News und Insights

Edutainment – Potenzial unbeschränkt

Es gibt weltweit nur wenige Dinge, von denen die Menschheit nie genug haben kann. Gesundheit und Bildung gehören dazu. Exakt in diesen Bereichen löst die Digitalisierung einen tief greifenden Wandel aus. Stichworte dazu sind Digital Health und Edutainment. Patienten oder Studenten ermöglichen diese Entwicklungen schnellere und bessere Ergebnisse sowie tendenziell tiefere Kosten. Für Investoren bedeutet der Wandel neue Wachstumstrends und neue Opportunitäten für langfristige und nachhaltige Anlagen mit Diversifikationseffekt.

Sowohl die Bildung wie auch das Gesundheitswesen sind auf der höchsten Ebene geprägt von Institutionen, die auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Ihre physischen Manifestationen dominieren heute noch das Stadtbild und haben oft die Geschichte und die Kultur der entsprechenden Gemeinden geprägt. Auch sind sie vielfach organisatorisch eng miteinander verbunden und belebt von einem ähnlichen Geist. Wir sprechen, Sie haben es längst erraten, vom Spital und von der Universität.

Alte Institutionen vor neuen Herausforderungen

Klar: In beiden Fällen decken diese Institutionen nicht die Gesamtheit der entsprechenden Gesellschaftsbereiche ab. In der Bildung gibt es die vorgelagerten Schulen, die Berufs- und Erwachsenen- weiterbildung usw. Das Gesundheitswesen ist von Pharmaindustrie und Krankenkassen ebenso geprägt wie vom Spital. Aber anhand von Universität und Spital lassen sich symptomatisch die Stärken und Schwächen der bestehenden Strukturen ablesen und die Ansatzpunkte digitaler Lösungen – und Disruptionen – erkennen.

Der gesellschaftliche Wandel und die Tech-Revolution üben von mehreren Seiten Druck aus. Die lebenslange berufliche Weiterbildung, deren Notwendigkeit auch vom technologischen Fortschritt ausgeht, stellt das Modell «erst die Bildung, dann der Beruf» infrage. Die steigende Lebenserwartung und andere demografische Entwicklungen belasten die Spitäler. Erkenntnisse aus der Forschung verlangen nach neuen, komplexen Verfahren. Die nahtlose Kommunikation mithilfe von Telemedizin und die Robotertechnik machen Spitzenmedizin ortsunabhängig. Beide Institutionen befinden sich zudem im Spagat zwischen den Möglichkeiten, die aus der sich beschleunigenden Evolution entstehen, und einer unerbittlichen Kostenspirale. Die Grafik unten zeigt, dass die Kosten bereits seit 40 Jahren stetig steigen und damit strukturell sind. In den Grenzen der herkömmlichen Strukturen ist dies, so scheint es, nicht mehr lange tragbar.

Die Bildungskosten sind stärker gewachsen als der Rest der Volkswirtschaft

Prozentualer Anstieg der Verbraucherpreise seit dem 1. Quartal 1978
Quelle: Bureau of Labor Statistics, 2015
 

Digitale Technologie ermöglicht neue Ansätze

Hier setzen technologische Lösungen an. Im Gesundheitswesen trägt die Digitalisierung hauptsächlich zur Effizienzsteigerung bei. Spitalaufenthalte werden verkürzt, bestehende Prozeduren werden schneller, Diagnosen präziser, und neue Verfahren und Medikamente führen zu besseren Ergebnissen. Spezialisierte medizinische Leistungen werden immer mehr Menschen direkt zugänglich. Die Telemedizin macht die physische Gegenwart der Ärzteschaft, des Spitals in vielen Fällen unnötig und führt zu einer breiteren Abdeckung, gerade in schlecht erschlossenen Gebieten. Immer mehr Spitäler und Gesundheitsorganisationen lassen sich auf diese Chancen ein. Hier besteht durch die sehr tiefe Penetration noch enormes Wachstumspotenzial. In der Bildung verhält es sich ähnlich.

Geografische oder zeitliche Gegebenheiten sowie oftmals finanzielle Hürden erschwerten bisher vielen Wissenshungrigen den Zugang zu Bildungsinhalten. Neue Technologien ermöglichen hingegen ein ort- und zeitunabhängiges Lernen.

Dabei sprechen wir von weit mehr als  einer simplen, digitalen Weiterentwicklung des altbackenen Fernkurses. Die Zusammenführung von Erkenntnissen aus der Bildungstheorie mit den Möglichkeiten der heutigen Technologie führt zu neuen Formen des Lernens, die sich auf die wahren Stärken des menschlichen Verstands abstützen. Wie die Darstellung «Smart Learning» zeigt, steigt die Lerneffizienz mit dem zunehmenden Engagement der Sinne beim Lernen. Gelesenem hängen bleibt, ist der Effekt der klassischen, frontalen Vorlesung bereits besser. Eine deutliche Steigerung hingegen erreicht man bei aktiver Mitwirkung der Lernenden.

Online-Bildungsmarkt1

Wachstumspotenzial und Marktgrösse (in USD Mia.)
1 Online Education Market 2017 – Global Industry Analysis, Size, Share, Growth, Trends and Forecast 2023; MarketersMedia

Globaler Markt für Wissensvermittlung durch Spiele2

CAGR-Prognosen 5 Jahre lang nach oben revidiert seit 2013 (in Prozent)
2 The 2018–2023 Global Game-based Learning Market; Metaari, 2018

Werden diese pädagogischen Einsichten konsequent umgesetzt, spricht man auch von «Gamification» des Lernprozesses. Die Idee ist simpel: Die Logik eines Computerspiels – eine Progression über Levels, ein ausgeklügeltes Anreiz- und Belohnungssystem und eine klare Zielstruktur – wird auf die Lerninhalte angewandt. Auf diese Weise wird nicht nur die Aufnahme des Stoffs gefördert, das Lernen kann auch nahtlos in den modernen Alltag eingefügt werden. Auf dem Heimweg in der S-Bahn schnell zwei Module Spanisch lernen? Am Wochenende im Ingenieurlehrgang das nächste Level schaffen? Alles kein Problem.

Smart learning

Warum die «Gamification» den Lernprozess verbessert.
Die Lerneffizienz steigt mit zunehmendem Engagement der Sinne beim Lernen.

Die Menschen erinnern sich3

3 Edgar Dale (1969); adaptiert von Nick Van Dam, 2003

Bei Credit Suisse Asset Management bauen die Thematischen-Aktien-Themen aufeinander auf und reflektieren ein Weltbild, das von einer weiteren Integration neuer Technologien in unseren Alltag ausgeht. Ferner sehen wir demografische Trends und den Aufstieg breiter Bevölkerungsgruppen in die globale Mittelschicht als fundamentale und langfristige Treiber wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung. Nicht zuletzt sind auch die Tech-Affinität und die hohe Gewichtung der Nachhaltigkeit der jungen Anlegergeneration wichtige Faktoren. Daraus ergibt sich ein robustes Netzwerk an Themen, die wir von verschiedenen Seiten in unseren Themenfonds angehen. Investitionen in Themen sind zudem aus unterschiedlichen Perspektiven sinnvoll. Sie können als ansprechende Ergänzung zu einem breiten Aktienengagement dienen, wobei sie sowohl eine Diversifikationswirkung als auch Performancepotenzial besitzen. Oder sie bestehen als Stand-alone-Anlage, die aufgrund einer Überzeugung des Investors getätigt wird.

Welche Rolle sie in einem Portfolio auch übernehmen sollen: Mit Digital Health und Edutainment stimmt der Mix. Die Themen sind frisch, die Märkte bereit und die Bedürfnisse in der Gesellschaft der Zukunft verankert.