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Global CIO Michael Strobaek: Wir haben eine der tiefsten Rezessionen der Geschichte hinter uns

Die globale Coronavirus-Pandemie ist zwar noch keineswegs ausgestanden. Dennoch legten die meisten risikoreicheren Vermögenswerte in den Sommerwochen weiter zu. US-Aktien allgemein notierten nahe ihrer Allzeithochs, während Technologietitel auf neue Höchststände kletterten. Derweil fielen die Renditen von US-Treasurys trotz wieder besserer Konjunkturdaten weiter, was Edelmetallen Auftrieb gab.

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Erholung gehen wir weiter davon aus, dass zyklische Vermögenswerte wie Aktien, Rohstoffe und Unternehmensanleihen über einen Anlagehorizont von drei bis sechs Monaten attraktive Renditen generieren sollten. Die konjunkturelle Erholung im weiteren Jahresverlauf dürfte allerdings nicht mehr so stark ausfallen wie in den vergangenen Wochen.

Im Portfoliokontext halten wir vorerst an unserer neutralen Allokation in Aktien fest. Unseres Erachtens wird es zwar wohl noch während längerer Zeit keine Alternative zu Aktien geben, wir sehen aber auch diverse Risikofaktoren, die vorübergehende Korrekturen auslösen könnten. Zu diesen Risikofaktoren zählt unter anderem die Industrieproduktion, die sich von ihrem Tiefpunkt markant erholt hat, jedoch im September ihren Zenit überschreiten dürfte. Nichtsdestotrotz könnten die Anleihenrenditen etwas weiter ansteigen.

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Zudem könnten sich die Spannungen zwischen den USA und China im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen akzentuieren. Und in den USA könnten das Patt in Bezug auf weitere Stimulusmassnahmen und Unsicherheit im Hinblick auf die Wahlen für Nervosität unter den Anlegern sorgen. Wir sind uns dieser Risiken durchaus bewusst, halten aber in unseren Portfolios an einer leicht zyklischen Ausrichtung fest, indem wir Rohstoffe und Unternehmensanleihen nach wie vor übergewichten.