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Chinesische A-Aktien: Diese Chance kommt nie wieder

Der chinesische Markt für A-Aktien weist derzeit eine Marktkapitalisierung von USD 7,4 Billionen und einen durchschnittlichen Tagesumsatz von über USD 60 Milliarden auf. 

Der chinesische Markt für A-Aktien

Gemeinsam mit Hongkong bildet er den zweitgrössten Aktienmarkt der Welt. Zu diesem Ende der 1980er-Jahre in China eingerichteten A-Aktienmarkt, bestehend aus den Börsen von Schanghai und Shenzhen, hatte Auslandskapital ursprünglich keinen Zugang. Erst 2002, durch das quotenbasierte Programm Qualified Foreign Institutional Investor (QFII), und 2011, durch das Programm Renminbi Qualified Foreign Institutional Investor (RQFII), wurden diese Börsen sehr behutsam für ausländische Anleger geöffnet. Beide Programme verlangen von ausländischen Anlegern eine Lizenzbestätigung und enthalten Auflagen der chinesischen Regierung. Um jedoch den chinesischen A-Aktienmarkt weiter zu liberalisieren, wurde 2014 das erste Direktprogramm – Shanghai-Hong Kong Stock Connect SHKSC – ins Leben gerufen, das ausländischen Anlegern im Rahmen des Stock-Connect-Programms Investitionen in bestimmte Aktien ermöglicht. Die Zugangsbarrieren für ausländische Anleger, die sich für an der Börse von Schanghai gelistete Aktien interessieren, wurden dadurch deutlich gesenkt. Erst im Dezember 2016 trat schliesslich das lange erwartete Programm Shenzhen-Hong Kong Stock Connect (SZHKSC) in Kraft.

Die Börse von Shenzhen – Der grösste unerschlossene Aktienmarkt der Welt

Besondere Merkmale der Börse von Shenzhen sind ihre wachstumsstarken Unternehmen (zum Beispiel in den Bereichen Hightech und Gesundheit sowie in der sogenannten grünen Branche) und KMU sowie die ChiNext-Kurstafel, die auch als «chinesische Nasdaq» bekannt ist. In Shenzhen gehören über 50 % der Aktien zur chinesischen New Economy (in Shanghai sind es nur 20 %) und über 75 % der Aktien befinden sich im Privatbesitz (bei 70 % staatlicher Aktien in Schanghai). Das SZHKSC-Programm bietet somit eine einmalige Gelegenheit zur Diversifikation von Portfolios und zum Kauf einer Auswahl von Titeln, die gegenwärtig auf den Märkten in Hongkong und Schanghai nicht erhältlich sind.

Laut Angaben der China Securities Regulatory Commission (CSRC) befanden sich 2016 weniger als 1,2 % der in Shenzhen gelisteten A-Aktien und weniger als 1,5 % aller chinesischen A-Aktien in ausländischem Besitz. Dieser Prozentsatz nimmt sich im Vergleich zu Korea (30 %), Brasilien (30 %) und Russland (23 %) winzig aus (Quelle: Bloomberg, HSBC, Credit Suisse AG, Daten per Dezember 2016). Wir halten Shenzhen deshalb für den am wenigsten erschlossenen Markt der Welt, und das Wissen der Anleger ist entsprechend gering.

Mögliche Aufnahme chinesischer A-Aktien in die MSCI-Indizes 2017 – Diese Chance kommt nie wieder

Eine Aufnahme chinesischer A-Aktien in die MSCI-Indexserie hätte weitreichende Folgen. Unserer Ansicht nach wäre sie eine Chance, wie sie im Leben nur einmal vorkommt. Chinesische A-Aktien könnten nach ihrer vollständigen Aufnahme ganze 20 % des MSCI Emerging Markets Index ausmachen, doch selbst die Hälfte von ihnen hätte erhebliches Gewicht im MSCI Emerging Markets Index. Globale Equity-Manager, vor allem institutionelle Anleger, Index-Tracker und ETFs, müssten in den kommenden Jahren möglicherweise USD 300 Milliarden in den Markt pumpen, um die Benchmark-Positionen auszugleichen.

Als Korea, ein sehr viel kleinerer Markt, Eingang in den MSCI Emerging Markets Index fand, stiegen die ausländischen Investitionen im Zeitraum zwischen 1999 und 2004 von 16,5 auf 40 %, und die vollständige Aufnahme dauerte 6 Jahre. Taiwan brauchte sogar noch länger, nämlich 10 Jahre, stiess bei ausländischen Investoren aber auf ein ähnlich reges Interesse. Die Aufnahme chinesischer A-Aktien würde sich wohl sehr viel rascher vollziehen und könnte mit einer Höherstufung von Korea und Taiwan auf Industrielandstatus einhergehen.

Das chinesische BIP-Wachstum hält an, und für die in Shenzhen gelisteten chinesischen New-Economy-Unternehmen wird für 2017 ein zweistelliges Gewinnwachstum prognostiziert

Mehrere Daten lassen auf eine Verbesserung der chinesischen Wirtschaftsaktivität schliessen. Der Caixin PMI vom Dezember übertraf mit 51,9 Punkten die Konsenserwartungen. Auch andere Wachstumsindikatoren sind durchaus ermutigend. Der Erzeugerpreisindex steigt weiter und hat im Dezember ein Fünfjahreshoch von 5,5 % erreicht. Obwohl Skeptiker auf eine tendenzielle Abschwächung des chinesischen Wachstums hinweisen, erscheint die BIP-Prognose von über 6 % für 2017 im Vergleich zur Eurozone oder den USA doch äusserst günstig. (Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), Daten per Oktober 2016).

Chinas Regierung ist um ein Gleichgewicht zwischen Stabilisierung des Renminbi, realem Wirtschaftswachstum, Eindämmung der Vermögensblasen und Schuldenabbau in der Realwirtschaft bemüht. Unterstützung erfuhren die Infrastrukturinvestitionen und neuen Immobilienentwicklungen durch die angebotsseitigen Reformen des Jahres 2016. Der heimische und ausländische Konsum blieb auf hohem Niveau, ein Hinweis auf die zunehmende aggregierte Nachfrage aus der Realwirtschaft. Allmählich beginnt die Wachstumsstabilisierungspolitik der letzten Jahre zu wirken und eine Gewinnerholung einzuleiten.

Anlagekompetenz von Credit Suisse Asset Management bei chinesischen Aktien – Fokus auf A-Aktien und Zusammenarbeit mit unserem Joint Venture ICBCCS in Peking

Das Asienaktienteam von Credit Suisse Asset Management wurde 2012 in Singapur gegründet und expandierte 2016 mit der Einführung neuer Strategien auch nach Hongkong. Zur chinesischen A-Aktienstrategie, die mit einer QFII-Quote arbeitet, gesellt sich ein von China Connect verwaltetes Etatprogramm sowie eine Dividendenertragsstrategie für Asien mit massiven Investitionen in chinesische Aktien.

Seit der Gründung wird das Team in seiner A-Aktienstrategie von ICBCCS Peking beraten, wobei Bottom-up-Strategien mit einem sehr aktiven Management und hohem Tracking-Error zur Anwendung gelangen. Unser Joint Venture ICBC Credit Suisse Asset Management (ICBCCS), das über eines der grössten Aktienteams in der Volksrepublik China (VRC) verfügt, bringt mit 80 Investmentexperten vor Ort die nötige lokale Anlageexpertise ein.