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Insights
MARKET UPDATE Dezember – Kommentar von Robert Parker
2011-12-21
USA: Das Risiko einer Rückkehr zur Rezession erheblich reduziert
Das aktuelle Muster der Erholung in den USA deutet auf ein Wachstum von 2 bis 2,5 % im letzten Quartal des Jahres 2011 hin, das durch das Exportwachstum, die Investitionsausgaben und einen «annehmbaren» Konsum unterstützt wird. Vorausgesetzt, dass die Lohnsteuersenkung fortgesetzt wird, sollte das Wachstum im ersten Halbjahr 2012 bei knapp 2 % liegen. Wird die Steuererleichterung nicht verlängert, dürfte das Wachstum etwas weniger als 2 % betragen. Wichtig ist jedoch, dass die Gefahr einer Rezession in den USA enorm abgenommen hat. Im Gesamtjahr 2012 sollte das reale BIP in den meisten Szenarien um 1,8 % bis 2,5 % zunehmen.
Europa: Der Kampf geht weiter
Die wirtschaftlichen Aussichten Europas sind schlechter als die der USA oder Japans. Und in einer Reihe von Ländern, insbesondere in Italien und Spanien, wird das BIP 2012 schrumpfen. Das Wachstum in Deutschland wird voraussichtlich unter 1 % liegen und für die Eurozone als Ganzes steht ein Wachstum von unter 0,5 % zu erwarten. Das Risiko für diese Prognose besteht darin, dass das Ergebnis noch schlechter ausfallen könnte, wenn keine zufriedenstellende Lösung für die Krise in der Eurozone erreicht wird.
Japan: Die Erholung gerät ins Stocken
Nach dem annualisierten Wachstum des realen BIP um 5,9 % im dritten Quartal dürfte das Trendwachstum in den nächsten sechs Monaten auf annualisiert unter 2 % zurückkehren. Obwohl die BoJ die Zinsen bei 0 bis 10 Basispunkten lassen, ihre quantitative Lockerung und ihre Devisenmarktinterventionen fortsetzen wird, bleibt die Wirksamkeit der Geldpolitik gering, sofern die quantitative Lockerung nicht erheblich ausgeweitet wird.
Marktauswirkungen
- Aktien: Aktien werden zwar weiterhin durch mehrere Faktoren unterstützt, wie etwa die Bewertungen, das Risiko-Rendite-Verhältnis in anderen Anlageklassen und die Rekordhöhe der liquiden Mittel der Anleger. Infolge der geopolitischen Risiken im Nahen Osten, des mangelnden Vertrauens, dass der EU-Plan umgesetzt wird, der fehlenden Fortschritte bei der Aufarbeitung der Haushaltsprobleme in Japan und den USA und der Rezessionsgefahr in der Eurozone werden die Zuflüsse von Anlegerkapital in Aktien jedoch zögerlich und defensiv sein.
- Anleihen:Der Stress an den Märkten für Euro-Staatsanleihen dürfte signifikant bleiben. Im Basisszenario wird es Italien zwar gelingen, seine Schulden bei den Auktionen im ersten Quartal 2012 zu refinanzieren. Die 10-jährigen Renditen Italiens und Spaniens dürften jedoch über 6 % bleiben, und die Kreditrisikoprämien für Frankreich und Belgien werden voraussichtlich weiterhin erhöht sein.
- Rohstoffe: Logischerweise sollte das Fehlen einer klaren Lösung für die Probleme der Eurozone den Goldpreis bis Mitte 2012 weiter in Richtung USD 1’900 je Unze nach oben treiben. Es bleibt jedoch festzustellen, dass die Aktien der Rohstoffunternehmen im Vergleich zu den Rohstoffen selbst billig sind. Dies gilt für alle Rohstoffe.
- Währungen: Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte der Euro jetzt in eine neue Spanne von 1,20 bis 1,30 abtauchen, während die BoJ den Yen über 75 halten dürfte. In gleicher Weise wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) dafür sorgen, dass der Schweizer Franken zum Euro nicht über 1,20 steigt. Das britische Pfund wird aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Fundamentaldaten und der lockeren Geldpolitik unterbewertet bleiben. Die überbewerteten Rohstoffwährungen sind anfällig für Gewinnmitnahmen der Anleger.