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Breit abgestütztes Wirtschaftswachstum

Internationale und Schweizer Wirtschaftsprognosen der Credit Suisse für das Jahr 2006Die globale Konjunkturbelebung im Jahr 2004 hat auch das Wachstum der Schweizer Wirtschaft beschleunigt. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm 2004 um 2.1% zu und lag damit sogar leicht über der durchschnittlichen BIP-Wachstumsrate in den Ländern der Europäischen Währungsunion (EWU). Die grössere Dynamik der Schweizer Wirtschaft stützt sich nicht nur auf die Auslandnachfrage, sondern auch auf die Binnenkonjunktur. Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen damit, dass sich die Wachstumsrate des Schweizer Bruttoinlandprodukts von 1.4% im Jahr 2005 auf 1.7% im Jahr 2006 erhöhen wird. Die Arbeitslosenquote dürfte aber nur langsam sinken, von durchschnittlich 3.8% in diesem Jahr auf 3.6% im Jahr 2006. Der Teuerungsdruck bleibt mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,1% für dieses und 1% für das kommende Jahr gering.

Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2005 deuteten verschiedene Indikationen auf eine baldige globale Konjunkturbelebung hin. Gegen Ende des Sommers kamen jedoch erneut Wachstumsängste auf. Grund dafür war der kräftig steigende Ölpreis. Die Folgen des zwischenzeitlich auf über USD 70 pro Barrel gestiegenen Ölpreises geraten nun stärker ins Blickfeld der Finanzmärkte, da es sich um einen Angebotsschock handelt, der stärkere Wachstumsverschiebungen auslösen kann als ein reiner Nachfrageschock. Die Wachstumsdelle in den USA dürfte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Gegen Ende 2005 werden wir voraussichtlich eine spürbare Gegenbewegung sehen, die durch Wiederaufbauarbeiten getrieben wird und die US-Wirtschaft wieder auf ihren ursprünglichen Wachstumspfad bringen sollte. Für dieses Jahr gehen die Ökonomen der Credit Suisse in den USA von einer Wachstumsrate des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) von rund 3.4% aus, die sich auf rund 3.6% im nächsten Jahr erhöhen dürfte. Auch in der Eurozone dürfte die Dynamik im 2006 zunehmen. Nach einem BIP-Wachstum von 1.3% in diesem Jahr wird 2006 voraussichtlich ein BIP-Wachstum von 1.6% erreicht werden.

US-Notenbank weiter auf Zinserhöhungskurs - Europäer ziehen erst 2006 nach
Der gestiegene Erdölpreis dürfte durch seine direkten (zum Beispiel Mieten und Energie) und indirekten (zum Beispiel Transport) Wirkungen die Inflationsrate in den USA zum Teil deutlich über die 4% Marke treiben. Die Experten der Credit Suisse orten deshalb weiteren Handlungsbedarf für das Federal Reserve und rechnen damit, dass die US-Währungshüter die Zinsen auf rund 4.5% anheben müssen. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte angesichts einer sich noch im Frühstadium befindenden Wirtschaftserholung die Zinsen erst zum Jahresanfang 2006 erhöhen.

Währungen: US-Dollar mit weiterem Aufwärtspotenzial
Die Entwicklung des US-Dollars beurteilen die Experten der Credit Suisse auch für das nächste Jahr tendenziell positiv und rechnen zudem mit einer Stabilisierung des amerikanischen Leistungsbilanzdefizits auf Grund der vergangenen Dollarschwäche. Bis Ende 2005 dürfte der US-Dollar sogar noch erstarken, da die Zinserhöhungen in den USA den Zinsvorteil zu Gunsten des US-Dollars ausweiten. Wenn in Kontinentaleuropa im Verlaufe des nächsten Jahres erste Zinserhöhungen anstehen, werden der Euro und Schweizer Franken voraussichtlich wieder etwas an Terrain gewinnen.

Grössere Dynamik der Schweizer Wirtschaft im Vergleich zum Durchschnitt der EWU
Die globale Konjunkturbelebung im Jahr 2004 hat auch das Wachstum der Schweizer Wirtschaft beschleunigt. Die Zunahme des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) lag mit 2.1% leicht über der BIP-Wachstumsrate, die im Mittel in der Europäischen Währungsunion (EWU) erzielt wurde. Dass einige kleinere Volkswirtschaften der EU wie Irland, Finnland und Schweden Wachstumsraten zwischen 3% und 5% verzeichneten, relativiert dieses an sich erfreuliche Ergebnis allerdings. Die im Vergleich zum Durchschnitt der EWU grössere Dynamik der schweizerischen Wirtschaft geht nicht nur von der Auslandnachfrage, sondern auch von der Binnenkonjunktur aus. Die konjunkturelle Erholung wird voraussichtlich zu einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in der Schweiz von 1.4% in diesem auf 1.7% im Jahr 2006 führen.

Auslandnachfrage wird auch 2006 eine Schlüsselrolle spielen
Die Schweizer Exportindustrie hat die aufstrebenden Märkte frühzeitig ins Visier genommen und dort Präsenz markiert. Das wirkt sich nun vorteilhaft aus und bestätigt die Strategie unserer Industrie. Sie sieht Westeuropa weiterhin als sehr wichtigen Markt, nutzt aber konsequent die Chancen, die sich in den Emerging Markets und den überdurchschnittlich rasch wachsenden englischsprachigen Volkswirtschaften bieten. Die Ökonomen der Credit Suisse veranschlagen das Wachstum der realen Exporte von Gütern und Dienstleistungen auf 3.9% im laufenden und 3.3% im kommenden Jahr.

Bei den Güter- und Dienstleistungsimporten sehen die Ökonomen der Credit Suisse für 2005 eine reale Zunahme von 3.6% voraus. Sie sollte sich 2006 auf 3.1% verlangsamen. Der Beitrag des Aussenhandels zum Wirtschaftswachstum wird in beiden Jahren positiv ausfallen.

Anzeichen für stärkere Dynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen
Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen mit einem Anstieg der unternehmerischen Investitionstätigkeit und prognostizieren einen realen Zuwachs der Ausrüstungsinvestitionen um 2.4% im 2005 und 3.3% im 2006. Zu Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen werden vermehrt auch Erweiterungsinvestitionen hinzukommen.

Wie schon 2004 leisten die Bauinvestitionen auch im laufenden Jahr einen erheblichen Wachstumsbeitrag. Wichtigster Impulsgeber ist der Wohnungsbau und hier vor allem der Bau von Eigentumswohnungen. Für 2006 ist bei den Bauinvestitionen eine Stagnation zu erwarten. Sie ist die Folge von ersten Sättigungstendenzen im Bereich der Eigentumswohnungen. Der Wohnungsbau wird aber weiterhin eine Stütze der Baukonjunktur sein. Für dieses Jahr wird eine Zunahme der gesamten Bauinvestitionen um 2.4% vorausgesagt.

Anhaltend gedämpfte Konsumentenstimmung
Der Konsum der privaten Haushalte war über viele Jahre hinweg eine solide Konjunkturstütze, ohne indessen zur treibenden Kraft zu werden. Daran dürfte sich auch 2006 nichts ändern. Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen mit einem Anstieg um 1.6%, nach 1.5% im laufenden Jahr. Die Konsumentenstimmung hat sich zwar von ihrem 2003 erlebten Tiefpunkt erholt, ist aber immer noch gedämpft und neigt neuerdings wieder zur Schwäche. Manche Haushalte machen sich Sorgen um die Sicherheit der Arbeitsplätze und schrauben ihre Erwartungen hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung der kommenden zwölf Monate zurück.

Drei Faktoren dürften dafür verantwortlich sein: der Anstieg der Energiekosten, der den Spielraum für den Konsum anderer Güter und Dienstleistungen einschränkt und wie eine höhere Steuer auf den Verbrauch wirkt, die zunehmende Kaufkraftabschöpfung etwa durch höhere Steuern und steigende Krankenkassenprämien sowie die geringen Beschäftigungszuwächse und die im langfristigen Vergleich hartnäckig hohe Arbeitslosenquote.

Träger Schweizer Arbeitsmarkt
Der schweizerische Arbeitsmarkt reagiert träger als in früheren Zyklen auf die konjunkturelle Erholung. Der Beschäftigungszuwachs blieb bisher gering und war wesentlich der deutlichen Zunahme der Teilzeitbeschäftigung zu verdanken, die wohl einen flexiblen Arbeitsmarkt, aber gleichzeitig auch eine zurückhaltende Einstellungspraxis der Unternehmer spiegelt. Allein mit zurückhaltender Einstellungspraxis und Produktivitätsfortschritten lässt sich dieses Phänomen aber nicht erklären. Nach wie vor spielen Qualifikationsdefizite eine Rolle. Das heisst, dass die angebotenen Kenntnisse und Fähigkeiten den Anforderungen der Unternehmen nicht entsprechen. Die Ökonomen der Credit Suisse gehen deshalb davon aus, dass sich die Lage auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt nur langsam verbessert und dass die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2006 mit 3.6% jene des laufenden Jahres (3.8%) nur geringfügig unterschreiten wird.

Nach wie vor Preisstabilität
Die durchschnittliche Inflationsrate wird in diesem Jahr auf 1.1% und für 2006 auf 1% prognostiziert. Die Schweizerische Nationalbank kann somit auch aus Gründen der Preisstabilität von einem Strategiewechsel in Richtung restriktive Geldpolitik absehen. Sie wird aber zu verhindern suchen, dass sich ein nach 2006 wirksam werdendes Inflationspotenzial aufbaut und deshalb eine leichte Straffung der geldpolitischen Zügel vornehmen.