Credit Suisse Jugendbarometer 2016: Die "Generation Stress" unter der Lupe
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Credit Suisse Jugendbarometer 2016:
Die "Generation Stress" unter der Lupe

Die «Generation Stress»: Sie will alles im Leben, ist ständig online und immer auf der Suche nach der neusten App. Gleichzeitig jedoch erleben die Jugendlichen politisch intensive Zeiten, in welchen politische Informationen vermehrt über das Internet verbreitet und diskutiert werden. Entsprechend liegt der Fokus der Studie in diesem Jahr auf «Politik im Netz».

Was beschäftigt diese jungen Leute, die zwischen online und offline kaum mehr unterscheiden? Und wie stellen sie sich ihre Zukunft vor? Diese und andere Fragen hat das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Credit Suisse jeweils rund 1000 Jugendlichen in der Schweiz, den USA, in Brasilien und Singapur gestellt.

Die zehn wichtigsten Erkenntnisse des Jugendbarometers 2016:

1. Politik im Netz: Nicht nur hat das politische Interesse zugenommen, sondern Social Media bieten auch neue Möglichkeiten zum politischen Dialog. Die Mehrheit der Befragten bewertet es positiv, politische Themen online kommentieren und diskutieren zu können. Die Jugendlichen wissen aber auch um die negativen Seiten der virtuellen Welt: Sie sind sich bewusst, dass gerade auf Social Media Beiträge manipuliert werden können. Und nur eine Minderheit glaubt, diese Kommentare seien ehrlich und unverfälscht (Ausnahme: Singapur). Überall ist bekannt, dass es sogenannte Trolle im Netz gibt, die keine ehrlichen Absichten hegen.

2. Kommunikation: Smartphones und das Angebot an digitalen Dienstleistern haben einen grossen Einfluss darauf, dass die Jugendlichen immer weniger zwischen on- und offline unterscheiden. Gewisse Plattformen, insbesondere Facebook, werden zunehmend auch zum Informationsmedium. Die SMS gewinnt in den USA und in Singapur immer noch an Bedeutung, in Brasilien und der Schweiz wird sie nur noch von einer Minderheit genutzt. Grösster Trend: Snapchat. Bereits 52 Prozent der Befragten nutzen den Kommunikationsdienst in der Schweiz.

3. Mediennutzung: Gratiszeitungen sind immer noch für 62 Prozent der Befragten das wichtigste Medium für den Newskonsum, 2010 waren es allerdings noch ganze 75 Prozent – die Konkurrenz durch Internet-Zeitungsseiten und News-Apps nimmt stark zu. Im Fall von «20 Minuten» und «Blick am Abend» dürfte es sich auch um einen Kanalwechsel handeln: Statt der gedruckten Zeitung liest man den Titel nun digital. Gefragt, welchen Medien sie vertrauen, nennen die Jugendlichen zuerst das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), «NZZ» und «Tages-Anzeiger». Rein digitale Kanäle stehen am Ende der Rangliste: YouTube, Facebook und Twitter.

8. Karriere/Beruf: Nach dem Lieblingsarbeitgeber gefragt, sagen viele Jugendliche, sie möchten selbständig sein. Eine Ausnahme ist die Schweiz, wo die Selbständigkeit zwar nicht selten genannt, aber eindeutig weniger breit angestrebt wird als in den anderen Ländern. Gemeinsam ist den Schweizer Jugendlichen mit jenen anderer Länder, dass von allen grossen Firmen Google als mit Abstand beliebtester Arbeitgeber heraussticht. Der Rest der Top 5 in der Schweiz: 2. SBB, 3. Novartis, 4. Roche, 5. Credit Suisse. Als Arbeitsform immer beliebter wird das «Home Office». Ausser in Singapur – wo die Arbeit von zu Hause schon seit längerer Zeit am populärsten ist – sind es in allen untersuchten Ländern deutlich mehr Befragte als noch 2015, die diese Möglichkeit für wichtig erachten.

9. Sorgen: Das angespannte wirtschaftliche Klima der letzten Jahre zeigt sich auch im Jugendbarometer. Die Sorge um den Arbeitsplatz ist in allen Ländern, ausser in der Schweiz, eines der meistgenannten Probleme. Die vielen Anschläge rund um die Welt haben die Angst vor Terror anschwellen lassen. In Singapur steht sie an erster, in den USA an zweiter und in der Schweiz an sechster Stelle der Sorgenrangliste. 2010 bezeichneten 13 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Terrorismus als grosses Problem, heute sind es 23 Prozent.

10. Zukunft: Die befragten Jugendlichen – sie sind geboren zwischen 1991 und 2000 – blicken trotz Sorgen optimistisch in die Zukunft, wenn auch etwas weniger als in den früheren Jahren. Die jungen Schweizerinnen und Schweizer zeigen am meisten Optimismus (59 Prozent). Auch die Jugend in Brasilien (54 Prozent) geht immer noch mehrheitlich davon aus, dass es gut kommt – 2010 waren es allerdings noch 67 Prozent. In den USA sind 52 Prozent und in Singapur 43 Prozent dieser Meinung.

Schweiz: wichtigste Ergebnisse

4. Cyber-Mobbing: Viele Befragte berichten von negativen Erfahrungen im Internet. 40 Prozent in den USA, 39 Prozent in der Schweiz, 33 Prozent in Singapur und 25 Prozent in Brasilien geben an, auf Facebook lästig angemacht oder richtiggehend gemobbt worden zu sein.

5. Out: Unattraktiv sind für die Jugendlichen Drogen, Rauchen, Handy ohne Internet und das Festnetz, sowie politische Parteien und soziale Gemeinschaften. Ausserdem bezeichnen sich zwischen 22 Prozent und 34 Prozent der Befragten in den vier untersuchten Ländern heute als Agnostiker/Atheisten/konfessionslos. Noch vor zwei Jahren waren es erst zwischen 5 und 13 Prozent. Die etablierten Religionen finden damit noch immer klare Mehrheiten, scheinen aber an Boden zu verlieren.

6. Ziele: Die Befragten haben viele, zum Teil auch widersprüchliche Ziele im Leben. Über 50 Prozent Zustimmung bekommen in allen Ländern: «Freizeit und Beruf im Gleichgewicht halten», «eigene Träume verfolgen», «Eigenheim», «den eigenen Talenten nachgehen», «verschiedene Dinge ausprobieren», «Karriere im Beruf», «Familie mit Kindern» sowie «viele Länder und Kulturen kennenlernen». Es dürfte nicht einfach sein für die Jugendlichen, alle diese Anliegen unter einen Hut zu bringen.

7. Finanzen: Das Eigenheim ist in allen Ländern der grösste Wunsch in Geldangelegenheiten. Und das Tiefzins-Umfeld der letzten Jahre scheint seine Spuren zu hinterlassen. Von 10'000 geschenkten Einheiten ihrer Landeswährung würden die Jugendlichen weniger auf ihr Sparkonto einzahlen als noch 2015. Die Abnahme des Sparwillens gegenüber dem Vorjahr: in den USA minus 1'338 US Dollar, in Singapur minus 1'536 Singapur-Dollar, in Brasilien minus 1'483 Reais und in der Schweiz minus 98 Franken. Attraktiver geworden ist es hingegen, für ein Haus auf die Seite zu legen (US, SG), Aktien und Fonds zu kaufen (US, BR, SG), Ferien zu machen (BR, SG, CH) und in die Familie zu investieren (US, BR, SG).

Top Ziele und Probleme

8. Karriere/Beruf: Nach dem Lieblingsarbeitgeber gefragt, sagen viele Jugendliche, sie möchten selbständig sein. Eine Ausnahme ist die Schweiz, wo die Selbständigkeit zwar nicht selten genannt, aber eindeutig weniger breit angestrebt wird als in den anderen Ländern. Gemeinsam ist den Schweizer Jugendlichen mit jenen anderer Länder, dass von allen grossen Firmen Google als mit Abstand beliebtester Arbeitgeber heraussticht. Der Rest der Top 5 in der Schweiz: 2. SBB, 3. Novartis, 4. Roche, 5. Credit Suisse. Als Arbeitsform immer beliebter wird das «Home Office». Ausser in Singapur – wo die Arbeit von zu Hause schon seit längerer Zeit am populärsten ist – sind es in allen untersuchten Ländern deutlich mehr Befragte als noch 2015, die diese Möglichkeit für wichtig erachten.

9. Sorgen: Das angespannte wirtschaftliche Klima der letzten Jahre zeigt sich auch im Jugendbarometer. Die Sorge um den Arbeitsplatz ist in allen Ländern, ausser in der Schweiz, eines der meistgenannten Probleme. Die vielen Anschläge rund um die Welt haben die Angst vor Terror anschwellen lassen. In Singapur steht sie an erster, in den USA an zweiter und in der Schweiz an sechster Stelle der Sorgenrangliste. 2010 bezeichneten 13 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Terrorismus als grosses Problem, heute sind es 23 Prozent.

10. Zukunft: Die befragten Jugendlichen – sie sind geboren zwischen 1991 und 2000 – blicken trotz Sorgen optimistisch in die Zukunft, wenn auch etwas weniger als in den früheren Jahren. Die jungen Schweizerinnen und Schweizer zeigen am meisten Optimismus (59 Prozent). Auch die Jugend in Brasilien (54 Prozent) geht immer noch mehrheitlich davon aus, dass es gut kommt – 2010 waren es allerdings noch 67 Prozent. In den USA sind 52 Prozent und in Singapur 43 Prozent dieser Meinung.