Künstliche Intelligenz und Robotik: eine disruptive Kraft mit Anlagepotenzial
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Künstliche Intelligenz und Robotik: eine disruptive Kraft mit Anlagepotenzial

Die technologische Entwicklung hat sich in Bereichen wie Robotik, virtuelle Realität (VR) und künstliche Intelligenz überschlagen. Die Auswirkungen eröffnen bereits neue Anlagechancen, verursachen aber auch den Verlust von Arbeitsplätzen. Es mag noch zu früh sein, um vorherzusagen, wie das Ergebnis all dieser durchgreifenden Veränderungen bestehender Geschäftsmodelle letztlich aussehen wird. Sicher ist unserer Ansicht nach jedoch, dass sie weitreichende Konsequenzen und einen tiefgreifenden Wandel mit sich bringen werden.

Technologiesprünge wie Robotik und künstliche Intelligenz gab es bereits früher. Die industriellen und technologischen Revolutionen verursachten Paradigmenwechsel in der Produktion. Die Digitalisierung, einschliesslich des Aufkommens des Internets, veränderte alle Wirtschafts- und Lebensbereiche. Der nächste grosse Entwicklungsschub wird wahrscheinlich von künstlicher Intelligenz und Robotik ausgehen, die in Sektoren wie dem verarbeitenden Gewerbe und der Finanztechnologie aufeinandertreffen und die Arbeitsweise der Menschen von Grund auf ändern werden.

Künstliche Intelligenz: die wohl mächtigste Technologie

«Die Welt von Morgen gehört denjenigen Unternehmen, die sich diese unglaublich mächtigen neuen Werkzeuge bei der Ausführung komplexer Aufgaben am besten zunutze machen können», erklärt Jonathan Wilmot, Gründer von WilmotML. «[Künstliche Intelligenz] ist die wohl leistungsstärkste und vielseitigste Technologie, die jemals erfunden wurde.» Maschinelles Lernen «hat das Potenzial, die Welt grundlegend zu verändern», so Wilmot.
Auf der 20. Credit Suisse Asian Investment Conference (AIC) beschäftigten sich die teilnehmenden Experten insbesondere mit der Frage, inwiefern Robotik, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität unser Leben verändern können.

Dr. David Hanson

Gründer und CEO von Hanson Robotics, spricht über die Zukunft der Automatisierung und über künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz kontra Kreativität

Trotz der rasanten Fortschritte in den letzten Jahren bleibt weiterhin viel zu tun. Es ist bei Weitem noch nicht geklärt, wozu künstliche Intelligenz in der Lage ist.

«Menschen können sich in ein anderes Auto setzen und wissen recht schnell, wie man es fährt. Künstliche Intelligenz kann das nicht. Künstlicher Intelligenz fehlt meist ein entscheidendes Element: Kreativität gepaart mit Vorstellungskraft», meint Dr. David Hanson, CEO von Hanson Robotics und einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Robotik und der künstlichen Intelligenz. «Künstliche Intelligenz erzielt sehr gute Ergebnisse in diesen eng umgrenzten Fachgebieten und in einigen Bereichen übertrifft sie sogar die besten menschlichen Fähigkeiten.»

Am besten für Investitionen geeignet sind diejenigen Unternehmen, die über klare Zielsetzungen verfügen und geistiges Eigentum an allgemeiner künstlicher Intelligenz besitzen, wobei kurzfristiges Aufwärtspotenzial besteht.

Dr. David Hanson

Das Anlagepotenzial der technologischen Revolution

Stehen wir also am Anfang eines neuen Zeitalters der technologischen Innovation? Und wenn ja, wie lässt sich diese Innovation am besten in Rendite ummünzen? Die Antwort auf die erste Frage scheint ein überwältigendes Ja. Was die Antwort auf die zweite Frage betrifft, gibt es verschiedene Ansichten.

«Am besten für Investitionen geeignet sind diejenigen Unternehmen, die über klare Zielsetzungen verfügen und geistiges Eigentum an allgemeiner künstlicher Intelligenz besitzen, wobei kurzfristiges Aufwärtspotenzial besteht», so Hanson.

Möglicherweise führt eine Verkettung von Phänomenen tatsächlich zu grossen Fortschritten. Ein Grossteil dieser neuen Innovationskraft ist auf eine Reihe von gemeinsam auftretenden Faktoren zurückzuführen, darunter die umfassende Versorgung mit billiger Rechenkapazität, mehr Finanzierungsquellen und gemeinsame Anstrengungen im Bereich des Datenaustausches.

Die Renditechancen sind riesig. Die VR-Industrie beispielsweise könnte bis 2023 auf 600 Milliarden US-Dollar anwachsen, da VR-Headsets sich als die grösste Neuerung im Bereich Computerschnittstellen seit der Einführung von Maus und Tastatur entpuppen. Derzeit sind schätzungsweise sechs Millionen VR-Headsets im Umlauf. Um den Massenmarkt zu erobern, muss diese Zahl allerdings auf 100 Millionen anwachsen.

Ein weiterer wichtiger Wachstumsbereich ist die Nutzung der Technologie in Teilen der Finanzdienstleistungsbranche, wo sie zur Steigerung der Verbraucherreichweite und zur Senkung der Transaktionskosten eingesetzt wird.

Die einzige Konstante ist Veränderung

«Jede Technologiewelle fegt die etablierten Standards hinweg», sagt John Bi, Finanzchef bei Zhong An Insurance. All diese Bereiche, nämlich Robotik, künstliche Intelligenz und neue Finanztechnologien, summieren sich weltweit zu drastischen Veränderungen. Aber laut dem Historiker Dr. Peter Frankopan, Senior Research Fellow am Worcester College in Oxford, gibt es keinen Grund, sich vor Veränderungen zu fürchten: «Veränderungen sind etwas ganz Normales. Man kann nichts dagegen tun.»

In dieser neuen Ära der technologischen Innovation können Anleger Veränderungen zwar nicht aufhalten, aber sie eröffnen ihnen unter Umständen viele Möglichkeiten.