Verantwortung Wirtschaft & Gesellschaft

Wirtschaft & Gesellschaft

Die Credit Suisse, unsere Kunden und Mitarbeitenden engagieren sich seit Jahren für integratives Wachstum und gesellschaftliche Anliegen. Gemeinsam unterstützen wir ausgewählte Partnerorganisationen mit finanziellen Mitteln und unserem Fachwissen, um soziale und humanitäre Projekte weltweit zu ermöglichen.

Unsere Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft

Indem wir unser Geschäft verantwortungsvoll und effizient führen, schaffen wir Mehrwert für unsere Kunden und Aktionäre auf der ganzen Welt. Gleichzeitig sind wir durch unsere Tätigkeit als Bank ein wichtiger Teil der Wirtschaft und der Gesellschaft.

Als global tätiges Finanzinstitut steht die Credit Suisse in enger wechselseitiger Beziehung mit der Gesamtwirtschaft und der Gesellschaft und trägt Verantwortung gegenüber verschiedensten Anspruchsgruppen. Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, unseren Kunden rund um die Welt als verlässlicher und professioneller Partner zur Seite zu stehen und ihnen eine breite Palette an Finanzprodukten und –dienstleistungen anzubieten, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Hierbei erfüllen wir auch Funktionen, die als systemrelevant gelten. Dazu gehören beispielsweise das Spareinlagengeschäft und die Kreditvergabe. Als Finanzintermediär spielt die Credit Suisse eine wichtige Rolle, indem wir weltweit Kapital zwischen Kreditnehmern und Kapitalgebern vermitteln – von Unternehmen über die öffentliche Hand bis hin zu Privatpersonen und institutionellen Kunden. Indem wir Unternehmen bei der Finanzierung ihrer Innovations- und Wachstumspläne helfen, fördern wir das Wirtschaftswachstum und tragen dazu bei, dass Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Dialog mit Aufsichtsbehörden – Internationale Reformen und regulatorische Entwicklungen

Koordination von regulatorischen Massnahmen

Im Spannungsfeld zwischen der Finanzmarktstabilität und der Wettbewerbsfähigkeit von Finanzplätzen kommt der internationalen Koordination von regulatorischen Massnahmen eine zentrale Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die kumulativen Effekte auf die Volkswirtschaft, die weitgehende Bankenvorschriften auslösen können – zum Beispiel wenn durch verschärfte Regulierung verursachte Einschränkungen der Geschäftstätigkeit das Wirtschaftswachstum und damit auch den Arbeitsmarkt negativ beeinflussen könnten. In diesem Spannungsfeld bemüht sich die Credit Suisse um ein angemessenes Gleichgewicht zwischen den Interessen ihrer Aktionäre und den Anliegen von Regulierungsbehörden, Gesetzgebern, Kunden und Gesellschaft.

Anpassung an das neue regulatorische Umfeld

Die weltweite Umsetzung weitreichender regulatorischer Reformen wurde 2016 fortgesetzt, um die Stabilität und Integrität des globalen Finanzsystems weiter zu stärken. Die Credit Suisse hält es für wichtig, diese neuen Standards aktiv mitzugestalten. So arbeiten wir mit Regulatoren, internationalen Normungsgremien und der Finanzindustrie seit Jahren konsequent am Umgang mit der «Too Big to Fail»-Problematik (TBTF). Die Credit Suisse unterstützt grundsätzlich den Standard des Financial Stability Board (FSB) in Bezug auf die Total Loss Absorbing Capacity (TLAC), mit dem ein international gültiger Mindeststandard für globale systemrelevante Banken eingeführt wird. In der Schweiz sind die Verordnungen zur Umsetzung des TLAC-Standards am 1. Juli 2016 in Kraft getreten.

Im Zusammenhang mit diesen Bestrebungen, die TBTF-Problematik zu adressieren, hat die Credit Suisse bei der Umsetzung des Programms zur Anpassung der Rechtsstruktur der Gruppe wichtige weitere Fortschritte gemacht und 2016 eine Reihe bedeutender Erfolge erzielt. In der Schweiz haben wir die Credit Suisse (Schweiz) AG als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Credit Suisse AG gegründet, um die Umsetzung unserer strategischen Ziele zu unterstützen, unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken und den regulatorischen Anforderungen zu entsprechen. Am 20. November 2016 hat die Credit Suisse (Schweiz) AG den Betrieb als Schweizer Bank, Broker-Dealer und Depotbank mit eigenständiger Bewilligung aufgenommen. Die Gründung der Credit Suisse (Schweiz) AG unterstreicht unser klares Bekenntnis zu unserem Schweizer Heimmarkt und unseren Schweizer Kunden. Gleichzeitig werden unsere Kunden auch in Zukunft davon profitieren, dass die Credit Suisse (Schweiz) AG Teil der Credit Suisse Group ist und wir ihnen insbesondere auch mit unserem globalen Netzwerk umfassende Dienstleistungen, Investitionsmöglichkeiten und Know-how zur Verfügung stellen können.

Too Big to Fail

Ein Lösungsansatz

Die Credit Suisse als Kunde und Vertragspartner und das Supply Management

Die Credit Suisse leistet in vielerlei Hinsicht einen indirekten wirtschaftlichen Beitrag – zum Beispiel als Konsument. 2016 kauften wir weltweit Waren, Dienstleistungen und Lizenzen im Wert von CHF 7 Milliarden ein. Wir verpflichten uns, unsere Geschäfte in ethischer, gesetzeskonformer, sozialer und umweltverträglicher Art und Weise zu führen. Wir möchten Produkte und Dienstleistungen hoher Qualität zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis beziehen. Gleichzeitig sind wir darauf bedacht, dass unsere Partner und Lieferanten ihrer unternehmerischen Verantwortung nachkommen.

Code of Conduct für Lieferanten und Third Party Risk Management (TPRM)

Lieferanten müssen die strengen Anforderungen bezüglich Geschäftsethik und Integrität, Gesundheit und Sicherheit für Mitarbeitende sowie Umweltschutz erfüllen, die in unserem Code of Conduct für Lieferanten definiert sind. Verlässliche Geschäftsbeziehungen mit diesen externen Partnern helfen uns, die Qualität und den Wert der gekauften Produkte und Dienstleistungen sicherzustellen. 2016 führten wir zusätzlich unser Third Party Risk Management (TPRM) Framework ein, das uns im Umgang mit regulatorischen Aspekten sowie bei der wirksamen Steuerung von Risiken und erforderliche Leistungen unterstützt.

Supply-Management-Werte

Wir stellen Integrität ins Zentrum unserer Tätigkeiten. Die Supply-Management-Kernwerte bilden die Grundlage, auf der wir die Beziehungen zu unseren Lieferanten aufbauen.

Auswahl und Beauftragung

Wir wollen mit Lieferanten zusammenarbeiten, die unsere Verpflichtung teilen, hervorragende Dienstleistungen für unsere Kunden zu erbringen. Wir gehen Geschäftsbeziehungen sowohl mit kleinen lokalen als auch mit grossen internationalen Lieferanten ein, die nach dem Grundsatz «Vorrang der Leistung» ausgewählt werden.

Supplier Diversity Program

Die Credit Suisse legt Wert auf Beziehungen mit kleinen und mittleren Unternehmen, die bei der Bedarfsbeschaffung von Grossunternehmen oftmals unterrepräsentiert sind. Ein vielfältiger Lieferantenpool ermöglicht uns, unseren Kunden flexible und innovative Lösungen zu einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.

Die Credit Suisse als Steuerzahler

Auch als Steuerzahler leisten wir einen Beitrag zur Gesellschaft und damit auch zur Wirtschaft. Über die vergangenen fünf Jahre zahlte die Credit Suisse weltweit einen Jahresdurchschnitt von CHF 0,7 Milliarden an Gewinnsteuern. Darüber hinaus entrichtet die Credit Suisse noch weitere, gewinnunabhängige Steuern, die sich allein 2016 auf etwa CHF 0,5 Milliarden beliefen.

Unsere Rolle in der Schweiz

Die Funktion, die Banken für die wirtschaftliche Entwicklung und das Wirtschaftswachstum ausüben, lässt sich an unseren Aktivitäten in unserem Schweizer Heimmarkt veranschaulichen. Im Rahmen unserer neuen Organisationsstruktur haben wir die Division Swiss Universal Bank für diesen Markt geschaffen, wo wir ein zuverlässiger Finanzpartner von rund 100'000 Firmen sind, also etwa von jedem dritten Unternehmen. Wir unterstützen mit unseren Dienstleistungen und unserem weltweiten Netzwerk insbesondere den Exportsektor und bieten unseren Kunden internationale Zahlungsdienstleistungen, Lösungen zur Handelsfinanzierung und weitere Dienstleistungen, die für die Ausübung des Geschäfts auf dem globalen Markt nötig sind. Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Wirtschaft leisten wir, indem wir uns mit unserem Expertenwissen an der Suche nach Lösungen für aktuelle Herausforderungen beteiligen.

In Anbetracht ihrer Bedeutung für die Wirtschaft gelten viele Geschäftstätigkeiten, welche die Credit Suisse in der Schweiz betreibt, als systemrelevant. Dazu gehören beispielsweise das Spareinlagengeschäft und die Kreditvergabe. Ende 2016 hatten wir Kredite im Umfang von rund CHF 159 Milliarden ausstehend, unter anderem in Form von Hypotheken und Krediten an Firmen, die öffentliche Hand und Privatkunden. Auch in der Schweiz ansässigen multinationalen Unternehmen stehen wir als langfristiger strategischer Finanzpartner zur Seite. Mit rund 17'000 Mitarbeitenden in der Schweiz sind wir zudem einer der grössten Arbeitgeber des Landes.

In unserem Heimmarkt Schweiz beteiligen wir uns im Rahmen eines offenen Dialogs nicht nur am regelmässigen Informations- und Ideenaustausch mit Politikern, sondern unterstützen auch aktiv das Schweizer Milizsystem in der Politik. Dieses System beruht darauf, dass sich Bürgerinnen und Bürger ausserberuflich in den politischen Gremien des Bundes, der Kantone und der Gemeinden engagieren. In der Schweiz sind Parlamentsmitglieder keine Berufspolitikerinnen und Berufspolitiker; eine staatliche Finanzierung der Parteien gibt es nicht. Zur Unterstützung des Schweizer Milizsystems ermöglichen wir unseren Mitarbeitenden in der Schweiz mit grosszügigen Arbeitsregelungen die Ausübung eines politischen Nebenamtes. Mitarbeitende, die in einem gewählten politischen Mandat tätig sind, wird gestattet, bei voller Vergütung bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für ein öffentliches Amt einzusetzen – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit und ihren Überzeugungen.

Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Stärkung des Milizsystems in der Schweiz und zur Förderung der politischen Vielfalt leistet die Credit Suisse durch finanzielle Unterstützung an politische Parteien auf deren Antrag, unabhängig von politischen Programmen und Positionen. Die finanzielle Unterstützung bedingt keinerlei Verpflichtungen für die politischen Parteien. Der einzige massgebende Faktor für die Unterstützung durch die Bank ist die Anzahl der Parlamentsmandate jeder Partei auf Kantons- und Bundesebene: Um Unterstützung zu erhalten, muss eine Partei mindestens fünf Sitze in der Bundesversammlung (dem Schweizer Parlament) aufweisen. Durch diese transparente und auf objektiven Kriterien beruhende Regelung leistet die Credit Suisse einen parteipolitisch neutralen Beitrag zugunsten der staatstragenden Funktionen der Parteien. Für diese finanzielle Unterstützung stellt die Credit Suisse jährlich maximal CHF 1 Million zur Verfügung. Dieses Engagement wird regelmässig überprüft und ist langfristig angelegt. Diese Unterstützung ist auf den Heimmarkt der Credit Suisse begrenzt; die Bank bietet keine finanzielle Unterstützung für politische Parteien in anderen Ländern. In den USA haben unsere Mitarbeitenden jedoch die Möglichkeit, firmenintern über ein Political Action Committee persönlich zu spenden.

Zusammenarbeit mit KMU zur Wachstumsförderung

Die SVC – AG für KMU Risikokapital wurde 2010 von der Credit Suisse und vom Swiss Venture Club gegründet. Die Tochterfirma der Credit Suisse investiert Risikokapital in innovative KMU in der Schweiz mit Wachstumspotenzial. Seit sechs Jahren leistet sie Pionierarbeit und kann dabei eine positive Gesamtbilanz ihrer Geschäftstätigkeit ziehen. In dieser Zeit begleitete und finanzierte sie 39 Unternehmen mit insgesamt CHF 90 Millionen Risikokapital. Ihr erklärtes Ziel ist es, Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten und damit den Werkplatz Schweiz nachhaltig zu stärken. Zu den Erfolgsgeschichten zählen unter anderem die auf medizinische Geräte und pharmazeutische Produkte spezialisierte Stratpharma AG und die HYT SA, ein Hersteller hydromechanischer Uhren, die ihr Geschäft mit Unterstützung der SVC – AG für KMU Risikokapital ausgeweitet haben.

Jugendarbeitslosigkeitsinitiative und Jugendbarometer

Die Credit Suisse rief im Jahr 2009 ihre Initiative zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz ins Leben und investierte insgesamt bis zu CHF 30 Millionen in Projekte, die Jugendlichen spezifische Unterstützung bieten. Angesichts des Erfolgs der Initiative – über 8800 Jugendliche haben Hilfe erhalten – haben wir uns zusammen mit den Partnerorganisationen der Initiative dafür entschieden, dass diese Programme über das Ende der ursprünglichen Initiative im März 2015 hinaus fortgesetzt werden sollen. Die Credit Suisse und die SVC Stiftung für das Unternehmertum gründeten daher 2015 gemeinsam mit den weiteren Partnern der Initiative einen neuen Verein – «Check Your Chance». Damit wurde die Initiative in eine unabhängige nationale Plattform überführt, die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützt wird. «Check Your Chance» und seine Mitglieder helfen Jugendlichen, eine Berufsausbildung zu erhalten und sich in den Arbeitsmarkt in der Schweiz zu integrieren. Der Verein stellt fest, dass es tausenden von jungen Erwachsenen trotz aller Anstrengungen nicht gelingt, nach Abschluss einer Lehre oder eines Studiums eine erste Stelle zu finden. Je länger diese Phase andauert, desto schwieriger wird die Stellensuche. Ebenso schwierig ist die Lage für junge Menschen, die noch keine Erstausbildung absolviert haben. Hier kann «Check Your Chance» helfen: Der Verein interveniert frühzeitig, um Jugendliche gezielt zu unterstützen – mit Beratung von der Berufswahl über Bewerbungen bis zu erfolgreichen Gesprächstechniken. Auf diese Weise kann der Verein Jugendlichen helfen, die finanziellen und sozialen Herausforderungen der Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden.

Unser Engagement zum Dialog mit der jungen Generation zeigt sich auch darin, dass wir 2016 zum siebten Mal unsere internationale Jugendbarometer-Umfrage durchgeführt haben. Darin werden rund 1000 junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren in den USA, in Brasilien, Singapur und der Schweiz befragt. Die Ergebnisse vermitteln Einblicke in die Lebensweisen, die Probleme und die Einstellungen junger Menschen.

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Mia. Schweizer Franken ist der Umfang von Krediten, den die Credit Suisse Ende 2016 in der Schweiz ausstehend hatte

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Mitarbeitende engagierten sich weltweit für gemeinnützige Anliegen