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ETFs und Indexfonds – Was Anleger wissen müssen

Indexierte Anlagen sind im Trend. Lag das Augenmerk in den letzten Jahren vor allem auf ETFs (Exchange Traded Funds), stehen jüngst auch Indexfonds im Fokus. Beide Produkte sind eine transparente, zielgerichtete und kostengünstige Anlageoption. Gleichwohl unterscheiden sie sich und haben ihre spezifischen Vorzüge.

Anleger, die in ETFs und Indexfonds investieren, sparen nicht nur Gebühren, sondern auch Zeit. Passive Anlagen erfordern weder ein aktives Stock Picking noch eine ständige Beobachtung der Märkte. Denn Indexfonds und ETFs bilden einen Referenzindex möglichst genau ab und entwickeln sich immer sehr nah an dessen Performance. Durch die Abbildung eines gesamten Marktes sind passive Fonds diversifiziert, mit minimiertem Risiko.

Aktive Fonds versuchen immer, den Markt zu schlagen, also eine höhere Rendite als ihr Referenzindex zu erzielen. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass nur wenige der aktiv gemanagten Fonds ihren Vergleichsindex langfristig übertreffen konnten.1 Mittlerweile machen passive Investments deshalb bereits ein Drittel der weltweit in Anlagefonds investierten Vermögen aus (siehe Kreisdiagramm). Interessant dabei ist, dass rund 70% der passiv verwalteten Anlagevermögen in nicht kotierte Indexfonds und nur etwa 30% in ETFs investiert sind.

Quelle: Morningstar, Credit Suisse, Daten per Ende Dezember 2019

Indexfonds oder ETF?

Eine Antwort auf die Frage, ob ETFs oder Indexfonds die bessere Lösung sind, hängt von der gewählten Anlagestrategie und der geplanten Haltedauer ab. Oft ist eine Kombination von ETFs und Indexfonds empfehlenswert.

Ein Entscheidungskriterium ist die Handelbarkeit. Ist die Handelbarkeit innerhalb eines Tages eine zwingende Voraussetzung, kommen nur ETFs in Frage, weil diese Fonds börsenkotiert sind. Hier stellen «Market Maker» die Liquidität sicher. Sogenannte «Calculation Agents» berechnen fortlaufend den iNAV (indikativer Nettoinventarwert), und die Market Maker stellen darauf basierend verbindliche Kauf- und Verkaufskurse.

Indexfonds hingegen können nur einmal täglich zum NAV (Nettoinventarwert) direkt beim Fondsanbieter gekauft oder verkauft werden. Der Anleger zahlt dem Fonds die Transaktionskosten für den Erwerb bzw. Verkauf der Wertschriften im Fonds in Form eines Ausgabe- und Rücknahmespreads. Dieser Mechanismus wird auch als Verwässerungsschutz für die bestehenden Anleger bezeichnet.

Bei der Wahl des richtigen Produkts kann die folgende Tabelle als Orientierung dienen:

Tabellarischer Überblick – Unterschiede und Gemeinsamkeiten Indexfonds und ETFs

  Indexfonds ETF
Ziel Möglichst genaue Abbildung des Referenzindex Möglichst genaue Abbildung des Referenzindex
Börsenkotierung Nein Ja
Handel Zeichnung/Rücknahme erfolgt über die Fondsgesellschaft (Primärmarkt) Erfolgt zum aktuellen Geld- bzw. Briefkurs (Sekundärmarkt)
Handelbarkeit Einmal pro Tag Laufend während der Börsenöffnungszeiten
Rechtsstruktur Sondervermögen Sondervermögen
Transaktionskosten
  • Spread/Swing Price
  • Stempelsteuer: nur bei Zeichnung von ausländischen Fonds
  • Spread
  • Stempelsteuer: Auf alle Transaktionen

 

Die Situation bestimmt die Wahl

Die Gebühren (Total Expense Ratio, TER) von ETFs und Indexfonds unterscheiden sich im Gegensatz zur Handelbarkeit kaum. Wichtig sind bei der Wahl das Fondsdomizil und die daraus resultierenden Steuerfolgen. Je nach Situation und Anlegertyp sind ETFs oder Indexfonds im Vorteil.

Neben der unterschiedlichen Quellensteuer spielt auch die Stempelsteuer eine grosse Rolle. Diese kann bei ETFs und Indexfonds je nach Situation unterschiedlich hoch ausfallen. ETFs unterliegen sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf der Stempelsteuer – genau wie Aktien. In der Schweiz domizilierte ETFs werden jedoch begünstigt: Beim Kauf bzw. Verkauf eines Schweizer ETFs fallen derzeit 0,075%, bei einem ausländischen ETF hingegen 0,15% Stempelsteuer an.

Bei nicht kotierten Schweizer Fonds hingegen sind sowohl Zeichnung als auch Rücknahme stempelsteuerfrei. Bei der Zeichnung eines Indexfonds mit ausländischem Domizil fällt derzeit eine Stempelsteuer von 0,15% an, Rücknahmen sind hingegen von der Stempelsteuer befreit.

Bei kurzfristigen Investments lieber Indexfonds

Betrachtet man die oben erwähnten Kosten über eine bestimmte Zeitspanne hinweg, zeigt sich: Will ein Privatanleger einen ETF nur kurz halten, muss er mit hohen Kosten rechnen. Denn die Stempelsteuer fällt jedes Mal aufs Neue wieder an. Für relativ kurzfristig orientierte Privatanleger sind Indexfonds deshalb meist die bessere Lösung als ETFs. Bei einer langfristigen Investition hingegen empfiehlt es sich, vor allem auf die Verwaltungskosten (laufende Kosten) und die steuerliche Effizienz in Bezug auf Quellensteuern zu achten.

Kann man also in einen Index sowohl mit ETFs als auch mit Indexfonds investieren, sollte man die Vorzüge beider Fondsarten vergleichen. Je nach Markt, Fonddomizil und Wunsch nach Handelbarkeit sind ETFs oder Indexfonds die bessere Option.

Anlagen in Finanzinstrumente können mit Marktrisiken sowie dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden sein, da sie Entwicklungen an den Finanzmärkten, die nicht genau vorhersehbar sind, unterliegen. Das genaue Risikoprofil von Credit Suisse Index Fund Solutions bestimmt sich zum einen durch die Auswahl von konkreten Subfonds und hängt zum anderen von den replizierten Indexen ab. Im Gegensatz zu aktiven Anlagen, ist die passive Anlage strikt mit dem jeweiligen Markt verbunden, weshalb man bei einem Marktverlust mit einem proportionalen Verlust der passiven Anlage rechnen muss. Umgekehrt ist auch eine Überperformance in erheblichem Maße nicht zu erwarten.