Global CIO Video: «Der Zinsanstieg war angemessen»
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Global CIO Video: «Der Zinsanstieg war angemessen»

In den USA haben rasche Fortschritte mit den COVID-19-Impfprogrammen und ein massives neues Stimuluspaket für markant bessere Wachstumsperspektiven gesorgt, was die Staatsanleihenrenditen weltweit steigen liess. 

Das US-Pandemie-Hilfsprogramm in der Höhe von USD 1.9 Billionen wird einen ausgeprägten und sofortigen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben. Als Teil des Programms erhalten die US-Privathaushalte erneut Stimulus-Schecks, die sowohl den Konsum als auch die Ersparnisse steigern dürften.

Bis Jahresende könnte die US Wirtschaft wieder Vollbeschäftigung erreichen. Zudem könnte die Inflation über 2% klettern, nicht nur kurzfristig infolge von Basiseffekten, sondern über den Sommer hinaus aufgrund eines anziehenden Arbeitsmarkts, anhaltenden Angebotsengpässen und eines starken Gesamtwachstums. Diese und weitere Gründe wie eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank, die früher und deutlicher ausfallen könnte als angenommen, hat jüngst zu Konsternation an den Finanzmärkten geführt. Doch bis anhin war der daraus resultierende Zinsanstieg an den Anleihemärkten angesichts der positiven Entwicklung der Wachstumsaussichten geordnet und angemessen.

Erfahren Sie im neuen House View Video mit James Sweeney, Chief Economist and Regional CIO Americas, mehr über unsere aktuellen Einschätzungen.

Die steigenden Anleiherenditen und ihre möglichen Folgen für die Finanzmärkte wurden auch anlässlich der jüngsten Sitzung unseres Anlagekomitees diskutiert. Wir glauben weiterhin, dass die Märkte in den kommenden Monaten in der Lage sein sollten, höhere Zinsen zu verkraften, zumal diese mit einer starken Wiederbeschleunigung des Wirtschaftswachstums einhergehen dürften. Allerdings sind weitere Rückschläge im Zuge des Anpassungsprozesses wahrscheinlich.

Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Gewinn auf unserer Übergewichtung von Aktien mit, indem wir die Anlageklasse in Portfolios wieder auf ihre strategischen Allokationen zurücknehmen. Konkret rücken wir dazu von unserer taktischen Übergewichtung der Schwellenländer im Allgemeinen und von China im Besonderen ab. Unser langfristiger Ausblick für Aktien, einschliesslich Schwellenländeraktien, bleibt jedoch positiv, was auch in unserer erhöhten strategischen Allokation in dieser Anlageklasse zum Ausdruck kommt. Wir halten an einer leicht zyklischen Ausrichtung fest, indem wir den breiten Rohstoffindex nach wie vor übergewichten.