, die Anzahl der direkt an das Advantage Operation Center (AOC) von Siemens angeschlossen Liegenschaften zu erhöhen. Darüber hinaus sollen weitere Kategorien für die Betriebsoptimierung eingeführt werden. Damit leistet das Programm einen wichtigen Beitrag im Hinblick auf die globalen Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels. Denn nachhaltiges Bauen und Betreiben von Liegenschaften ist der Grundstein, um die CO2-Emissionen im Immobiliensektor auf Dauer entscheidend reduzieren zu können.

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