Chinesische Immobilieninvestoren mit neuen Präferenzen
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Discover London. Chinesische Immobilieninvestoren mit neuen Präferenzen

In der Asset-Allokation von (U)HNWI und internationalen Anlegern haben Immobilien in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen. Stammte das internationale Kapital an den Immobilienmärkten früher vor allem aus den USA und Europa, hat sich das seit der Finanzkrise geändert.

In der Asset-Allokation von (U)HNWI und internationalen Anlegern haben Immobilien in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen. Stammte das internationale Kapital an den Immobilienmärkten früher vor allem aus den USA und Europa, hat sich das seit der Finanzkrise geändert.

Asiatische Anleger tragen heute mehr zum globalen Transaktionsvolumen bei, und Investoren aus China sind zur wichtigsten Gruppe asiatischer Käufer avanciert. 2017 kauften Investoren aus Festlandchina und Hong- kong internationale Gewerbeimmobilien im Wert von insgesamt rund USD 114 Milliarden. Das entspricht laut Real Capital Analytics 32 % aller grenzüberschreiten- den Kapitalflüsse weltweit. Die Grafik auf der linken Seite zeigt die Quartalsentwicklung der Transaktionsvolumina seit 2007. Die Daten belegen, dass die globale Relevanz dieser Investoren in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen hat. Zudem dokumentieren sie die schiere Dimension der bilateralen Investitionen zwischen China und Hongkong. Von diesen USD 114 Milliarden grenzüberschreitender Geschäfte im Jahr 2017 stammten USD 65 Milliarden von Anlegern des chinesischen Festlands, die in Hongkong Immobilien kauften, oder von Anlegern aus Hongkong, die Objekte in China erwarben.

2017 lag der Fokus chinesischer Investoren auf Europa und der Region Asien-Pazifik, während die rückläufige US-Aktivität auch die generell schwachen Transaktionsvolumen in diesem Markt widerspiegelt. Bei britischen Gewerbeimmobilien waren chinesische Anleger indes die wichtigste Käufergruppe, nicht nur in puncto Transaktionsvolumen, sondern auch aufgrund der beiden grössten Deals seit dem Brexit. Die «Käsereibe» und das «Walkie Talkie» in der Londoner City mit einem Volumen von GBP 1,3 Milliarden bzw. GBP 1,2 Milliarden haben den Markt stark beeinflusst.

Grenzüberschreitende Transaktionen mit Gewerbeimmobilien

Grenzüberschreitende Transaktionen mit Gewerbeimmobilien

Da diese Zahl nur direkte diskretionäre Geschäfte angibt, schätzen wir das tatsächliche chinesische Engagement in internationalen Immobilien wesentlich höher ein. Im Ausland investieren viele Anleger mittels Immobilienfonds, die von ausländischen Vermögensverwaltern geführt werden. Diese Mittelflüsse sind in dieser Statistik nicht erfasst.

Im Schlussquartal 2017 gab es Belege für eine Abkühlung, obwohl die Zahlen durch die zeitliche Verzögerung zwischen Unterzeichnung und Abwicklung weiterhin hoch waren. Diese Abkühlung hing vor allem mit der Beschränkung ausländischer Investitionen durch die chinesische Regierung zusammen. Die Gründe für diese Beschränkungen sind vielfältig. Aus unserer Sicht ist die Regierung über den starken Zuwachs der internationalen Investitionen einiger chinesischer Institutionen in den letzten Jahren besorgt. Hinzu kommen der hohe Einsatz inländischen Fremdkapitals bei Immobilienkäufen im Ausland sowie die begrenzte Fachkompetenz einiger Investoren, etwa in der Hotellerie.

Für 2018 gehen wir davon aus, dass die chinesischen Investoren weniger internationale Transaktionen abwickeln werden als im Vorjahr. Sie dürften aber an den internationalen Immobilienmärkten auf absehbare Zeit wichtige Akteure bleiben. Gründe hierfür sind die Grösse der chinesischen Wirtschaft und der Diversifikationsbedarf von Unternehmen und UHNWI im Ausland.

Um auf internationaler Ebene erfolgreich in Immobilien anzulegen, sind Kenntnisse der lokalen Marktdynamik sowie der allgemeinen Usancen und Bestimmungen weiterhin wichtig. In einigen europäischen Märkten wie Deutschland, Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Grossbritannien erzielt man die gewünschten Renditen nur, wenn man auf private Netzwerke im Bereich Immobilienerwerb, Vermögensverwaltung, Bau und Entwicklung sowie Finanzierung zugreifen kann. Die Immobilienbranche hat nach wie vor den Charakter eines privaten Marktes, auf dem die lokale Vernetzung ein grosser Vorteil ist. Anleger, die in ausländische Objekte diversifizieren, sollten sich daher einen starken Partner suchen, der die Marktsituation vor Ort genau kennt und eine solide Erfolgsbilanz aufweist. Ebenso wichtig ist der ständige persönliche Kontakt zu diesem Partner, weil Vertrauen unserer Meinung nach die Grundlage einer erfolgreichen Geschäftsbeziehung ist. Dies beruht auf unserer historischen Erfahrung in der Schweiz, wo wir zu vielen Unternehmen ausserhalb der Finanzbranche seit über 150 Jahren ein Vertrauensverhältnis pflegen.

Wir glauben, dass wir gut aufgestellt sind, um für viele potenzielle Investoren aus China ein bevorzugter Partner zu werden. Unser Team aus 160 Immobilienexperten bringt das nötige Fachwissen mit. Nähe und Verständnis für die Kundenbedürfnisse sind nicht minder bedeutsam. Mit unseren Immobilienfachkräften in Singapur verfügen wir über eine regionale Präsenz. Darüber hinaus können die spezialisierten Vertriebsteams im Asset Management und die Client Relationship Manager den Kontakt zwischen Kunden und Immobilienexperten herstellen. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Ansätze zur Diversifikation in internationale Immobilien. Wir empfehlen zunächst die Investition in diversifizierte europäische oder globale Fonds. Solche Fonds bieten Zugang zu einem breit gestreuten, professionell verwalteten Portfolio. In der Regel bieten sie den Kunden auch die Möglichkeit zur Koinvestition, die ihnen ohne das richtige Netzwerk nicht zur Verfügung stünde. Andere Kunden bevorzugen diskretionäre Lösungen oder grosse Transaktionen.

In jedem Fall kann die individuelle Lösung in Zusammenarbeit mit dem Relationship Management und den Immobilienexperten gemeinsam mit dem Kunden entwickelt werden.

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