Ansatz & Berichterstattung Herausforderungen & Antworten

Herausforderungen & Antworten

Die Credit Suisse wurde auch 2015 mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert.

Herausforderung: Die Credit Suisse erklärt seit Jahren, sie seit gut kapitalisiert. Trotzdem kam es im Herbst 2015 zu einer Kapitalerhöhung. Warum wurde dieses zusätzliche Kapital benötigt?

Antwort: Wir haben eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um sicherzustellen, dass wir über eine starke Kapitalbasis verfügen, um unsere neue Strategie umzusetzen, um die vielversprechendsten Wachstumschancen wahrzunehmen, und um auf künftige regulatorische Veränderungen vorbereitet zu sein. Die Kapitalerhöhung wurde von rund 95 % der Aktionäre der Credit Suisse gutgeheissen. Darüber hinaus haben wir vor, weitere Massnahmen einzuleiten, um intern Kapital zu generieren. Dazu gehören die Redimensionierung des Investment Banking, die Senkung von Fixkosten und die Abwicklung von nicht strategisch notwendigen Aktiva.

Herausforderung: Welche Schritte unternimmt die Credit Suisse, um auf die zunehmende Digitalisierung und deren Auswirkungen auf Kundenbedürfnisse einzugehen?

Antwort: Die Entwicklung des digitalen Umfelds verändert auch die Interaktion der Kunden mit ihrer Bank. Da die Kunden vermehrt in Echtzeit auf mobile Bankdienstleistungen zugreifen möchten, ist der Ausbau der digitalen Angebote für alle Finanzinstitute zu einem wichtigen Thema geworden. Die Credit Suisse führt zurzeit ein digital unterstütztes Geschäfts- und Servicemodell ein. Im Zuge dessen haben wir im März 2015 eine neue Digital-Private-Banking-Plattform für Kunden in der Region Asien-Pazifik aufgebaut, über die sie laufend auf Portfolioinformationen, massgeschneiderte Marktanalysen und Trading-Tools zugreifen können. Zudem lancierten wir im April 2015 in der Schweiz eine neue Handy- und Tablet-App mit einer Vielzahl von Funktionen. In Zukunft wollen wir Möglichkeiten zur digitalen Kundeninteraktion mit der Bank weiter ausbauen und von Ende 2016 bis Ende 2017 in der Schweiz eine erweiterte Digitalplattform einführen.

Herausforderung: Die Credit Suisse arbeitet mit einer Vielzahl von Lieferanten aus verschiedenen Sektoren zusammen, von denen einige potenziell mit ökologischen oder sozialen Herausforderungen konfrontiert werden könnten. Welche Massnahmen ergreift die Credit Suisse, um damit verbundene Risiken zu mindern und so mögliche negative Auswirkungen auf Gesellschaft und/oder Umwelt in ihrer Lieferkette zu verhindern?

Antwort: Unser Code of Conduct für Lieferanten benennt Anforderungen im Hinblick auf geschäftliche Integrität und Ethik, Umweltschutz, Arbeits- und Sozialstandards sowie allgemeine Geschäftsgrundsätze und Managementsysteme. Diese können auch über die Einhaltung der vor Ort geltenden Gesetze hinausgehen. Ein spezifischer «Know Your Supplier»-Risikoeinschätzungsprozess dient unter anderem der Identifizierung und Beurteilung von ökologischen, arbeitsrechtlichen und sozialen Risiken, die in Zusammenhang mit von uns beschafften Gütern entstehen können. Dies ist integraler Bestandteil unseres Beschaffungsprozesses und dient der Analyse von Aspekten von Umwelt- und Arbeitsstandards bei unseren Lieferanten und Dienstleistern. Risiken werden über verschiedene Kriterien erfasst und Massnahmen zur Risikominderung werden wo nötig getroffen.

Herausforderung: 2014 hat die Credit Suisse die von den Vereinten Nationen unterstützten Principles for Responsible Invesment (PRI) unterzeichnet. Dieses freiwillige, von Investoren initiierte Rahmenwerk hilft den Unterzeichnenden dabei, ein besseres Verständnis für die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu entwickeln sowie Umwelt-, Sozialund Governance-Informationen in Anlageentscheidungen einzubeziehen. Wie arbeitet die Credit Suisse an der Implementierung der PRI?

Antwort: Als Unterzeichner der PRI betonen wir unsere Verpflichtung, im besten langfristigen Interesse unserer Kunden zu handeln und zu diesem Zweck ESG-Kriterien in unsere Anlageprozesse und -entscheidungen einzubeziehen. Neben der Berücksichtigung von Finanzdaten ziehen Anlageverantwortliche auch nicht finanzielle ESG-Informationen heran, um sich ein umfassenderes Bild eines Unternehmens und seiner Geschäftstätigkeit zu verschaffen und so fundiertere Anlageentscheidungen zu treffen. In diesem Rahmen hat die Credit Suisse auch Kapazitäten zum Screening der Kohlenstoffintensität von Aktienanlagen entwickelt. Unseren Ansatz in diesem Bereich haben wir in einer Research-Publikation mit dem Namen «Investing in Carbon Efficient Equities» beschrieben, die im Oktober 2015 im Vorfeld der UNO-Klimakonferenz (COP 21) veröffentlicht wurde.

Herausforderung: Welchen Beitrag hat die Credit Suisse 2015 angesichts der immer stärkeren Konkurrenz durch andere Finanzplätze geleistet, um die Stellung der Schweiz weiter zu stärken?

Antwort: Im Verlauf des Jahres engagierte sich die Credit Suisse erneut aktiv im Dialog mit Politikern, Aufsichtsbehörden und Gesetzgebern, um die Weiterentwicklung einer Strategie zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz zu unterstützen. Darüber hinaus beteiligten wir uns an Diskussionen über eine angemessene Finanzmarktregulierung und die Notwendigkeit, den Erhalt günstiger Rahmenbedingungen – etwa der Rechtssicherheit, des steuerlichen Umfelds und der verfügbaren Infrastruktur – in der Schweiz sicherzustellen. Weitere wichtige Themen, die 2015 angegangen wurden, reichen von Massnahmen zur Stabilisierung der Beziehung der Schweiz zu Europa, die Schweizer Finanzinstituten den langfristigen Zugang zu Drittmärkten sichern sollen, über den Aufbau eines internationalen Renminbi-Hubs in der Schweiz bis hin zu der Notwendigkeit, die Investitionen in den Fintech-Sektor zu verstärken.

Herausforderung: Was hat die Credit Suisse als engagierter Partner der Schweizer Unternehmen getan, um Firmen – zum Beispiel exportorientierte KMU – zu unterstützen, die von der Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses im Januar 2015 betroffen waren?

Antwort: Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 15. Januar 2015, den Mindestkurs von CHF 1.20 pro Euro aufzuheben, führte zu einer starken Aufwertung des Frankens und veränderte das Marktumfeld für Schweizer Unternehmen dramatisch. Besonders stark betroffen waren exportorientierte Firmen mit direkter Exponierung gegenüber dem Euro und die Tourismusindustrie. Die Credit Suisse half diesen Unternehmen mit Beratungen zum effizienten Management ihrer Finanzen und Unterstützung in Form von Cash Management, Krediten, Leasing und Factoring, diese schwierige Phase zu bewältigen. Ausserdem beriet sie sie beim Währungsmanagement. Zusätzlich zu diesen Massnahmen unternahmen viele Firmen Schritte, um ihr Geschäft im Ausland zu diversifizieren oder neue Märkte zu erschliessen. Mit ihrem breiten internationalen Netzwerk und ihrer umfassenden Expertise unterstützte die Credit Suisse sie bei Akquisitionen oder Teilveräusserungen und begleitete sie im Ausland mit Handelsfinanzierungen und anderen Dienstleistungen.

Herausforderung: Wie können wir unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Engagement mit der Förderung der persönlichen Entwicklung unserer Mitarbeitenden und der Unternehmenskultur verbinden?

Antwort: Wir unterstützen unsere Partnerorganisationen nicht nur mit finanziellen Beiträgen, sondern auch mit der Expertise unserer Mitarbeitenden. Unser neues Board-Training-Programm wurde in Amerika initiiert und 2015 global ausgerollt. Es hilft interessierten Mitarbeitenden sowohl bei der Vorbereitung auf ihre Rolle als Mitglieder in Vorständen gemeinnütziger Organisationen, als auch bei der Vermittlung entsprechender Mandate. Das Global Citizens Program ermöglicht es Mitarbeitenden, ihre persönlichen und professionellen Kompetenzen im Rahmen von Auslandeinsätzen bei unseren Partnern zu erweitern. Dadurch werden sowohl unsere Partner als auch unsere Mitarbeitenden und die Unternehmenskultur gestärkt.

Herausforderung: Verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen und darauf achten, dass unsere Aufgaben von Mitarbeitenden an den am besten geeigneten Standorten ausgeführt werden: Welchen Einfluss hat dies auf die Unternehmensstruktur?

Antwort: Angesichts fortlaufender Veränderungen in der Finanzdienstleistungsindustrie, tiefer Zinsen und steigender Kosten haben wir auch 2015 zusätzliche Dienstleistungen von unseren Hauptniederlassungen an unsere eigenen Centers of Excellence (CoEs) weltweit übertragen. Dadurch wurden einerseits Arbeitsplätze an Hauptniederlassungen abgebaut, anderseits aber neue Aufgaben an unsere eigenen CoEs übertragen. Mittlerweile sind 19 Prozent unserer Belegschaft weltweit in CoEs tätig. Gezielte Trainings zur Verbesserung der Kompetenzen und Führungsfähigkeiten helfen uns, in unseren CoEs Karrieremöglichkeiten zu bieten und so die besten Talente zu gewinnen und an uns zu binden. Dies erlaubt es uns, die Position der CoEs aktiv zu stärken und zunehmend Funktionen mit mehr Verantwortung in ihnen anzusiedeln.

Herausforderung: Mit den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) wurde 2015 das Kernelement der ehrgeizigen und transformativen 2030-Agenda für eine nachhaltige Entwicklung der UNO verabschiedet, das auch diverse ökologische Ziele umfasst. Wie bezieht die Credit Suisse dieses wichtige Rahmenwerk in ihr Geschäftsmodell ein?

Antwort: Die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung umfassen 17 Ziele mit 169 Unterzielen, die universell für alle Länder gelten. Als globales Finanzinstitut mit einer starken lokalen Präsenz kann die Credit Suisse mit ihren Aktivitäten auf verschiedene Weise zu den SDGs beitragen. So möchten wir im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit unter anderem unser Know-how für Kapitalmarkttransaktionen oder Anlagelösungen zur Entwicklung von Technologien für erneuerbare Energien einsetzen, und wir bieten unseren Kunden Möglichkeiten für Investitionen in den Erhalt von Landökosystemen. Auch ergreifen wir Massnahmen, um die Energieeffizienz in unseren Betriebsgebäuden und unserem Immobilienanlagenportfolio weiter zu verbessern. In unserer Publikation «Wirkung erzielen: die Credit Suisse und die nachhaltigen Entwicklungsziele» zeigen wir anhand von Fallbeispielen, wie wir das Thema nachhaltige Entwicklung bereits in Angriff genommen haben.