Vereinbarungen & Mitgliedschaften Schattenpreise für CO2-Emissionen

Schattenpreise für CO2-Emissionen

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Ein Hauptelement der erhöhten Sorgfaltspflicht ist die Verwendung von «CO2-Schattenpreisen». Aus Sorge um den Klimawandel wurden Regelungen getroffen, die CO2-Emissionen mit einem Preis belegen – entweder über ein marktbasiertes Emissionshandelssystem («Cap-and-Trade») oder mittels einer CO2-Steuer. Beides kann die Betriebskosten eines Kraftwerks beeinflussen. Ein bekanntes Beispiel für die Bepreisung von CO2  ist das Emissionshandelssystem der Europäischen Union. Auch CO2-Steuern wurden in verschiedenen Ländern auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene eingeführt. Einige Länder, darunter Schwellenländer, prüfen eine Umsetzung derartiger Bestimmungen. In den USA haben einige Bundesstaaten, darunter Kalifornien, Emissionshandelssysteme eingeführt oder sind dabei, sie zu entwickeln. Darüber hinaus wurden Gesetzesvorlagen zum Emissionshandel in den Kongress eingebracht.

Das sich verändernde politische Umfeld schafft Ungewissheit in Bezug auf den Preis von CO2-Emissionen, insbesondere über die lange Laufzeit eines Kraftwerks hinweg. Dieser Ungewissheit trägt der CO2-Schattenpreis Rechnung, der als hypothetischer Preis in die Finanzanalyse von Kraftwerken einfliesst. Der Schattenpreis lässt sich sowohl auf den Basisfall anwenden – das heisst das Szenario unter den erwarteten Bedingungen – als auch auf Sensitivitätsanalysen, die abbilden, wie sich die Erfolgslage unter verschiedenen, weniger wahrscheinlichen Szenarios entwickelt.

Nach den Erfahrungen der Credit Suisse mit den Carbon Principles haben sich CO2-Schattenpreise als Standard für Kraftwerksfinanzierungen in den USA durchgesetzt. Bei Einführung der Prinzipien im Jahr 2008 waren sie noch relativ neu. Heute hingegen wird routinemässig ein angenommener Preis für CO2-Emissionen sowohl in den Basisfall als auch in die Sensitivitätsanalysen für Kohlekraftwerke eingerechnet. Auch wenn die Anstrengungen der US-Regierung in Sachen Klimaschutz in den letzten Jahren nachgelassen haben, ist die Verwendung von CO2-Schattenpreisen weiterhin gängige Praxis, auch bei Basisfallanalysen.

Stromerzeuger können CO2-Schattenpreise in das Genehmigungsverfahren für den Bau neuer Kraftwerke einbeziehen und in die zu genehmigenden Tarife einrechnen, die sie ihren Kunden in Rechnung stellen. Diese Annahmen in Genehmigungsanträgen für neue Kraftwerke werden von Kommissionen für öffentliche Versorgungsunternehmen geprüft – ein Verfahren, das umfangreiche öffentliche Stellungnahmen einschliessen kann. Wichtig ist, dass die Tarifgenehmigung eine Bestimmung zur Kostendeckung beinhalten kann, nach der jegliche künftige CO2-Kosten an den Kunden weitergegeben werden dürfen. In diesem Fall verringert sich das finanzielle Risiko des Projekts, und zwar unabhängig davon, wann und in welcher Höhe ein Preis auf CO2-Emissionen fällig wird.