Ansatz & Berichterstattung Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

2015 liefen die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen aus und wurden durch die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) abgelöst. Die SDGs sind universell und gehen umfassend und gesamtheitlich die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung an.

Die SDGs sind das Kernelement der ehrgeizigen und transformativen 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung – der ersten Agenda für die weltweite Entwicklung, die von allen UNO-Mitgliedstaaten gemeinsam ausgehandelt wurde und deren Ziele unter anderem Armutsbekämpfung, Geschlechtergleichstellung und nachhaltiges Wirtschaftswachstum umfassen. Der angestrebte Zeitpunkt für die Umsetzung der SDGs ist das Jahr 2030.

Die Credit Suisse und die SDGs

Da die SDGs auf einem partizipativen Prozess basieren, ist auch ihre Umsetzung eine gemeinsame Verantwortung von Staaten, Privatsektor, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Als global tätige Bank kann die Credit Suisse mit ihren Aktivitäten auf verschiedene Weise zu einer Vielzahl von SDGs beitragen. So haben wir 2015 den Bericht «Wirkung erzielen: die Credit Suisse und die nachhaltigen Entwicklungsziele» publiziert, um aufzuzeigen, wie die SDGs Unternehmen konkrete Chancen bieten, wirtschaftliche Ziele zu verfolgen und gleichzeitig zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Wir haben das Thema auch an Workshops mit Anspruchsgruppen diskutiert, um ein noch besseres Verständnis zu erhalten, wie wir als Bank zur Umsetzung der SDGs beitragen können. Die Workshops hatten zum Ziel, das Bewusstsein für die SDGs zu schärfen, die Rolle und Verantwortung des Bankensektors zu diskutieren, sowie Handlungsprioritäten und Möglichkeiten zu identifizieren, um Partnerschaften zur Unterstützung der SDGs zu fördern und organisieren. Eine Erwartung, welche von den meisten Teilnehmern geäussert wurde, war, dass Banken Umwelt- und Sozialfragen in ihren Kernprodukten und Dienstleistungen berücksichtigen und integrieren und auf die Entwicklung von innovativen Anlagelösungen mehr Wert setzen sollen.

Die Credit Suisse nimmt die neuen Entwicklungen mit einer Reihe von Massnahmen in Angriff. Unsere Mikrofinanzplattform kann, indem sie die Wirtschaftsaktivität – besonders am unteren Ende der Einkommenspyramide – fördert, zur Verwirklichung der folgenden SDGs beitragen: 1 (Beseitigung von Armut), 2 (Ernährungssicherheit), 4 (Bildung), 5 (Geschlechtergerechtigkeit), 8 (Beschäftigung), 12 (nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster) und 17 (globale Partnerschaft).

Als Akteur in einer sich schnell verändernden Wissensindustrie müssen wir auch sicherstellen, dass unsere Mitarbeitenden ihre Kompetenzen und Fähigkeiten im Interesse unserer Kunden laufend weiterentwickeln. Dabei nutzen wir die Vielfalt unserer Belegschaft, d. h. wir beziehen die unterschiedlichen Denkweisen, Kenntnisse und Erfahrungen unserer Mitarbeitenden mit ein und tragen so zu den SDGs 4 (Bildung), 5 (Geschlechtergerechtigkeit) und 8 (nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Beschäftigung) bei.

Indem wir unser Know-how für Kapitalmarkttransaktionen oder Anlagelösungen zur Entwicklung von Technologien für erneuerbare Energien einsetzen, leisten wir zudem einen Beitrag zu SDG 7 (nachhaltige Energie), und durch die Verbesserung der Energieeffizienz in unseren Betriebsgebäuden und in unserem Immobilienanlagenportfolio gehen wir die SDGs 9 (widerstandsfähige Infrastruktur) und 11 (nachhaltige Städte) an und handeln im Sinne von SDG 13 (Bekämpfung des Klimawandels).

Mit den Umweltstandards, die wir in unserem Kundengeschäft und beim Bezug von Produkten und Dienstleistungen von Dritten anwenden, unterstützen wir SDG 12 (nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster). Und indem wir uns in den Richtlinien für unser Risikoprüfungsverfahren zum Schutz der Biodiversität verpflichtet haben und unseren Kunden Möglichkeiten für Investitionen in den Erhalt von Land- und Meeresökosystemen bieten, möchten wir einen Beitrag zu SDG 14 (Meeresressourcen) bzw. 15 (Landökosysteme) leisten.

Fallstudien der Credit Suisse

Anhand der folgenden Fallbeispiele möchten wir zeigen, wie unsere Aktivitäten zur Verwirklichung verschiedener ausgewählter SDGs beitragen, und welche messbare Wirkung damit erreicht werden soll. Weitere Beispiele für unsere Beiträge zu ausgewählten Zielen finden sich im Bericht zur unternehmerischen Verantwortung, Seite 43.

Von den MDGs zu den SDGs

Die SDGs folgten auf die im Jahr 2000 verabschiedeten Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDGs), die ein Rahmenwerk darstellten, um die Armut in ihren verschiedenen Ausprägungen zu verringern und gleichzeitig Verbesserungen in den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit, Bildungsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung und ökologische Nachhaltigkeit zu erzielen. Damit hatte sich die internationale Gemeinschaft zum ersten Mal weltweite Entwicklungsziele mit konkreten zeitlichen Vorgaben und einem Zieldatum für die Umsetzung (2015) gesetzt.

Trotz der Erfolge der MDGs als robuster Rahmen für Entwicklungsaktivitäten wurden während der Umsetzung einige Schwächen identifiziert, darunter folgende:

  • schwache und unausgewogene Integration sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte
  • unterschiedliche Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Daten und somit der Interpretation der erzielten Fortschritte
  • zu starke Betonung quantitativer Ziele zulasten qualitativer Ergebnisse
  • mangelnde Rechenschaftspflicht, teilweise weil bei der Formulierung der MDGs die lokalen Gegebenheiten in den Entwicklungsländern nicht berücksichtigt wurden, auf die sie ausgerichtet waren

Angesichts der Erfahrungen mit den MDGs sollen die SDGs nicht nur für die Entwicklungsländer gelten, wodurch sich die Einbeziehung zusätzlicher Nachhaltigkeitsaspekte erklärt, sondern universell für alle Länder, wobei nationale Unterschiede berücksichtigt werden und Raum für individuell angepasste Ansätze gelassen wird.

17 Ziele, 169 Unterziele

Nach dreijähriger Vorbereitung, in die auch Vertreter des Privatsektors, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft einbezogen wurden, schlossen die UNO-Mitgliedstaaten im August 2015 ihre Verhandlungen mit einer Vereinbarung zur 2030-Agenda für eine nachhaltige Entwicklung ab. Das finale Rahmenwerk umfasst 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung und 169 Unterziele. Die meisten der Ziele und Unterziele sind handlungsorientiert, einige davon stellen Mittel zur Umsetzung dar.