Über uns Press Release

Press Release

Schweiz im Wandel - Branchen als Bausteine des Wachstums

Studie der Credit Suisse zu den Schweizer WirtschaftsbranchenDie Schweizer Wirtschaft befindet sich im Wandel. Besonders deutlich zeigt sich dies anhand der Wirtschaftsbranchen. Die Ökonomen der Credit Suisse analysieren in ihrer neusten Studie die Wachstumsschwäche der Schweiz, die sich seit dem Beginn der 90er Jahre abzeichnet, aus der Branchenperspektive. Um die Wachstumsschwäche zu überwinden, müssen vor allem die Arbeitsproduktivität erhöht sowie vorhandene Stärken wie die technologische Leistungsfähigkeit und Innovationskraft ausgebaut werden. Gemäss der Prognose bis zum Jahr 2010 zählen vornehmlich die Hightech-Industrie und die wissensbasierten Dienstleistungen zu den zukunftsträchtigen Branchen.

Das reale Potenzialwachstum unseres Landes ist - gemäss Schätzungen der Ökonomen der Credit Suisse - mittlerweile auf 1.2% gesunken, während sich der Strukturwandel in den 90er Jahren beschleunigte. Die Globalisierung hat zum verschärften internationalen Wettbewerb beigetragen, aber auch neue Chancen eröffnet. Noch immer gehört die Schweiz zur Spitzengruppe der exportorientierten Nationen, und die Marke Schweiz wird im Ausland traditionell mit Qualität verbunden. Allerdings ist es schwieriger geworden, die Vorreiterstellung im Qualitätswettbewerb zu halten, denn andere Länder holen auf und machen der Schweiz das Terrain streitig.

Starkes Gefälle bei der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe
In der Schweiz haben der Erste Sektor (die Landwirtschaft) und der Zweite Sektor (Industrie, Gewerbe und Bau) in den letzten vier Jahrzehnten an Bedeutung verloren; im Gegenzug ist der Dritte Sektor (Dienstleistungen) immer wichtiger geworden. Eine eingehende Analyse des Wirtschaftsgeschehens der 90er Jahre relativiert dieses gängige Bild allerdings etwas. Denn die Industrie und das verarbeitende Gewerbe schneiden in einer systematischen Gesamtbewertung der Branchen mittels sieben quantitativen Kriterien überraschend gut ab. So lieferten Industrie und verarbeitendes Gewerbe zwischen 1991 und 2003 den höchsten realen Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandprodukt (BIP).

Doch sind nicht alle Branchen der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes im betrachteten Zeitraum gewachsen. Konjunkturelle Zwischenhochs können nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige Industriezweige wie die Textil- und Bekleidungsindustrie, das Papier- und Druckgewerbe sowie Teile der Metallindustrie schrumpfen. Dagegen profitieren mehrere exportorientierte Industriezweige von einer Auslandnachfrage, die stärker wächst als die Inlandnachfrage. Zu erwähnen sind beispielsweise die Pharmaindustrie, die Medizinaltechnik und die Uhrenindustrie sowie ausgewählte Bereiche der Maschinenindustrie, Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Den letztgenannten Branchen ist es weitgehend gelungen, sich durch Innovationen, Flexibilität sowie die Ausrichtung auf Hightech-Nischen auf den Weltmärkten zu behaupten.

Ausgeprägtes Wachstum der Dienstleistungen
Das ausgeprägte Wachstum des gesamten Dienstleistungssektors ist Ausdruck des Wandels hin zu einer globalen Wissensökonomie. Die Banken und die Versicherungen nehmen in der Gesamtbeurteilung der Ökonomen der Credit Suisse die beiden Spitzenränge ein. Ebenso gehören die in den 90er Jahren ausgebaute öffentliche Verwaltung auf Rang drei sowie das Gesundheits- und Sozialwesen auf Rang sechs zu den Gewinnerbranchen. Unter den Verlierern befinden sich tendenziell jene Branchen, die zur eher trägen Binnenwirtschaft gehören. Dass der Wettbewerb auch im Inlandmarkt forciert wird, spüren nicht zuletzt der Handel und das Autogewerbe, welche in den 90er Jahren bei sinkender Beschäftigung einen knapp negativen Wachstumsbeitrag aufwiesen.

Prognose bis zum Jahr 2010 und der Einfluss der Megatrends
Die zunehmende Alterung der Bevölkerung, das gestiegene Gesundheitsbewusstsein, die erhöhte Mobilität sowie die Erlebnis- und Freizeitorientierung werden das künftige wirtschaftliche Umfeld massgeblich prägen. Die Antizipation dieser Megatrends sowie die Fähigkeit, Wissen und Forschungsergebnisse rasch in marktfähige Produkte oder Lösungen umzusetzen, stellen wichtige Erfolgsfaktoren dar. Die qualitative Einschätzung der Wachstumsfaktoren ergänzt das in der Studie der Credit Suisse vorgestellte quantitative Basisszenario bis zum Jahr 2010. Die Megatrends sind dabei nicht für alle Branchen gleichermassen relevant. Sehr stark profitieren Branchen wie Finanzdienstleister, Chemie, Pharma und Kunststoff sowie Unternehmensdienstleistungen von den Megatrends. Hingegen dürften sie auf die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie sowie auf den Bau nur wenig Einfluss haben.

Wissen in Wachstum wandeln
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass gemäss den Zukunftsszenarien der Ökonomen der Credit Suisse einige Schweizer Branchen von den Megatrends klar profitieren sollten. Aber es gibt auch eine Anzahl von eher standortgebundenen beziehungsweise abgeschotteten Branchen, deren Wachstumspotenzial weniger gut eingestuft wird. Um die Wachstumsschwäche der Schweiz zu überwinden, müssen im Wesentlichen die Arbeitsproduktivität erhöht sowie die Stärken unseres Landes auf den Gebieten der technologischen Leistungsfähigkeit und Innovationskraft - nach dem Motto "Wissen in Wachstum wandeln" - weiter ausgebaut werden.