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Fixed-Income-Strategien für ein starkes Portfolio

Die Stimmung unter den Anlegern, die eine Verschiebung alter Paradigmen erwarten, ist überall spürbar.

Sie rechnen damit, dass dies zu einer höheren Volatilität der Wirtschaftsindikatoren, Zinssätze und Märkte führen könnte. Zugleich senden die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte ermutigende Signale aus. Die Renditensituation hat sich nach den letzten Tiefstständen entspannt und dürfte stabil bleiben. Zudem rechnen wir in den wichtigsten Industrieländern mit einem Anhalten des soliden Wachstums, dessen Dynamik jedoch keinen massiven Inflationsdruck erzeugt.

Das Fixed-Income-Umfeld

Das globale Wachstum wird 2017 voraussichtlich etwas kräftiger ausfallen, zugleich aber deutlich unter Vorkrisenniveau bleiben. Zwischen den diversen Regionen und Ländern ist mit ausgeprägten Unterschieden zu rechnen. Die Stabilisierung der Rohstoffpreise 2016 lässt auf eine höhere Inflation schliessen, vor allem in den USA, was die US-Notenbank (Fed) zu einer weiteren vorsichtigen Anhebung der Zinssätze veranlassen könnte. Andere Zentralbanken werden wohl bei ihrer bisherigen expansiven Geldpolitik bleiben. Die grösste Herausforderung des Jahres 2017 besteht für Anleger darin, Renditen zu tragbaren Risiken zu finden.

Die traditionellen Fixed-Income-Strategien haben viel von ihrer Attraktivität verloren, seit Investoren in ihrem Streben nach Renditen in Anleihen mit längerer Laufzeit und schlechteren Ratings gezwungen werden. Dies ist mit zusätzlichem Risiko verbunden, das durch die geringere Liquidität und die engeren Korrelationen innerhalb der festverzinslichen Anlagen, aber auch der anderen Anlageklassen weiter verschärft wird. Doch die Palette der möglichen Lösungen ist mittlerweile dank verschiedener Innovationen grösser geworden, da sich die festverzinslichen Anlagen an das veränderte Umfeld anpassen mussten. So stehen den Anlegern heute einige interessante Ansätze zur Verfügung, mit denen sie den erwarteten Herausforderungen begegnen können. Man denke etwa an Absolute-Return-Elemente als Mittel gegen die engeren Korrelationen oder an einen systematischen Fokus auf kurze Durationen zur Verringerung der Zinssensitivität.

Kurze Duration gegen volatile Zinssätze

Die Duration misst, wie empfindlich eine Anleihe auf Zinsentwicklungen reagiert – je höher die Duration, desto sensibler reagiert eine Anleihe auf Veränderungen der Zinssätze. Da Anleihenkurse in einem inversen Verhältnis zu Zinssätzen stehen, erscheinen Unternehmensanleihen mit kurzer Duration (mit Laufzeiten von meist ein bis drei Jahren) bei steigenden Zinssätzen als mögliche attraktive Anlagelösung.

Uneinigkeit herrscht nach wie vor über das tatsächliche Tempo, in dem sich die Geldpolitik normalisiert. Doch unabhängig davon, wie schnell oder langsam die Zinssätze steigen, Anleihen mit kurzer Duration könnten vielen Anlegern zugutekommen. Bei anhaltend niedrigen Zinssätzen nützen Anleihen mit kurzer Duration allen Anlegern mit überschüssigen Barreserven. Beginnen die Zinssätze hingegen zu steigen, empfehlen sie sich für jene Anleger, deren Anleihen überwiegend längere Laufzeiten haben.

In der Vergangenheit boten Anleihen häufig so hohe Kupons, dass diese in Zeiten steigender Zinssätze die Preisänderungen abzufedern vermochten. Heute erbringen die Kupons weder ordentliche Erträge noch den erwünschten Schutz. Anleihen mit kurzer Duration zeichnen sich dagegen aufgrund ihrer geringeren Zinssensitivität durch Preisstabilität und eine geringe Volatilität aus – Eigenschaften, die sich in den kommenden Monaten lohnen könnten.

Trendfolge bei versagendem Carry

In einem Umfeld, in dem sich die meisten Anleger in Strategien zur Maximierung des Carry mit strukturell langer Duration oder Kreditrisiko versuchen, besteht ein erhöhter Bedarf an unkorrelierten Fixed-Income-Strategien.

Trendfolgestrategien beruhen auf der Annahme, dass bisher erfolgreiche Anlagen auch in Zukunft erfolgreich sein werden, während die Nachzügler weiter hinten bleiben. Daher sollen Trendfolgestrategien Auszahlungsprofile wie jene von Long-Straddle-Optionsstrategien (mit Long-Call- und Long-Put-Optionen) abbilden. Sie profitieren dabei von der Funktionsweise der Long- und Short-Positionen bei auf- und abwärts tendierenden Märkten, während sie bei ungünstigen oder seitwärts tendierenden Märkten die Verluste dank ihrer Stop-Loss-Funktion begrenzen.

Studien konnten überzeugend nachweisen, dass Trendfolgestrategien in der Lage sind, in Anleihe- und Aktienmärkten, die massive Verluste hinnehmen mussten, attraktive Renditen zu erzielen. Dies hängt mit den häufig nur schrittweise erfolgenden Marktkorrekturen und weniger mit einer abrupten Korrektur innerhalb kurzer Zeit zusammen.

Man könnte auch sagen, Trendfolgestrategien scheinen mit einer steigenden Volatilität, wie wir sie für die kommenden Monate erwarten, positiv zu korrelieren, während für Carry-basierte Strategien das Gegenteil gilt. Eine Trendfolgestrategie schneidet in einem ab- oder aufwärts tendierenden Preisumfeld am besten ab. Dieser Vorteil gegenüber einer reinen Long-Strategie hat jedoch seinen Preis in Form einer unterdurchschnittlichen Performance bei Seitwärtsbewegungen des Marktes, wenn Optionsprämien anfallen und die Stop-Loss-Politik teuer kommt. Da Anleger heute aber bereits massiv in Carry-Strategien mit starker Performance bei seitwärts tendierenden Märkten investiert sind, verbessert sich die Portfolioeffizienz durch das Hinzufügen von Trendfolgestrategien. Denn durch sie können Portfolioverluste kompensiert werden, ohne dass sich die Möglichkeiten zur Generierung von Renditen verringern.

Über kurz oder lang...

Alternative Fixed-Income-Fonds mit Zugang zu allen Bereichen des Fixed-Income-Universums, einschliesslich Derivaten, können von niedrigen und sogar von Negativzinsen sowie auch von unterschiedlichen Bewertungen verschiedener Märkte profitieren. Da die Volatilität der Märkte wohl anhalten oder sogar zunehmen wird, können Fonds mit der nötigen Flexibilität für Long- und Short-Positionen zudem in allen Marktsituationen nachhaltig positive Renditen erzielen.

Fonds generieren Renditen mithilfe von Long/Short-Strategien, indem sie festverzinsliche Finanzinstrumente kombinieren, ohne zugleich direktionale Marktrisiken in Kauf zu nehmen. Die Fähigkeit zur Implementierung gedeckter Short-Positionen über Leerverkäufe von Wertpapieren anstatt nur über Derivate eröffnet den Anlegern den Zugang zu Risikoaufschlägen, die ihnen andernfalls verwehrt bleiben könnten.

Insbesondere auf dem Schweizer Markt schafft dies auch Konvergenzchancen im Zusammenhang mit den auseinanderklaffenden relativen Preisen eng verbundener festverzinslicher Finanzinstrumente. Beispiele hierfür sind etwa Kombinationen einer Cash-Anleihe mit einem Credit-Default-Swap oder einer Long- und einer Short-Position bei zwei Anleihen desselben Emittenten. Fonds mit Zugang zu allen Bereichen des Fixed-Income-Marktes können diese Chancen nutzen.

Hohe Korrelationen und niedrige Renditen – was tun?

Das für Anleihen schwierige Umfeld zwingt Investoren zu mehr Flexibilität, während sich die Anbieter von Investmentlösungen auf die Suche nach neuen Renditequellen begeben müssen. Neben den bereits genannten Ansätzen, die Anlagechancen primär durch methodische Lösungen anstreben, können auch geografische Regionen, Ratings oder Anleihetypen zur Unterteilung des Marktes herangezogen werden. Die Konzentration auf Schwellenländer oder auf bestimmte Regionen wie Asien ermöglicht die Erschliessung spezieller Renditequellen. Wandelanleihen etwa können von Entwicklungen der Aktienmärkte profitieren, wenngleich Hochzinsanleihen aufgrund der engeren Spreads zuletzt an Glanz eingebüsst haben.

Wir sehen das grösste Risiko des gegenwärtigen Fixed-Income-Umfelds in der Abhängigkeit von Anlagestrategien, die zur Gänze auf Carry-Investitionen mit geringer Liquidität und hoher potenzieller Korrelation abzielen, wenn die Märkte unter Druck sind. Die oben vorgestellten Ansätze eröffnen Möglichkeiten zur Diversifizierung von Fixed-Income-Portfolios sowie zur Erschliessung neuer Renditequellen. Wie immer in unsicheren Zeiten bewährt sich auch jetzt die Diversifizierung als Eckpfeiler einer vernünftigen und umsichtigen Anlagestrategie.

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