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Was Banken zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter beitragen können

Was passiert, wenn eine Bank intern die Gleichstellung der Geschlechter vorantreibt und gleichzeitig einen deutlichen Schwerpunkt auf SDG 5, das fünfte Ziel der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung, legt? Erfahren Sie mehr in einem Gespräch mit Laura Hemrika, globale Leiterin Corporate Citizenship & Foundations, und Patsy Doerr, globale Leiterin Diversity and Inclusion bei der Credit Suisse.

Die Credit Suisse ist diesjährige Gastgeberin der Flaggschiff-Veranstaltung von Business Fights Poverty auf der UN-Generalversammlung in New York. Warum unterstützt die Credit Suisse diese Art von Initiative?

Patsy Doerr (PD): Bei der Credit Suisse sind wir überzeugt, dass es sowohl im Interesse unseres Unternehmens als auch unserer Kunden liegt, Massnahmen zu entwickeln und zu unterstützen, die einen Beitrag zu einer nachhaltigeren und integrativeren Wirtschaft leisten. Seit Einführung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) durch die Vereinten Nationen tragen wir als global tätiges Finanzinstitut, als Finanzintermediär und als Arbeitgeber sowie über unsere Aktivitäten im Bereich Corporate Citizenship zur Umsetzung der Ziele bei.

Laura Hemrika (LH): Unsere globalen Initiativen in den Bereichen finanzielle Integration und finanzielle Bildung dienen der Förderung eines integrativen Wachstums und sozialer Entwicklung durch die Partnerschaft mit Organisationen aus den verschiedensten Gesellschaftsbereichen. Beispielsweise bieten wir zur finanziellen Integration durch unsere Anlagen wirtschaftlich benachteiligten Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Dank der Kombination aus finanzieller Unterstützung seitens der Credit Suisse und den kompetenzbasierten Freiwilligeneinsätzen unserer Mitarbeitenden können unsere Partner eine grössere Wirkung erzielen.

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein wichtiger Fokus für die Credit Suisse und auch das SDG 5 hat die Gleichberechtigung zum Ziel. Können Sie uns mehr darüber erzählen?

PD: Die Gleichstellung der Geschlechter bei der Credit Suisse – und im weiteren Sinne unsere Agenda für mehr Vielfalt und Integration – ist sowohl intern als auch im Rahmen unserer Programme zur gesellschaftlichen Entwicklung ein wichtiger Schwerpunkt.

So bietet beispielsweise unser Real-Returns-programm für Frauen talentierten und erfahrenen Fachkräften (nicht zwingend aus der Finanzbranche), die Möglichkeit, nach einer längeren Karrierepause über ein strukturiertes Sechsmonatsprogramm wieder in den Beruf einzusteigen. Von der Einführung des Programms im Jahr 2014 bis zum Ende des Jahres 2018 haben bereits 295 weibliche Fachkräfte in 17 Bereichen teilgenommen. Über 60 % der Teilnehmerinnen haben anschliessend eine Festanstellung bei der Credit Suisse erhalten.

Darüber hinaus unterzeichnete die Credit Suisse the Women in Finance Charter (PDF) Damit haben wir uns verpflichtet, den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen in unseren britischen Rechtseinheiten zu fördern. Zudem haben wir regionale Entwicklungs- und Mentoring-Programme aufgesetzt, die speziell auf die Förderung von weiblichen Talenten ausgelegt sind, darunter die «Mentoring Advisory Group» in der Schweiz. Seit der Lancierung im Jahr 2009 haben über 1000 Mitarbeiterinnen daran teilgenommen.

Mehr als 750 Teilnehmende haben von unserem für alle Regionen angebotenen Childcare Leave Coaching profitiert, bei dem sie Unterstützung für die Planung der bevorstehenden Elternzeit und der anschliessenden Rückkehr an den Arbeitsplatz erhielten. Ziel ist es hierbei auch, die Bindung von Mitarbeiterinnen nach ihrem Mutterschaftsurlaub zu erhöhen.

LH: Ausserdem stärken wir Frauen auf der ganzen Welt im Rahmen unserer Corporate-Citizenship-Programme. Eine Milliarde Frauen haben heutzutage keinen Zugang zum formellen Finanzsystem. Unsere von der Credit Suisse Foundation finanzierte Financial Inclusion Initiative zielt darauf ab, unsere Partnerorganisationen darin zu stärken, den unterschiedlichen finanziellen Bedürfnissen der Menschen an der Basis der Wohlstandspyramide gerecht zu werden. Dies betrifft zum Beispiel unsere Zusammenarbeit mit Women’s World Banking (WWB). Wir unterstützen das Leadership & Diversity for Innovation Program dieser Organisation – ein Programm zur Bereitstellung der Instrumente und Kompetenzen, die Frauen benötigen, um ihre berufliche Entwicklung voranzutreiben, um mehr Vielfalt in ihren Institutionen zu schaffen und zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten, das Marktangebot für Frauen zu bedienen.

Mit unserer Initiative zur Föderung der finanziellen Bildung für Mädchen, die ebenfalls von der Foundation gesponsert und von unseren gemeinnützigen Partnern umgesetzt wird, verfolgen wir das Ziel, die finanziellen Kompetenzen und das Bewusstsein von Mädchen und jungen Frauen für ihre sozialen und wirtschaftlichen Rechte zu stärken und sie dabei zu unterstützen, sich selbst eine bessere Zukunft aufzubauen. Unsere gemeinnützigen Partner realisieren dieses Programm an Schulen, wo sie auch umfassendere Lebenskompetenzen auf den Lehrplan setzen. Dabei konzentrieren sie sich auf Länder und Regionen, in denen Mädchen und junge Frauen aufgrund ihres Geschlechts, sozio-ökonomischer Bedingungen sowie des kulturellen Umfelds besonders benachteiligt sind. Bisherige Schwerpunktländer der Initiative waren China, Brasilien, Indien, Sri Lanka, Ruanda und Tansania. Die Mädchen werden zudem ermutigt, ihr eigenes kleines Unternehmen zu gründen, was sie mit nützlichen Erfahrungen für ihr künftiges Leben rüsten wird.

Es wird viel darüber diskutiert, wie wichtig es ist, einen positiven sozialen Beitrag fest im Geschäftszweck zu verankern. Was bedeutet das für die Credit Suisse?

PD: Wir glauben, dass man einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft und die Umwelt ausüben kann, ohne auf Renditen verzichten zu müssen. Wir engagieren uns bereits seit mehr als 16 Jahren im Bereich nachhaltiger Anlagen und werden unser Angebot in diesem Zusammenhang auch weiter ausbauen und es enger an den SDGs ausrichten.

LH: Angesichts der umfassenden Vermögensverschiebung von einer Generation zur nächsten, die in ihrem Anlageverhalten wesentlich werteorientierter ist, suchen unsere Kunden vermehrt nach Möglichkeiten, um in Unternehmen und Initiativen zu investieren, die ökologische, soziale und Governance-Aspekte berücksichtigen.

Als Treuhänder des Vermögens unserer Kunden und als «Global Citizen» arbeiten wir daran, die Lücken zu schliessen, welche die nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO aufzeigen. Dazu arbeiten wir partnerschaftlich mit gleichgesinnten privaten, staatlichen und Nichtregierungsorganisationen sowie mit einem dedizierten Team von Produktspezialisten an Innovationen und nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen für alle Anlageklassen und -themen.