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Darlehen dank Satellitenbildern. Eine Start-Up-Lösung.

Wie beweist ein kenianischer Maisbauer seine Kreditwürdigkeit? Ein Start-up hat einen Lösungsansatz entwickelt, um abgelegene Regionen an die Welt anzuschliessen – mit modernster Technologie.

«Zeig mir dein Kreditrating und ich sag dir, wer du bist», lautet ein ungeschriebenes Gesetz des wirtschaftlichen Mainstreams: Damit ein globaler Konzern, ein kleiner Dorfladen, ein Hauskäufer oder auch eine ganze Volkswirtschaft finanzielle Mittel geliehen bekommen, müssen sie Nachweise über Vermögenswerte und Einnahmen erbringen. Doch wie soll ein Bauer im ländlichen Kenia verlässliche Finanzinformationen bereitstellen, die erst noch zu einem grossen Teil von seiner Ernte abhängen?

Apollo Agriculture, ein 2016 in Nairobi gegründetes Start-up, will dieses Problem mit Fernerkundungstechnik und Datenwissenschaft lösen. Es setzt Modelle mit «Machine Learning» ein, die Kreditprofile seiner Kunden erstellen, indem sie auf alternative Datenquellen zurückgreifen: Satellitenbilder der Anbaufelder sowie selbst gemeldete und andere während des Registrierungsprozesses gesammelte Daten.

Apollo stellt den Kunden dann ein zugeschnittenes Paket von Betriebsmitteln, Beratung und Versicherungen auf Kredit zur Verfügung. So können beispielsweise Landwirte im kenianischen Nakuru County auf hochwertiges Saatgut und Düngemittel zugreifen, um ihre Erträge zu steigern, und sie sind vor Dürre geschützt.

Co-Gründer und CEO Eli Pollak hat grosse Pläne: «Unser Unternehmen hilft Kleinbauern, mehr Geld in ihren Betrieben zu verdienen. Wir sehen grosse Möglichkeiten, den Landwirten bei der Expansion zu helfen und höhere Erträge zu erzielen dank profitableren Pflanzen, mehr Diversifizierung auf dem Feld, besserer Bewässerung und erleichtertem Marktzugang.»